BUDGET
IN-EAR

ASF

KNOWLEDGE ZENITH

Wertung

Preis

7.1

50 €

Review published:

10/2020

Treiber

5

pro Seite

0

Dynamisch

5

Balanced

Widerstand

18 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

7.5

Bass

6.5

Mitten

7

Höhen

Empfindlichkeit

105 dB

7

Handling

8

Haptik

C

Value

0

Alltag

Frequenzgang

10 - 40000 Hz

Intro

Haltet euer Portemonnaie griffbereit, KZ hat zwei neue Modelle auf dem Markt (ASF & ASX) und ist bereit, euch dabei zu unterstützen, Geld auszugeben. Dafür ist sich KZ nicht zu schade, fragwürdiges Marketing zu betreiben. Neben dem Ganzen "alles ist neu und besser", werben sie in ihren Renderings mit einem Upgrade der Treiber, in dem sie diese Schwarz und Gold darstellen, anstatt Silber und ein “s“ an die BA-Treibernummer hängen. Aha und was genau soll nun besser klingen? Mir ist bewusst, dass dies eher einen symbolischen Charakter haben soll, aber das ist doch etwas amüsant und sicherlich auch für eine IEM-Laie zu hinterfragen. Der ASF ist ein reiner BA-IEM mit 5 Treibern. Der ASX setzt noch einen rauf und hat sage und schreibe die doppelte Anzahl pro Ohrhörer. Kümmern wir uns erst einmal um den ASF.

Handling

Neues Modell, neues Design und Verpackung? Ja und nein! Der ASF, sowie der ASX sind wohl die bisher voluminösesten IEMs von KZ. Sie lassen sich zwar durch ihre Ergonomie ganz gut Tragen, aber es sieht schon recht komisch aus, solch einen Brummer im Ohr zu haben. Einen besonders edlen Eindruck macht der ASF trotz Leichtmetallfaceplate nicht. Er wirkt nahezu billig, was durch den guten Blick ins Innenleben noch verstärkt wird. Hier finden wir ein großes weißes Plastikstück, welches im 3D-Druck hergestellt und als Separation des Schalls der einzelnen Treiber (angeblich 4-Wege) genutzt wird. Diese sitzen in diesem Plastikteil passgenau, aber ansprechend aussehen tut es nicht, auch wenn diese Technik ebenso von renomierten Firmen verwendet wird. Sicherlich hat dies auch Vorteile gegenüber der Schallführung durch PVC-Schläuche. Mir würde ein nicht transparenter Body in dem Fall aber mehr zusagen.
Die Schallöffnungen sind recht schmal und so wird nicht jeder 3-Party-Tip passen.

Die Verpackung gleicht denen des damaligen AS10, oder BA10. Allerdings ist deren Inhalt genauso übersichtlich wie auch bei den anderen Modellen, welche in der “berühmten“ weißen Pappschachtel geliefert werden.
Das Kabel ist KZ-Standard, aber die Tips sind neu. Diese sind transparent/weiß und haben einen kürzeren Schaft, damit der ASF weiter in das Ohr geführt werden kann und sicherer sitzt.

Isolation und Tragekomfort ist wie bei fast allen Modellen der Firma gut, bis sehr gut, je nach dem Platzangebot im Ohr, welches nicht zu gering sein sollte, vor allem nicht beim ASF. Die Empfindlichkeit ist sehr hoch, was zu einer sehr hohen Maximallautstärke führt.

Klang

5 Treiber hatten wir schon vor 2 Jahren im AS10 und BA10 gesehen und deren Tuning sowie technische Eigenschaften ließen aufhorchen, da dies damals zu dem Preis nicht nur ein Novum war, sondern auch viele KZ-Modelle der Vorzeit klanglich in den Schatten stellte. Bis heute ist einiges passiert und viele andere Firmen bieten mittlerweile gute Multitreiber IEMs zu sehr niedrigen Preisen an. KZ hat sich natürlich auch weiterentwickelt. Zum Beispiel mahlen sie nun ihre Treiber anders an oder versuchen den größtmöglichen Universal-IEM zu bauen. Spaß beiseite, der ASF ist ein durchschnittlicher IEM und keiner, der neue Maßstäbe setzt, auch innerhalb der Firma nicht.

Dass ein BA-Bass durchaus Tiefgang haben kann, zeigte uns zum Beispiel der SHURE 846, aber auch der AS10, oder BA10 haben für mein Empfinden einen runderen BA-Bass, der vor allem einen festeren Kick aufweist. Der Bass des ASF ist zwar ordentlich angehoben, aber leider nicht sonderlich qualitativ und etwas schwammig. Das habe ich von KZ schon mal besser gehört. Der Oberbass fällt zudem nicht rechtzeitig ab, drängt die unteren Mitten zurück und lässt Stimmen etwas zu warm klingen. Größter Kritikpunkt ist aber für mich die fehlende Festigkeit und der dröhnende Oberbass, denn ansonsten kann man mit dem Bass arbeiten.

Das KZ auch bei ihren reinen BA-Modellen an einer V-Signatur festhält ist nicht verwunderlich, aber schade. Es hätte mich positiv überrascht, wenn die Firma mal einen anderen Weg eingeschlagen hätte und uns mit einer mehr mittenzentrierten Signatur beglückt. So bleiben sie sich zwar ihrer Philosophie treu und man weiß nach wie vor, was man von der Firma erwarten kann, aber hier findet in meinen Augen keine wirkliche Entwicklung statt, es sei denn, man betrachtet nur die reinen Verkaufszahlen. Die Mitten haben ein tiefes Loch. Für mich sind sie zu warm und mir fehlt es etwas an Lebendigkeit. Wenn eine hohe musikalische Dichte herrscht, fehlt der klare Durchblick, auch weil der Bass sich wie ein Schleier über alles legt und es den Mitten im unteren Bereich an Präsenz mangelt. Hier und da können die Mitten trotz ihres dunklen Charakters aber funktionieren, vor allem wenn es musikalisch übersichtlicher zur Sache geht. Sie können bei höherer Lautstärke sogar harsch werden. Tonal sind sie aber zu keinem Zeitpunkt wirklich natürlich.

Der Hochton glänzt mit Abwesenheit, zumindest um so höher es wird. Er schafft es jedoch den ASF zeitweise mit Leben zu füllen und stellt auch Details ansprechend heraus. Homogen würde ich ihn allerdings nicht beschreiben und auch im Top-End ist deutlich Luft nach oben. Sibilanten sind nicht die Regel, können jedoch in dafür prädestinierten Songs eine Rolle spielen. Mir fehlt es an Luftigkeit und auch an Transparenz. Alles wirkt etwas gedrückt und gedämpft. Spoileralarm: 5 Treiber mehr im ASX schaffen da auch keine große Abhilfe. Etwas metallisches schwingt ebenso mit. Die Lautstärke hat einen großen Einfluss, wie sauber die Höhen agieren.

Das wirkt sich natürlich auf die Bühne aus. Diese ist erstaunlich komprimiert. Das beeinträchtigt die Separation, da auch die Klarheit in den Mitten fehlt, aber auch das Imaging ist nicht sonderlich vielschichtig aufgebaut. Ein Gefühl von Distanz bekommt man selten und es spielt sich mehr horizontal ab als vertikal oder in der z-Achse (Tiefe).

Outro

Klanglich orientiert sich der ASF mehr am AS10 als am BA10. Will heißen, dass er wärmer und dunkler klingt. Ich weiß gerade nicht so recht, wo ich die Stärken des ASF sehen würde. Irgendwie ist alles so durchschnittlich und uninspiriert. Es fehlt an Klarheit und Präzision. Für mich eignet er sich wenn eher für ruhigere Musik, aber Rock oder vielschichtigere Klänge liegen ihm nicht. Kein IEM zu dem ich persönlich aus irgend einem Grundgreifen würde, aufgrund der massiven Konkurrenz in dem Preissegment.

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

AS06

AS06

ATE

ATE

ED16

ED16

S2

S2

ZS10 Pro

ZS10 Pro

ZS7

ZS7

ZSN PRO X

ZSN PRO X

ZSX

ZSX

AS10

AS10

BA10

BA10

EDX

EDX

Z1

Z1

ZS4

ZS4

ZSA

ZSA

ZSR

ZSR

ASF

ASF

ED12

ED12

ES3

ES3

ZAX

ZAX

ZS5

ZS5

ZSN

ZSN

ZST

ZST

ASX

ASX

ED15

ED15

ES4

ES4

ZS10

ZS10

ZS6

ZS6

ZSN PRO

ZSN PRO

ZST X

ZST X

Second Opinion:

KLOGOWhite.png

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

  • Facebook
  • Instagram