BUDGET
IN-EAR

NINE

FENDER

Wertung

Preis

8

99 €

Review published:

03/2019

Treiber

1

pro Seite

1

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

16 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8

Bass

7.5

Mitten

8

Höhen

Empfindlichkeit

106 dB

7.8

Handling

8

Haptik

B

Value

+

Alltag

Frequenzgang

11 - 20000 Hz

Intro

HEADTEK ist ein kleiner gut sortierter Kopfhörerladen in Berlin, der nicht nur einen eigenen Showroom hat und einen ausgezeichneten Kundenservice bietet, sondern ebenso Online ihre In-Ears von namenhaften Herstellern wie CAMPFIRE, WESTONE, oder FENDER vertreibt. Das Einstiegsmodell in die Welt des In-Ear-Monitorings der Firma FENDER, wurde mir freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt. Der FENDER NINE ist von seinen Klangeigenschaften und der Isolation durchaus für den Bühneneinsatz geeignet und soll dementsprechend vor allem Musiker ansprechen, aber auch im Alltag macht er eine gute Figur. Dass man hier noch etwas Geld für den Namen darauf packt, ist allerdings auch nicht von der Hand zu weisen. Let’s Rock!.

https://headtek.de/de/fender-nine-olympic-pearl-in-ear-monitor.html

Handling

Der NINE ist extrem leicht, was der kompakten Bauform, aber auch der Verwendung von Plastik geschuldet ist. Er trägt sich im Zusammenhang mit seinem ergonomischen Design äußerst angenehm und ermöglicht einen sicheren Sitz auch bei schnellen Bewegungen.
Dafür ist nicht nur die In-Ear-Form sondern auch die Memorydrahtverstärkung am Kabel verantwortlich. Eigentlich bin ich kein großer Fan der Memoriedrahtverstärkung, da sich diese bei den damaligen Knowledge Zenith-Kabeln immer wieder verbog und schlussendlich zu locker über dem Ohr lag. Dies ist hier allerdings nicht der Fall, da der Draht wesentlich härter und stärker zu sein scheint. Das heißt, dass wenn der Draht einmal geformt wurde, er auch im Grunde so bleibt. Das macht das Einsetzten etwas fummelig, aber schlussendlich sitzt der In-Ear dann bombenfest und vermittelt ein sicheres Gefühl, was für den Bühneneinsatz unabdingbar ist.

Das Kabel ist zudem doppelsträngig, wie zuletzt beim YINYOO D2B4 gesehen, mit einer farblichen Markierung der Kanäle. Es ist durch de Ummantelung etwas steif, allerdings neigt es dadurch nicht sonderlich zum Verknoten und fällt gerade herunter. Dazu haben sie einen 2-Pin-Anschluss und sind somit auch austauschbar.

Mit dabei sind auch noch Foam-Tips in 3 Größen, Silikontips (durchsichtig, klar) in 4 Größen, ein Adapter von 3,5mm Klinke auf 6,3mm Klinke, eine robuste Transporttasche sowie ein Reinigungsset.
Wie bereits erwähnt ist die Isolation außerordentlich gut, was einem von der Umwelt, aber auch seinen Bandkollegen abschirmt. Das ist natürlich auch etwas Lautstärkeabhängig, aber schon bei moderatem Pegel ist man in seiner eigenen Welt.

Klang

Der FENDER NINE hat eine typische V-Signatur, was sich in einer überdurchschnittlichen Bassbetonung, zurückgenommen Mitten (was sich aber im Rahmen hält und eher die tieferen Mittelfrequenzen betrifft) und leicht angehobenen kristallklaren, aber auch vergleichsweise hellen Höhen wiederspiegelt.

Der Bass ist zwar betont, aber dafür auch qualitativ sehr ansprechend und vor allem pegelfest. Mir gefällt diese Art der Basswiedergabe, die ruhig auch mal etwas mehr sein darf, solange es nicht matschig, oder dröhnend wird. Hier ist der Bass sauber, überschlägt sich nicht auch bei schnellen aufeinander folgenden Basspassagen und hat einen kräftigen Schlag. Er ist ungefähr auf dem Niveau eines KZ ZS7, oder PAI AUDIO DR2/HILL AUDIO ALTAIR was den Impakt betrifft, wenn auch nicht ganz so voll und kräftig, was den Bass des NINE im Vergleich weniger dominieren lässt. Bassliebhaber werden definitiv seine direkte Ansprache und Spielfreude bis in den ganz tiefen Bereich zu schätzen wissen. Aber auch der normalen Konsumer wird dem Bass einiges abgewinnen können, da er nicht übertreibt und die komplette Signatur überschattet.

Die Mitten sind in den tieferen Bereichen mehr zurückgenommen, als in den höheren Regionen. Dennoch sind Stimmen gut positioniert und fallen nicht zurück. Auch fehlt es ihnen nicht an Körper.
Sie klingen sehr natürlich, könnten aber etwas energischer daherkommen. Das übernehmen nämlich vor allem Gitarren, die durch die helleren Höhen in seltenen Fällen es etwas zu gut meinen und leicht schrill werden können. Allerdings ist hier die Lautstärke das Stichwort und wenn einem Musiker sein Gehör etwas wert ist, sollte man diese Regionen nicht zwingend austesten. Zumindest nicht dauerhaft. Ansonsten bekommen wir sehr detaillierte Mitten, die sauber auflösen und nichts verschleiern, oder grobfahrlässig verfälschen, was für die Bühne auch ein Muss ist!

Die Höhen haben, wie auch der Bass, einen Schub bekommen, der sie etwas heller macht, aber sie bewegen sich auf jeden Fall noch im Rahmen und es driftet nicht in eine Unnatürlichkeit ab. Sie sind kristallklar, knackig und neigen nicht zur Verzerrung, auch bei höherer Lautstärke. Dazu kommt eine feine Auflösung, wo man auch den Anschlag der Becken genau verfolgen kann, ebenso bei hektischen Passagen. Dazu kann sich die Erweiterung sehen lassen, da der NINE auch im hohen Bereich nicht allzu schnell abrollt. Sibilanten sind kein Thema für den NINE nur könnten die Höhen manchem zu hell sein und bei mehr Pegel auch den ein oder anderen Peak hervorrufen, der als unangenehm empfunden werden könnte. Ich bin da im Normalfall recht unempfindlich und ausdauernd, höre sowas aber natürlich auch.

Die Bühne ist weder zu intim noch eine 5000m² Halle. Sie ist genau richtig und lässt einem einzelne Instrumente präzise folgen, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Das sehe ich ebenfalls als einen Pluspunkt für den Bühneneinsatz, denn der Sänger/Musiker sollte zu jeder Zeit genau wissen was seine Kollegen spielen, oder singen und sich nicht zwingend im eigenen Mix verlieren. Das kann zu Hause auf der Couch großartig sein, aber nicht unbedingt im Live-Einsatz.

Outro

Der FENDER NINE ist ein sehr gefälliger IEM, der mit seinem einzelnen dynamischen Treiber ein breites Frequenzspektrum abdecken kann. Er überzeugt mit einer spaßigen Abstimmung im Tiefenbereich, klaren und detaillierten Mitten mit guter Stimmenwiedegabe und gut auflösenden Höhen, die einen Tick zu hell erscheinen, aber auch Brillanz mit sich bringen.
Für Musiker und Sänger, die mit FENDER auch ein Lebensgefühl verbinden und daher bereit sind etwas tiefer in die Tasche zu greifen als eventuell nötig, können mit dem NINE nicht viel falsch machen. Es ist ein ehrlicher IEM, der einem nicht viel vormachen möchte, im Rahmen seiner Möglichkeiten und sich als qualitativ hochwertiger Allrounder entpuppt. Let’s Rock again!

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

NINE

NINE

Second Opinion:

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CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

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