BUDGET
IN-EAR

MIRROR

CVJ

Wertung

Preis

7.5

45 €

Review published:

02/2021

Treiber

3

pro Seite

1

Dynamisch

2

Balanced

Widerstand

22 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

7.5

Bass

8

Mitten

6.5

Höhen

Empfindlichkeit

105 dB

7.3

Handling

9

Haptik

C

Value

-

Alltag

Frequenzgang

10 - 40000 Hz

Intro

Der MIRROR stellt nach dem CSN das aktuelle Flagship der Firma dar und geht einen klanglich sehr interessanten, in der Theorie sehr ansprechenden Weg. Allerdings wurde hier leider das Potenzial verschenkt und so zieht der MIRROR insgesamt gesehen sogar gegen den CS8 für mich den Kürzeren, auch wenn er eigentlich tonal mehr zu bieten hat.

Handling

Optisch bringe ich den MIRROR eher mit einem Pinguinflügel in Verbindung als mit einem Spiegel, aber dieser IEM ist wohl bislang der Dezenteste und zugleich designtechnisch Ansprechendste der Serie. Er wirkt wie aus einem Guss, ist kompakt und trägt sich sehr angenehm. Dazu kommt die robuste Bauweise, was den MIRROR äußerlich und haptisch zu einem Value macht.

Das Zubehör ist nicht sonderlich üppig und beschränkt sich auf das Nötigste, wie 3 Paar Silikontips und einem Budget-Kabel, wie man es auch von TRN, oder BQEYZ kennt. Allerdings bekommen wir noch einen nützlichen Stoffbeutel zur Aufbewahrung der IEMs.

Die Isolation ist gut und kann mit Foam-Tips noch einmal verstärkt werden.

Klang

CVJ versucht glücklicherweise, sich mit dem Tuning ihrer IEMs ein bisschen vom Budget-Chi-Fi-Markt abzuheben. Der MIRROR hat eine recht flache und teilweise eher an "Neutralität" angelehnte Signatur. Allerdings schaffen sie es für meinen Geschmack nicht, die typischen Krankheiten auszumerzen und sind bei der (scheinbaren) Grundidee auch nicht ganz konsequent.

Der Bass legt seinen Fokus auf den Mittenbass, was ihm einen guten Punch beschert. Dieser ist allerdings teilweise auch ein bisschen trocken und nicht sonderlich organisch. Sicherlich Geschmackssache. Was die Quantität betrifft, bin ich mehr als zufrieden und würde sogar noch ein paar dB weniger begrüßen, um hier neutraler aufzuspielen und den Mitten etwas mehr Strahlkraft zu verleihen. Der Bass hat eine recht gute Textur und beschränkt sich nicht nur auf einen One-Note-Bass. Bassheads werden hier sicherlich nicht glücklich, aber für mich hängt er auch etwas in der Luft, da man sich scheinbar nicht entscheiden könnte, wohin man mit dem Bass wollte. Hervorzuheben ist sicherlich die Geschwindigkeit, auch wenn er gerne noch etwas knackiger sein und besser auflösen könnte.

Die Mitten liegen etwas im Schatten des Basses, welcher gerade im Mittenbass mehr Energie mitbringt als die gesamten Mitten. Das finde ich aber nicht allzu schlimm, denn ich mag grundsätzlich etwas wärmere Mitten und damit verbunden eine meist etwas intimere Stimmenpräsentation. Der MIRROR trifft mit Mitten oftmals genau meinen Geschmack, auch wenn ich mir manchmal noch ein bisschen mehr Klarheit wünschen würde. Dennoch schätze ich sehr, dass Stimmen mich nicht anbrüllen, aber auch nicht im Mix verschwinden. Dazu haben sie grundsätzlich ein recht natürliches Timbre (auch wenn die Höhen mehr oder weniger eine zerstörerische Naturgewalt sind). Manch einer könnte ihnen eine gewisse Leblosigkeit unterstellen, wo ich teilweise auch mitgehe, aber ich brauch nicht immer ein Himalaja-Plateau in den oberen Mitten um glücklich zu sein, im Gegenteil. Dennoch würde ich mir um die 2-3 kHz 2dB mehr wünschen, oder 2 dB weniger im Bass (40 – 200 Hz).

Die Höhen sind nun beim MIRROR für meine Ohren das Damoklesschwert, denn mein Hörglück hört relativ abrupt auf, wenn es in die höheren Frequenzen geht und ich finde nur weniger Songs, die ich einigermaßen stressfrei hören kann. Warum zu Hölle ist der Bereich um die 6 – 9 kHz nicht zumindest etwas abgemildert. Ja der Peak ist auch eine Couplerresonanz, was den Peak sicherlich verstärkt, allerdings ist die Energie in dem Bereich auch nicht von der Hand zu weisen. Abgesehen davon, dass ich eine solche Ausprägung bisher auch nur beim MIRROR & vielleicht beim KBEAR LARK gesehen habe (im Verhältnis zu den Mitten und dem Bass gesehen), ist die Sibilantenbetonung und damit verbundene schärfe Zischlaute nicht nur nervig, sondern teilweise ungenießbar. Das hat nichts mit Hochtonerweiterung, Transparenz oder Detailvielfalt zu tun, da es einfach künstlich und stechend klingt. Wie so oft wird eine grundsätzlich gute Signatur durch einen übertriebenen Hochton (wir sprechen hier nicht von einer besonderen Erweiterung, denn diese ist eher durchschnittlich) wieder in den Boden gestampft oder besser gesagt ins All geschickt (Team Rocket lässt grüßen). Schade, hier war deutlich mehr möglich.

Der MIRROR hat solide technische Eigenschaften mit einem ansprechenden Imaging und einer angemessenen Bühnenausdehnung, die durch den übertriebenen Hochton noch etwas künstlich erweitert wird. Den Preis angemessen würde ich mal behaupten.

Outro

Die Idee war gut, die Umsetzung weniger, zumindest wenn man (wie ich) gerade im Hochton eine hohe Empfindlichkeit für Sibilanten und Peaks mitbringt. Ich begrüße es, eine “experimentelle“ Signatur unter 50€ zu sehen, die von der Masse abweicht, aber dann hätte man diese auch konsequenter umsetzen sollen. Hier war wohl mehr der asiatische Markt im Hinterkopf, welcher eine Hochtonbetonung deutlich mehr zu schätzen weiß bzw. sogar voraussetzt, als andere.

Leider kann auch ein Micropore-Tape-Mod hier keine Wunder bewirken und so hilft nur ein drastischer Equalizer. Damit lässt sich der MIRROR dann gut zurechtbiegen, aber das sollte nicht der Anspruch sein.

Mein Favorit der CVJ Serie bleibt somit der CSA.

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

CS8

CS8

MIRROR

MIRROR

CSA

CSA

CSE

CSE

CSN

CSN

Second Opinion:

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CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

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