BUDGET
IN-EAR

E11C

SOUNDMAGIC

Wertung

Preis

8.2

40 €

Review published:

03/2019

Treiber

1

pro Seite

1

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

42 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8

Bass

8.5

Mitten

8

Höhen

Empfindlichkeit

112 dB

8.2

Handling

8

Haptik

A

Value

+

Alltag

Frequenzgang

15 - 22000 Hz

Intro

HEADTEK versorgt mich in regelmäßigen Abständen mit In-Ears, die ich mir zu Rezensionszwecken leihen darf. Diesmal ist es der E11 von SoundMagic geworden, welcher der direkte Nachfolger des E10 ist und mit Lobpreisungen überhäuft wird, wenn man dabei den Preis mit einbezieht. Mal gucken was da wirklich dran ist!
Vorweg: Unter dem Strich ist der E11 ein audiophiler Allrounder, der klanglich überzeugt, jedoch im Handling nachbessern muss.

https://headtek.de/de/soundmagic-e11-premium-in-ear-kopfhoerer.html

Handling

Pappverpackung, In-Ear und drei Silikonaufsätze. Finito, das war‘s. Auch man hier mit einem Kampfpreis argumentiert, bekomm ich das auch schon für 5 €. Denn der E11 möchte in seiner Preisklasse ein Premiumprodukt sein, was er klanglich auch eindrucksvoll unter Beweis, aber vielleicht wären in dem Zuge noch ein Paar Foramtips ein nettes Extra.

Der E11 ist kabelgebunden und er ist mit Mikrophon, ohne, oder gar mit USB-C-Anschluss verfügbar.
Das Kabel ist zwar verdrillt und mit einem stabilen Gummimantel umzogen, wirkt aber etwas fummelig und steif. Man hat immer eine Telefonleitung und wird es nie ganz gerade aushängen können. Dazu ist die Fernbedienung etwas unzweckmäßig. Es dauert bis man den richtigen Knopf (3) erwischt, da diese sich nur durch kleine Erhebungen unterscheiden lassen und selbst dann ist es noch nicht garantiert, dass die richtige Funktion ausgeführt wird. Bei meinem Model war es zum Beispiel so, dass ich die Musik stehts lauter gemacht habe, anstatt weiter geschaltet. Will heißen, dass ich die mittlere Taste mit Doppelklick betätigen möchte, aber anscheinend die obere Taste erwische, obwohl ich rein positionstechnisch mit dem Finger richtig liege.

Dadurch das der E11 kabelgebunden ist, ist die Gefahr des Kabelbruches und damit des kompletten Funktionsverlust erhöht. Der Hörer an sich ist aber sehr solide verarbeiten und weißt keine Mängel auf. Dennoch bin ich der Meinung das man Beim haptischen und äußerlichen Eindruck am falschen Ende gespart hat.

Klang

Wenn man im Internet nach Meinungen zum E11 stöbert, hat man manchmal unweigerlich das Gefühl eine gekaufte Rezension vor sich zu haben (selbiges war auch schon beim E10 der Fall), denn so wohlwollend fallen diese zum Teil aus. Ab und an werden auch Vergleiche mit Modellen bis zu 1000€ heran gezogen. Soweit würde ich kei­nes­falls gehen, denn so gut der E11 auch wirklich ist und so viel Konsumenten er auch anspricht, so kann er doch nicht jedem Vergleich stand halten.

Der Bass macht für meinen Geschmack fast alles richtig. Er konzentriert sich mehr auf den Subbass, wo er im Vergleich zum Oberbass fast gute 6 dB unterschied aufweist. Das führt dazu, dass wir einen ordentlichen Schlag und spürbares Rumpeln bekommen, aber er die Signatur nicht dominiert, oder zu stark die Mitten beeinflusst. Der Bass trägt somit nie zu dick auf, kann aber bei Hip-Hop, oder Elektro richtig zuschlagen. Er hat eine gute Ansprache, sowie Geschwindigkeit und weißt eine ansprechende Textur auf. Dazu klingt er verdammt natürlich und detailliert. Solches Verhalten kenne ich zum Beispiel auch vom Moondrop Kanas Pro, Fender NINE, oder SONY MH775. Das sind alles In-Ears die sich an der HARMAN-Kurve orientieren, welche durch viele Hörtests ermittelt, sowie angepasst wurde und so für eine breite Masse als besonders gut, oder angenehm empfunden wird. Für meinen Geschmack könnte der Mittenbasskick noch etwas mehr herausstechen, was zum Beispiel beim Rock noch etwas mehr Punch erzeugen würde. Aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau.

Die Mitten empfinde ich als sehr linear, mit einer kleinen Erhebung bei 2kHz. Wir bekommen hier aber nicht den meist gewohnten, kontinuierlichen Anstieg bis 5 kHz mit folgendem Abfall, sondern einen weiteren Pegelabfall nach 2 kHz und folgendem kontinuierlichen Anstieg bis 9 kHz. Das sorgt in meiner Wahrnehmung dafür, dass die Mitten anfangs flacher, sowie heller wirken und einem nicht direkt in Gesicht springen. Sie klingen jedoch weit weg von langweilig, aber es erfordert eine kurze Eingewöhnung. Dennoch würden im besagten Bereich ein paar dB mehr gut tun, um für etwas mehr Klarheit und Präsenz der Stimmen zu sorgen.
So sind die Mitten sehr entspannt mit einer angenehmen Wärme, aber eben nicht ganz so emotional, wie sie zum Beispiel vom Kanas Pro interpretiert werden. Transparenz und Separation ist jedoch herausragend gelungen, ebenso die Auflösung. Festzuhalten bleibt: keine gewöhnlichen Mitten, aber eine sehr interessante Abstimmung, welche nicht unnatürlich klingt.

Die Höhen haben schon einen ordentlichen Schub um die 9 kHz bekommen und ich bin überrascht, dass es hier zu keinen unangenehmen Peaks, oder zur Sibilantenbetonung kommt. Klar haben wir hier “nur“ einen dynamischen Treiber und diese Probleme sind meist den BA-Treiber zuzuschreiben, dennoch finde ich es beeindruckend. Nur in den seltensten Fällen wird es im Hochton etwas anstrengend. Auch hier muss man natürlich sagen, dass sich Klangeigenschaften nicht immer direkt vom gemessenen Graphen ableiten lassen, denn da spielen noch viele andere Faktoren mit rein. Dennoch kann so ein Graph eine Tendenz vorgeben.
Was nach dem Hörempfinden bleibt, ist ein wirklich pegelfesten Hochton, mit sehr guter Detailwiedergabe und Erweiterung. Sie klingen luftig und hell, wohl auch bedingt durch die etwas schüchternen Mitten (das ist keine Abwertung, denn die Mitten lassen wirklich nichts missen, sie sind nur nicht so lebendig und voran gehend). Je nach Tagesform, habe ich aber manchmal leichte Müdigkeitserscheinungen, wenn ich mich zum Beispiel ausschließlich im Rockbereich bewege, wo mir die Höhen auf Dauer doch ein bisschen zu hell sind.

Die Bühne lässt Stimmen etwas intim erscheinen, aber die Instrumentalisierung drum herum ist sehr gut aufgefächert und dreidimensional dargestellt. Dazu kommen auch Mikrodetails immer wieder sehr gut zu Geltung. Überlagerung ist auch ein Fremdwort für den E11.

Outro

Was macht der E11 gut? Definitiv die Bassdarstellung, die entspannten, aber gut separierten und detaillierten Mitten, sowie die luftigen Höhen mit klasse Erweiterung. Der E11 fühlt sich zudem in jedem Genre zu Hause und kann mit seinen Klangeigenschaften eine breite Masse ansprechen!

Was würde ich mir anders wünschen? Die Mitten erscheinen mir manchmal zu brav, fast sogar stumpf, hier darf gerne noch etwas mehr Pegel sein um für Klarheit und Lebendigkeit zu sorgen. Der Mittenbass könnte dazu ein tick knackiger zuschlagen.
Klar versucht SoundMagic beim E11 im Verkauf unter 50 € zu bleiben, was ihn in dem Bereich zu einer uneingeschränkten Kaufempfehlung macht, allerdings wurde zu sehr am Zubehör und am Kabel gespart.
Freuen wir uns darauf, ob ein möglicher E12 hier noch einmal nachbessern und so SoundMagic den perfekten In-Ear unter 50€ herausbringen kann. Das Potenzial ist da!

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

E11C

E11C

Second Opinion:

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CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

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