BUDGET
IN-EAR

SSP

MOONDROP

Wertung

Preis

8.1

35 €

Review published:

12/2020

Treiber

1

pro Seite

1

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

16 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

9

Bass

7.5

Mitten

7.5

Höhen

Empfindlichkeit

112 dB

8

Handling

9

Haptik

A

Value

0

Alltag

Frequenzgang

20 - 20000 Hz

Intro

MOONDROP macht genau das, was ich mir von anderen Firmen wünschen würde. Auch wenn der SSP sich nicht grundlegend vom SSR unterscheidet, da er im Grunde nur mit mehr Bassimpakt gesegnet ist, hat der Käufer die Wahl zwischen den beiden Modellen. Andere Firmen würden vielleicht still und heimlich eine überarbeitete Version auf den Markt bringen, ohne dass der Käufer die leiseste Ahnung hat. MOONDROP geht damit auch den wirtschaftlich cleveren Weg und vermarktet ein bestehendes Produkt mit einer recht banalen Anpassung neu, was für Transparenz und auch Diversität sorgt, da der Preis auch der gleiche bleibt und der SSP nicht als weiter, schneller, höher als der SSR vermarktet wird.

Handling

Hier unterscheidet sich der SSP nicht vom SSR. Bis auf einen neuen Anime Charakter ist auch die Verpackung und der Inhalt dasselbe, daher gönne ich mir eine Kopie vom SSR.

>> Der SSP ist aus Metall gefertigt, was ihn zusammen mit seiner minimalistischen Bauform edel und gleichzeitig robust erscheinen lässt. Der Komfort ist ausgezeichnet, vor allem die abstehenden Schallöffnungen finde ich gelungen, was für mich einen angenehmen Sitz im Ohr sowie eine gute Isolation garantiert.

Wenn es um optische Makel geht, ist mir der Übergang von der Faceplatte zum Body etwas zu grob, aber das ist beim STARLIGHT oder KPE auch nicht anders.
Ansonsten finde ich das Design gelungen und vor allem die Kompaktheit ist für einen IEM, welcher über das Ohr getragen wird, sehr gut.

Das Kabel (2-Pin) ist sowohl optisch und auch haptisch passabel und für mich besser als das fummelige und dünne Kabel vom STARLIGHT. Allerdings hätte ich beim SSP eher auf ein Kupferkabel gesetzt. Die mitgelieferten Silikontips sind brauchbar, auch wenn ich beim SSP lieber zu Foamtips greife. Eine kleine Transporttasche befindet sich ebenso im Lieferumfang. <<

Der SSP ist im Vergleich zum SSR in Blau erhältlich und hat eine Pulverlackbeschichtung, was ich noch ein bisschen wertiger finde.

Klang

Wie eingangs erwähnt ist der SSP im Grunde ein SSR mit mehr Bassbetonung. Allerdings hat dies natürlich auch auf die gesamte Signatur eine Auswirkung, da man seltenen den Bass separiert betrachten kann und dieser auf die allgemeine Tonalität Einfluss nimmt.

Der Bass hat mir bereits beim SSR sehr gefallen, da er zwar sehr schlicht erscheint, aber dafür sehr knackig und schnell agiert. Dazu empfand ich ihn nicht als sonderlich blutarm, sondern dezent, aber musikalisch und präzise. Gerade bei elektronischer Musik (zugegebenermaßen mit etwas Equalizernachhilfe) bringt er Spaß und so freute ich mich auf den SSP, da dieser im Grunde genau das i-Tüpfelchen zu bringen schien, was ich mir beim SSR noch wünschte.
Der SSP erfüllt in dem Sinne voll meine Erwartungen, da der Bass nun physischer ist, aber dennoch die Kontrolle beibehält und weit davon entfernt ist, es zu übertreiben oder in seiner Agilität nachzulassen. Trotz des Pegelzuwachses behält sich der SSP die stärken des SSR bei. Top!

Die Mitten erfreuen sich an mehr Körperlichkeit und haben so einen etwas natürlicheren Charakter als der SSR, dennoch sind die tonal recht nah beieinander. Der SSR ist etwas spritziger und hat die besser Auflösung, aber der SSP klingt dafür etwas organischer. Klar geht die Signatur des SSP mehr in die Richtung V (SSR – diffuse-field/neutral), wodurch Stimmen in der Tat etwas zurückgesetzter erscheinen, vor allem männliche.
Oftmals wird über harsche Mitten berichtet, sowohl beim SSR als auch beim SSP, welche ich beiden aber nicht wirklich attestieren kann. Für mich überschreiten sie die imaginäre Schmerzgrenze nie und ich habe keine Probleme in der Durchhörbarkeit, auch bei höherer Lautstärke. Hier macht MOONDROP wirklich einen guten Job, diese im Normalfall nicht leicht zu konsumierende Diffuse-Field-Signatur langzeittauglich zu gestalten.
Hier geht der Punkt sogar leicht an den SSR, da er mir noch ein bisschen mehr Auflösung schenkt, wenn auch vielleicht nur eingebildet.

Im Hochton haben beide IEMs einen linearen Abfall, wobei der SSR um die 6 kHz aber mehr Pegel mitbringt, was sich auch im Klangvergleich bemerkbar macht. Der SSR klingt etwas heller und wirkt transparenter, auch wenn beide IEMs nicht mit einer außerordentlichen Erweiterung glänzen. Im absoluten Hochton herrscht etwas Tristesse und so können beide sicherlich nicht Treble-Head-Ansprüche erfüllen. Der SSP und auch der SSR stellen aber mehr als genügend Informationen im Hochton zur Verfügung, auch wenn dieser manchmal sogar etwas gedämpft erscheint. Hier sehe ich den SSR etwas energischer und damit auch besser aufgestellt, den SSP dafür aber noch sicherer im Tuning, auch wenn hier eine sicherere Fahrweise im Vergleich zum SSR eigentlich nicht von Nöten war.

In der Bühne und im Imaging geht der Punkt an den SSR, da der SSP manchmal etwas gepresster klingt und auch nicht an die Luftigkeit des SSR heran kommt. Dafür gefällt mir seine Intimität ganz gut, auch wenn ich Stimmen gerne etwas mehr in den Vordergrund heben würde. Hier liegen nicht wirklich die Stärken des SSP und so ist er in diesem Bereich eher guter Durchschnitt.

Outro

Ich muss gestehen, dass ich sowohl den SSR als auch den SSP für klanglich sehr ansprechende Produkte halte und ihnen eine Einzigartigkeit in dem Preissegment attestieren kann. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack und eventuell auch mit einer kleinen Eingewöhnungsphase verbunden, aber Moondrop liefert mit den zwei Modellen ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der SSP ist ein IEM, der den SSR im Grunde mehr zu einen Mainstream-IEM transformiert, ohne aber dessen Grundcharakteristik zu verlieren.
Der Kunde hat nun also die Wahl und kann je nach seinen persönlichen Präferenzen eine Entscheidung treffen. Klanglich ist der SSR für meinen Geschmack der Neutralere und auch Spritzigere, der SSP ist dafür der Emotionalere und etwas Natürlichere der beiden. Aufgrund der etwas besseren Durchhörbarkeit sehe ich den SSP leicht vorne, allerdings haben beide zum Teil Nachholbedarf im Mittenbereich und in der Hochtonerweiterung.

https://shenzhenaudio.com/products/moondrop-ssp-super-spaceship-pulse-beryllium-plated-dome-diaphragm-dynamic-driver-in-ear-earphone

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

SSP

SSP

SSR

SSR

STARFIELD

STARFIELD

BLESSING 2

BLESSING 2

KANAS PRO

KANAS PRO

S8

S8

Second Opinion:

KLOGOWhite.png

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

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