BUDGET
IN-EAR

i8

I-INTO

Wertung

Preis

7.4

18 €

Review published:

05/2020

Treiber

3

pro Seite

3

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

16 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

7.5

Bass

7

Mitten

7.5

Höhen

Empfindlichkeit

98 dB

7.3

Handling

7.5

Haptik

B

Value

0

Alltag

Frequenzgang

20 - 24000 Hz

Intro

Bisher bin ich mit In-Ears die auf 3 dynamische Treiber setzen nicht so wirklich warm geworden. Selten ist dabei eine Signatur heraus gekommen mit der ich wirklich vollumfänglich etwas anfangen konnte. Ich habe immer das Gefühl, dass es sich bei diesen, stets in der Budget-Klasse anzufinden In-Ears, um ein Zerfallsprodukt handelt, nach dem Motto wir nehmen mal zwei DD(x) und packen ihn mit DD(y) zusammen und hören mal was da heraus kommt, oder noch besser, wir hören erst gar nicht was herauskommt, sondern verkaufen den In-Ear einfach direkt. Davon habe ich nun einige rum liegen und scheue mich immer vor einer Rezension, denn negativ zu rezensieren macht keinen Spaß.

Nun ja, der i8 von I-INTO bildet hier eine erfreuliche Ausnahme. Er ist so ein bisschen wie eine eierlegende Wollmilchsau für Bassheads. Irgendwie stellt so der i8 für mich ein kleiner Mythos dar. Zum einen findet man so gut wie nichts über ihm im Internet und ist auch nur in Asien verfügbar (z. B. über Nischenhändler auf AliExpress), zum anderen überrascht mich die harmonische Koexistenz von 3 Dynamikern, welche auch noch recht gewöhnungsbedürftig angeordnet wurden. Klar lässt sich hoher Bassimpakt und ein weitestgehend balancierter Frequenzverlauf vereinen, aber wirklich in solch einem Designkonzept und zu dem Preis?

Handling

Lobend muss sicherlich das mitgelieferte Zubehör erwähnt werden. Mehr oder weniger überraschend bekommt man einen Stoffbeutel, ein Paar Foamtips und eine Auswahl an Silikonaufsätzen.
Man hat die Wahl, ob man den i8 mit, oder ohne Remote erwerben möchte. Ich hab mich für die Variante ohne entschieden, da ich sicher gehen wollte ein Original zu erhalten (damals braunes Kabel), aber das was nur meiner Paranoia geschuldet, so dass ihr ohne Einschränkung wählen könnt. Nur zur Funktion kann ich nichts sagen.

Die Bauweise ist wirklich außergewöhnlich und mir so noch nicht unter gekommen. Zwei übereinander angeordnete dynamische Treiber ist bekannt, zum Beispiel vom KZ ZSE, oder VJJB V1, aber das noch mal ein 10mm Treiber am Rücken hängt und das auch noch um 90° gedreht, ist mir neu.
Der Tragekomfort ist nicht ganz so gelungen da die Front recht kantig ist und bei mir ans Ohr stößt. Das sorgt auf Dauer für einen unangenehmen Druck. Dadurch, dass der i8 durch den zusätzliche herausstehenden Treiber recht lang in der Tiefe ist, eignet er sich sicherlich auch nicht fürs Bett, oder den Motoradhelm.

Für alles andere ist der i8 uneingeschränkt nutzbar. Nur die Kabelgeräusche können etwas nervig werden.

Mit den Foamtips erreicht man eine sehr gute Isolation, allerdings auch noch einmal einen Basschub.

Klang

Der i8 hat eine klassische V-Signatur mit einer deutlichen Sub-Basserweiterung und 2 Erhebungen in den unteren und mittleren Höhen, sowie eine kleinere um die 12 kHz. Letztere fällt allerdings recht gering aus, sodass der i8 sicherlich nicht als sonderlich offen, oder brillant bezeichnet werden kann. Er ist in Summe ein dunklerer und entspannter Vertreter, der sich auf den Bass fokussiert, aber die Mitten und Höhen nicht vernachlässigt.

Der Bass ist schon eine kleine Naturgewalt. Er schmettert einem ein ordentliches Pfund um die Ohren, vor allem wenn die Musik auch noch einen hohen Bassanteil zur Verfügung stellt. Er ist dabei kein virtuose, sondern eher ein etwas übermotivierter Preisboxer, der aber recht treffsicher ist. Er hat einen deftigen Schlag, welcher nicht nur oberflächig Schaden anrichten, sondern tief ins Mark geht. Es macht richtig Spaß sich mal die Ohren massieren zu lassen, auch wenn er gerne mal mehrere mittelmäßige Schläge hintereinander abfeuert, anstatt einmal richtig zuzulangen. Das bedeutet mir fehlt es etwas hier an Härte und damit verbunden auch Festigkeit. Der Bass schlägt also mehr mit einer Gummikelle zu, aber dafür so doll er kann, wenn es sein muss. Manchmal neigt er etwas zum Dröhnen, wenn in der Musik einfach zu viel Bass bereits vorhanden ist und er sich dann überschlägt, aber im Grunde ist die Bassreaktion in einem guten Bereich und wer auf viel und guten Bass steht wird hier durchaus fündig.

Die Mitten bekommen eine ordentlichen Kinnhaken vom Bass, aber scheinen davon nicht allzu sehr beeindruckt zu sein. Ihr Kopf glüht zwar und schwillt schnell an, aber dennoch bewahren sie Ruhe und versuchen nicht die Sterne zu zählen, sondern beim nächsten Mal im richtigen Moment auszuweichen, oder die Schutzhand richtig einzusetzen. Die Mitten sind im Gegensatz zum Bass nämlich mehr die überlegten Kämpfer, die alleine im Ring bei ihren Aufwärmübungen richtig gute Schlagfolgen zeigen. Das können sie aber nicht mehr im 1 gegen 1, denn sie sind dann viel mehr damit beschäftig dem Bass auszuweichen. Er mischt sie schon ordentlich auf und er drängt sie zurück, aber sie haben gute Nehmerqualitäten und gehen nicht so schnell auf die Bretter, können den Kampf aber auch nicht dominieren. Zugegebenermaßen kein fairer Kampf. Trotzdem besser als erwartet, aber sicherlich keiner der in die Geschichte eingehen wird.

Die Höhen gucken sich das Ganze von der Coachingecke aus an. Sie sind die Sorte Trainer, die ihre Schützlinge eher mit mentaler Anwesenheit motivieren als mit vielen und lauten Worten. Sie haben stets ein Auge darauf, dass ihre Kämpfer nicht übermäßigen Schaden nehmen und sind immer bereit das Handtuch zu werfen und ein technisches KO in Kauf zu nehmen. Das ist aber nicht nötig, denn durch ihre ruhige und eindringliche Art, finden sie immer die richtigen Worte und auch Antworten auf den Gegner. In einer ausgeglichenen und natürlichen Art und Weise, legen sie ihre Hand auf alles und sind die heimlichen Stars im Ring, auch wenn sie selbst keine große Spannweite haben.

Der Ring gibt genügen Raum für ein bisschen Herumgetänzel und schnelle Schrittfolgen, aber die Kontrahenten müssen sich nicht über ein Fußballfeld verfolgen. Allerdings kann man sich als Zuschauer auch etwas in die oberen Ränge orientieren, ohne viel vom Geschehen zu verpassen, oder den Überblick zu verlieren.

Outro

Wer hat nun eigentlich gewonnen? Grundsätzlich der Zuschauer, denn auch wenn der Bass auf dem Paper und auch in Realität alle Karten in der Hand hat, so könne die cleveren Mitten mit gutem Coaching gut dagegen halten und den Kampf zwar schlussendlich nicht ausgeglichen gestalten, aber mindestens bis in die 8.-10. Runde bringen. Spätestens dann setzt der Bass aber auch zum KO an, da er auch Dauer etwas übermannend wird, aber stets mit einem schälmischen Grinsen im Gesicht und einen flotten Spruch auf den Lippen, aber mit leichten Ermüdungserscheinungen und dem stetigen Willen den Kampf vorzeitig zu beenden.

Fazit: Toller, etwas dunkler Basshead-In-Ear, der zwar keinen audiophilen Anspruch hat, aber für die Nische die er bedient einen richtig guten Job macht. Die Mitten sind mir dennoch zu warm und im Hintertreffen. Die Höhen beleben zwar die Signatur, aber könnten mehr Energie mitbringen und für mehr Transparenz sorgen. Der Bass ist zwar angenehm weich und punchig mit guten Sub-Bass, aber führt bei mir zur Ermüdung auf Dauer. Hip-Hop, EDM und Elektro: top - Akustik, teilweise Pop und Rock eher so Mittelprächtig, wenn es tonal korrekt bleiben soll. Spaßfaktor ist immer gegeben.

Bitte berücksichtigen, dass ein hohes/niedriges Bass-Rating nicht automatisch bedeutet viel/wenig Quantität zu haben, oder eine gute Punktzahl im Hochton für äußerst Qualitative Höhen steht. Es kommt immer auf den Gesamtkonext an und wie alles in der Signatur harmoniert. Ebenso spielt natürlich auch meine subjektive Bewertung eine Rolle. Auch wenn ich Bass sehr mag, bin kein Basshead und vielleicht würde die Bewertung höher ausfallen, wenn es so wäre. Text und Bewertung sollte immer in einen Zusammenhang gesetzt werden.

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

i8

i8

Zweite Meinung:

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

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