BUDGET
IN-EAR

SE215

DIY EARPHONE

Wertung

Preis

6.3

18 €

Review published:

10/2018

Treiber

1

pro Seite

1

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

32 dB

PZ/ES/PL

0

Klang

7

Bass

5.5

Mitten

6

Höhen

Empfindlichkeit

98 dB

6.2

Handling

7.5

Haptik

B

Value

-

Alltag

Frequenzgang

20 - 22000 Hz

Intro

Bei dieser Rezension handelt es sich nicht um die originalen SHURE SE215, sondern um ein Replikat.
Vom Händler wird dennoch beworben, dass das originale Gehäuse und der originale dynamische Treiber des SHURE SE215 verwendet werden. Ich habe leider nicht den Vergleich, ob es auch klanglich eine Übereinstimmung gibt, allerdings treffen die im Netz zu findenden Rezensionen durchaus zum Teil auch auf das Imitat zu. Achtung: Wer gerne leise hört, kann der Klangbewertung gut einen Punkt mehr geben!

Handling

Viel bequemer kann man einen In-Ear nicht designen. Aufgrund der Größe, dem Gewicht und der Passform gibt es kaum etwas Vergleichbares, was den Tragekomfort betrifft. Hier sind in dem Zusammenhang auch jeden Fall noch der TENNMAK Pro, oder der ASY/YINYOO Bellsing zu nennen, welche eine ähnliche Passform haben.

Es besteht die Möglichkeit nur die In-Ear ohne Kabel zu bestellen, wodurch man gute 3 € sparen kann, wenn man bereits ein gutes MMCX Kabel besitzt. Entscheidet man sich doch für das Kabel, bekommt man ein sehr solides, mit verstärkten Ohrbügeln aus Kupfer.

Dazu gibt es ein Paar FoamTips und eine Silikonvariante. Hier ist man auch etwas darauf angewiesen, da die Schallröhrchen die dünnsten sind, die ich bislang gesehen hab. Hier sollte man auch nicht zu rabiat zu Werken gehen, da hier sicherlich auch Bruchgefahr besteht. Selbiges gilt übrigens auch für das Original.

Die Isolation ist über Durchschnitt und gibt einem ein sicheres, intimes Gefühl.

Klang

Der Bass ist auf jeden Fall stark angehoben, was sich auch mit vielen Rezensionen beim Original deckt. Er hat einen angenehmen Schlag, ist aber etwas langsam und weich, was ihn aufgebläht erscheinen lässt. Dazu ist der Mittenbass auch mehr geboostet als der Sub-Bass. Wirklich spürbar wird er ab 30 Hz, sauber allerdings erst zwischen 40 und 50 Hz. Das ist kein schlechter Wert und Basshungrige werden auf ihre Kosten kommen. Es fehlt jedoch an Klarheit, sowie Struktur. Wenn man den SE215 mit einem etwas potenteren DAC betreibt, bekommt man ein besseres Ergebnis, da der Bass straffer und runder wird, nur hat man ein solches Endgerät selten im Alltag zur Hand, geschweige denn unterwegs dabei. Ich habe selten erlebt das Bass ermüden kann, hier ist es der Fall.

Die Mitten bekommen einen ordentlichen Schwung vom Bass aufgehalst und versuchen sich auch nicht sonderlich dagegen zu wehren. Grundsätzlich haben wir hier eine V-Signatur, man könnte aber auch noch einen Schritt weiter gehen und sie als L-Formig bezeichnen. Der Bass verfärbt die unteren Mitten schon um einiges, was sie unnatürlich warm erscheinen lässt und voller als sie sein sollten, vor allem bei Männerstimmen, welche distanzierter und hohler, aber auch Frauen haben eine unnatürliche Dunkelheit. Selbiges gilt für Gitarren. So viel Resonanz hat nicht einmal eine Jumbo-Westerngitarre. Hier muss man unweigerlich einen Equalizer ansetzten, um das Potenzial der Mitten auszuschöpfen. Details sind da und auch eine gute Separation der Instrumente, aber auch nur wenn der Bass Pause hat.

Die Höhen sind hier noch das Beste. Diese haben zwar keine große Erweiterung, geben dem Klang aber eine dringend benötigte Luftigkeit und hellen ihn auf. Dazu werden sie nie unangenehm, oder hängen sich an Sibilanten auf. Klassische Musik lässt sich sogar ganz gut hören und man freut sich auf ausgiebige Geigenpassagen. Hier können die Höhen zusammen mit den Mitten zeigen was sie können und das ist gar nicht mal schlecht. Die Bühne lässt sich auch sehen, da sich auch mehrere Ebenen ausmachen lassen und außerhalb des Kopfes klänge war genommen werden.

Outro

Ich bezweifle das man hier den Klang eines originalen SHURE SE215 bekommt. Sollte dies der Fall sein, sind 100 € für das Original nicht angemessen! Für 18 € kann man darüber reden, allerdings ist man musikalisch schon sehr limitiert. Jazz, oder Klassik profitieren hier, durch die geschmeidige, entspannte Art des SE215 und der guten Bühne und Positionierung der Instrumente im Raum. Auch Rock funktioniert zum Teil, da es da auch mal gern etwas voller sein kann vom Klang. Kommt allerdings der Bass stärker ins Spiel, wird schnell alles über den Haufen geworfen. Auf einer geringen Lautstärke ist der Klang jedoch wesentlich stimmiger. Erhöht man diese, erhöht man exponentiell auch den Bass. Will heißen wer es eher leiser mag (ich höre meist verdammt laut im Vergleich zu vielen meiner Mitmenschen), könnte hier durchaus gefallen an den SE215 finden.
Kann man machen, muss man aber nicht!

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

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DR2

DR2

SE215

SE215

Zweite Meinung:

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