BUDGET
IN-EAR

P3

NICEHCK

Wertung

Preis

7

40 €

Review published:

02/2019

Treiber

3

pro Seite

1

Dynamisch

2

Balanced

Widerstand

12 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

7

Bass

6

Mitten

7

Höhen

Empfindlichkeit

106 dB

6.7

Handling

8

Haptik

C

Value

+

Alltag

Frequenzgang

20 - 40000 Hz

Intro

NICEHCK hat mittlerweile eine ziemlich breite Produktpalette aus eigenem Hause (OEM). Auch an Treibervariationen gibt es einiges. Dabei ist es beachtlich welche Trefferrate NICEHCK im positiven Sinne mit ihren OEM-IEMs hinlegt. Leider scheint die Rechnung bei den P3 nicht ganz aufzugehen, da dieser zwar nicht schlecht ist und sicherlich ganz gut performt, allerdings für seine Performance etwas zu teuer ist und klanglich nicht in allen Belangen überzeugen kann. Der P3 ist ein Hybrid, bestehend aus einem dynamischen Treiber und zwei Balanced Armature Treibern.

Handling

Die P3 liegen sehr ergonomisch in der Ohrmuschel und lassen sich äußerst angenehm Tragen, wo auch ihr geringes Gewicht dazu beiträgt. Die Schallöffnungen sind aus Metall und bringen etwas Wertigkeit in das Gehäuse, welches ansonsten aus Plastik besteht, farblich aber eine schöne Struktur aufweist.

Die Haptik des Kabels ist sehr angenehm und macht einen sehr robusten Eindruck. Es ist einfach geflochten, hat verstärkte Ohrbügel und ist mit glatten und geschmeidigem PVC überzogen.
Die Isolation ist durchschnittlich und wer seine Mitmenschen mag, sollte es mit der Lautstärke nicht allzu sehr übertreiben.

Klang

Der P3 ist technisch zwar anspruchsvoll mit seiner Konfiguration, allerdings klingt alles etwas dumpf und langweilig.

Der Bass ist sehr soft und eher zuvorkommend als forsch. Der Sub-Bass rollt schnell ab, der Mittenbass rutsch in die Mitten und klingt bisweilen etwas aufgebläht. Das hat größtenteils mit der Geschwindigkeit des dynamischen Treibers zu tun, welcher recht träge ist. Dennoch ist er ausreichend für viele Genres und weist auch eine solide Textur auf. Manchmal habe ich jedoch das Gefühl, dass er nicht immer akkurat und sauber agiert. Es gibt sicherlich In-Ears, die im Bassbereich das Trommelfell härter attackieren und für mehr Spaß sorgen. Aber das ist nun auch nicht jedermanns Sache und so wird es sicherlich einige geben die mit dem Bass des P3 sehr zufrieden sind und seine weiche, entspannte Art schätzen.

Die Mitten sind im unteren Bereich durch den Mittenbass etwas schwammig, getrübt und zu warm. Nach oben hin klaren sie aber recht schnell auf und können dort mehr Energie versprühen. Allerdings klingen Stimmen distanzierter und hohler als sie sollten. Sie neigen so gut wie nie zu Aggressivität und sorgen für ein entspanntes Hörerlebnis. Dennoch fehlt es ihnen an Lebendigkeit, an Auflösung und Klarheit. Sie bleiben sozusagen immer auf der sicheren Seite, ohne auch mal etwas zu wagen und dadurch auch aufregender zu werden.

Die Höhen wagen ebenso nicht viel, sondern sind wie der perfekte Schwiegersohn. Nach obenhin zu brav und etwas Charakterlos, gehen sie in den tieferen Höhen aber mehr voran und können in dem Bereich auch am meisten überzeugen. Keine Sibilanten werden betont und es gibt auch keine spitzen Peaks. Die Höhen surfen auf der Welle der Entspanntheit, ohne aber das rettende Ufer je aus den Augen zu verlieren. Hier trifft das Sprichwort “weniger ist mehr“ im umgekehrten Sinne zu. Mehr Luftigkeit und Detailreichtum würden ihnen gut zu Gesicht stehen.

Was aber durchaus positiv heraussticht ist die Bühne, auch wenn es an der Separation mangelt. Diese ist weit und bildet einen angenehmen Raum ab, der nicht zu intim wirkt, allerdings funktioniert die Bildgebung nicht wirklich gut.

Outro

Der P3 ist brav, ja meist zu brav, denn er versteckt sich so ein bisschen hinter seinem Potenzial. Hier hätte man sicherlich noch einmal die Tuningschraube ansetzen können und für mehr Klarheit im Klangbild sorgen können. Das kann man sicherlich auch mit einem Equalizer, aber das ist ein anderes Thema und soll hier nicht behandelt werden. Technisch und auch von der Herstellung ist der P3 ein guter In-Ear und wer einen entspannten, nicht ermüdenden Klang bevorzugt und eh Probleme mit zu energischen Mitten und Höhen hat, ist hier richtig. Funktionieren kann der P3 mit vielen Genres, allerdings fehlt ihm für Rock einfach der Punk im Klang. Wer 90% Guns’n Roses, Foo Fighters, Nirvana oder The Rolling Stones in seiner Playlist hat, sollte zu etwas anderem greifen!

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg
BRO

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EP35

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DB3

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P3

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EB2

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EP10

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Zweite Meinung:

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