BUDGET
IN-EAR

ALTAIR•RA

HILL AUDIO

Wertung

Preis

7.7

35 €

Review published:

04/2019

Treiber

1

pro Seite

1

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

18 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8

Bass

7

Mitten

7.5

Höhen

Empfindlichkeit

103 dB

7.5

Handling

9

Haptik

A

Value

0

Alltag

Frequenzgang

20 - 20000 Hz

Intro

HILL AUDIO bringt mit dem ALTAIR•RA eine leicht verbesserte Version des ALTAIR heraus, was sich in einem zweiten Kabel und einer anderen Legierung der Schallöffnung und Schallkammer wiederspiegelt und den Klang verbessern soll. Da ich den Vorgänger, welcher derselbe In-Ear wie der PAIAUDIO DR2 ist, ebenso besitze und keine weltbewegenden Unterschiede ausmachen kann, ist die Rezension fast eins zu eins dieselbe.

Handling

Das außergewöhnliche an dem ALTAIR•RA ist, dass das Gehäuse komplett aus Harz gegossen ist. Und wenn ich sage komplett, meine ich das auch so, da es keinen Hohlraum gibt. Der dynamische Treiber ist quasi im Gehäuse konserviert und hat nur einen kleinen Schlauch nach draußen gelegt bekommen um “atmen“ zu können. Dazu führt ein weiterer, dickerer Schlauch zur Schallöffnung. Das alles ist gänzlich vom Harz umschlossen. Dazu sind keine Luftblasen auszumachen, was für eine gute Verarbeitung/Produktionsart spricht. Ebenso ist das Harzstück frei von groben Unebenheiten und rauen Stellen. Im Gegensatz zum DR2 oder ALTAIR, wird Messing anstatt Aluminium als Legierung verwendet, was den Klang beeinflussen soll.

Der ALTAIR•RA sieht nicht nur aus wie ein Custom-IEM, er trägt sich auch so. Sehr ergonomisch und sicher im Sitz, sollte er trotz seiner Größe in nahezu jedes Ohr passen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Als Kabel bekommen wir ein solides 4-Kerne Kabel mit Remote und Mikrofon, sowie ein Gold und Silber beschichtetest Upgrade-Kabel.

Mit einem richtigen Sitz und im Idealfall Foam-Tips, erreicht man eine richtig gute Isolation. Da bis auf den kleinen Luftschlauch es keine weiteren Öffnungen gibt und wir daher fast von einem komplett geschlossenen Gehäuse sprechen, dringt auch nichts von der Musik nach außen. Es gibt keinen Hohlraum in inneren und so dringt der Schall direkt und ohne Umwege in unsere Ohren! Nach innen kommt aber auch wenig bis gar nichts durch, was vor allem Musikern gefallen dürfte.

Klang

Kraftvoll, natürlich, diszipliniert und dynamisch mit leichtem Hang zum Übertreiben, beschreibt den ALTAIR•RA ganz gut.

Der Bass hat einen unglaublichen Impakt, was jedem Bassliebhaber ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird. Er spielt recht linear von oben nach ganz unten, wobei der Sub-Bass noch einmal etwas gepusht ist. Das ermöglicht nicht nur den Bass in vollem Umfang zu hören, sondern auch zu spüren. Jedem Genre spendieret der ALTAIR•RA eine ordentliche Kelle Bass, welcher schmeckt, da er gut gewürzt, aber nicht versalzen ist. Bassgitarren klingen so energiereich und kräftig, dass man unweigerlich in seiner Bibliothek nach Songs sucht, wo diese hervorstechen – AnnenMayKantereit – “Es gehts mir gut (live)“
Hip-Hop liegt dem ALTAIR•RA ebenso vorzüglich. Durch den Tiefbassanteil ist in jedem Song ordentlich Dampf dahinter. Verblüffend ist hierbei, dass der Bass dennoch kontrolliert bleibt und Textur aufweist. Manchmal meint er es auch einfach zu gut und fängt an etwas dröhnend zu werden, wenn die Musik schon einen starken Bassanteil hat.

Wer jetzt denkt das die Mitten bei solch einer Bassmaschiene komplett unter gehen, sieht sich getäuscht. Klar der Bass schafft es bei seiner Urgewalt nicht die Mitten unangetastet zu lassen, aber diese profitieren dadurch mit einer angenehmen Wärme und einen voluminösen Körper. Sie sind klar und detailliert und schaffen es dem Bass Parole zu bieten, ohne zu stark gegen ihn ankämpfen zu müssen. Auch hier haben wir eine Grundnatürlichkeit im Klang, vor allem was Stimmen anbelangt. Gitarren klingen knackig, ohne schrill zu werden und Trompeten haben eine natürliche Klangfarbe. Dazu sprühen die Mitten geradezu an Lebendigkeit und verkriechen sich nicht hinter den Höhen und dem Bass, auch wenn es sich um eine V-Signatur handelt. Man sollte aber die Lautstärke im Auge behalten, da die Mitten im oberen Bereich dann doch etwas überspitz werden, was ermüdend werden kann, da sie zwischen 2 und 5 kHz ihren höchsten Peak aufweisen.

Nach dem Mittenpeak geht es erst einmal straight bergab, was den Frequenzgang betrifft und die Höhen melden sich dann mit einer weiteren kleineren Erhöhung um die 9-10 Hz zurück. Sie haben so gesehen eine überdurchschnittliche Erweiterung in dem Preissegment und für einen einzelnen dynamischen Treiber. Auch hier ist das Stichwort natürlich, obwohl sie in den unteren Höhen etwas präsenter sein könnten. Sie zeigen sich luftig und verspielt, auch wenn sie jetzt keine große Brillanz aufweisen. Dafür gibt es keine Sibilanten, oder ein stechen im Ohr. Selbst mit “problematischen“ Stimmen wie die von SIA können sie problemlos umgehen. Sie decken zwar nicht jedes kleinste Mikrodetail auf, aber der Detailgrad und die Auflösung ist mehr als überzeugend.

Die Bühne liegt im guten Durchschnitt, was die Tiefe anbelangt, aber die weite lässt sich sehen. Dazu ist die Separation sehr gelungen, da sich Instrumente selten überdecken (das liegt zum Teil auch einfach am schlechteren Mastering) und problemlos verfolgt werden können.

Outro

Klanglich fällt es schwer einen großen Unterschied zwischen dem ALTAIR•RA und dem DR2/ALTAIR auszumachen, welcher im Grunde nur auf die Kabelwahl und der unterschiedliche Legierung zurückzuführen wäre, denn ansonsten haben wir den selben In-Ear. Im direkten Vergleich wirkt der ALTAIR•RA etwas homogener und geglättet (subjektive Wahrnehmung), was man übrigens bei dem Frequenzgang nicht vermutet hätte, denn der sieht verquerer aus als das was man hört.
Ich bin nach wie vor klanglich von diesem in-Ear absolut überzeugt. Der Bass kann einem die Latschen ausziehen, aber es damit auch mal übertreiben. Die Mitten sind lebendig, sowie Stimmen authentisch und die Höhen wissen mit ihrer klaren unaufgeregten und detaillierten Art zu überzeugen.
Wer auf der Suche nach natürlichem, bassintensivem und dynamischem Klang ist, sollte hier einen Blick riskieren. Auch lege ich diesen IEM Musikern ans Herz, die nicht auf der Suche nach absoluter Neutralität sind, sondern auch etwas Spaß vertragen 😉

Für den Preis bekommt man IEM im Custom-Format inkl. umfangreiches Zubehör, was im Gesamtpaket schwer zu toppen ist und so einen kleinen Vorteil gegenüber dem Vorgänger darstellt, aber sich dieser auch 10 € mehr kosten lässt.

Den ALTAIR•RA kann man im über die HILL AUDIO-Facebookseite beziehen, in dem man den Besitzer anschreibt. Dieser akzeptiert PayPal und versendet die in-Ears auch mit einer Trackingnummer.
Wer die Möglichkeit hat über Shopee zu bestellen, kann auch den direkten Weg gehen.

https://www.facebook.com/hillsonicaudio/
https://shopee.com.my/Hillaudio-Altair%E2%80%A2RA-Hifi-In-Ear-Earphone-i.6548893.1939333623?smtt=0.0.9

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

ALTAIR•RA

ALTAIR•RA

EMPYREAN

EMPYREAN

S8

S8

Zweite Meinung:

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

  • Facebook
  • Instagram