BUDGET
IN-EAR

BLUES

TANCHJIM

Wertung

Preis

8.3

75 €

Review published:

07/2020

Hifigo.jpg
Company.png

Treiber

1

pro Seite

1

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

16 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8

Bass

8.5

Mitten

8.5

Höhen

Empfindlichkeit

109 dB

8.3

Handling

8

Haptik

B

Value

0

Alltag

Frequenzgang

10 - 40000 Hz

Intro

TANCHJIM hat mit dem OXYGEN einen Volltreffer gelandet und möchte nun mit dem BLUES ihr Portfolio mit einem IEM unter 100 € erweitern, wo bislang nur der CORA alleiniges Zugpferd war. Der CORA ist dabei der spaßige V-Signaturler, dessen Klang schnell von einer breiten Masse Akzeptanz findet. Der BLUES hingegen, geht mehr in die Richtung Nischenprodukt und möchte mit seiner hellen, und neutraleren Abstimmung mehr die audiophilen Ansprüche zufrieden stellen, solang man eine hellere Ausrichtung auch präferiert.

Für mich ist der BLUES ein technisch potenter IEM, der mich auch klanglich abholt.

Handling

Der TANCHJIM BLUES ist einer der kompaktesten In-Ears, welche über das Ohr getragen werden, die ich kenne. Das Gehäuse ist auch durch seine runde Form ein Garant für ein exzellentes Tragegefühl unabhängig von der Ohrform und -größe.
Beim Material wird auf eine Mischung aus Metall und Plastik gesetzt, was dem BLUES durch die poliere Oberfläche ein wertiges Aussehen verleiht, auch wenn man im Vergleich zum HANA, oder OXYGEN klar einen Qualitätsunterschied merkt. Dennoch lässt sich der BLUES als leicht, komfortabel und recht robust beschreiben. Der BLUES ist in blau und grau erhältlich.

Das Kabel ist leider nicht abnehmbar, was natürlich immer die Gefahr birgt, bei Kabelbruch gleich den ganzen Kopfhörer zu verlieren. Wenn man es positiv sehen will, möchte der Hersteller nicht, dass wir mit 3rd-Pary-Kabeln den Klang verfälschen (auch wenn die Kabelthematik und deren Klangeinfluss durchaus kontrovers diskutiert werden kann), aber für mich ist es mehr oder weniger eine Budget-Frage und vielleicht auch technisch, durch das geringe Platzangebot am Gehäuse, nicht so einfach umzusetzen.
Das ist sicherlich ein Abzug in der B-Note, aber für mich muss es nicht immer ein austauschbares Kabel sein. So braucht man nicht darüber streiten welche Verbindung nun die bessere ist (2-Pin, MMCX etc.) und damit verbunden lässt sich auch eine Fehlerquelle vermeiden, wie zum Beispiel ein schlechter Kontakt, oder unzureichender Halt.
Mich stören hier eher die beigelegten Gummiüberzüge, in welche man das Kabel legen kann und damit einen sichereren Halt über dem Ohr erreichen soll. Diese Gummiversteifung nimmt das Kabel aber nicht sonderlich gut auf. Hier hätte eine engere und steifere Öffnung wählen sollen.
Dennoch lässt sich das Kabel ab dem Y-Split mit einem Slipper justieren, was für einen besseren Halt sorgt.

In Lieferumfang befinden sich noch eine Reihe an Silikontips mit unterschiedlicher Öffnungsgröße und ein Stoff-Täschchen. Das Verpackungsdesign ist zudem ganz nett mit seinem Retro-Look.

TANCHJIM macht sich nicht unbedingt einen Namen mit einer herausragenden Isolierung. Außengeräusche dringen stets in Innere, auch bei laufender Musik, es sei denn man möchte sich schon mit 30 an einem Hörgerät erfreuen. Das lässt einem aber wiederum auch die Möglichkeit, begrenzt an der Außenwelt teilnehmen, was für Sicherheit sorgen kann!

Klang

Der BLUES kommt mit einer unerwartet neutralen Signatur daher und bildet so das Pendant um CORA. Das wird vielleicht nicht jeden in seinen Bann ziehen, ist aber eine erfreuliche Budget-Alternative für anspruchsvollere Musikliebhaber, die auf eine balancierte und hellere Abstimmung mit sehr guten technischen Eigenschaften setzten.

Der Bass fokussiert sich klar auf den Mitten-Bass und taucht im Sub-Bass recht schnell ab. Dennoch kann er noch genügend Impact beisteuern, sodass auch elektronische Musik, oder Hip-Hop kein blutarmes Hörerlebnis wird. Er agiert schnell, ist recht punchig und linear zu den Mitten hin, abgesehen vom Sub-Bass-Drop. Wer auf geschmeidigen, schnellen und präzisen Bass steht, wird sich am BLUES erfreuen. Mir ist es manchmal doch ein bisschen zu wenig, aber an der Bass-Qualität wird’s beim BLUES nicht scheitern.

Da wo der OXYGEN in der Frequenzantwort optisch abtaucht, positioniert sich der BLUES mit klaren Peaks (2-3 kHz und um die 6 kHZ). Das ist auch zu hören, allerdings bleiben die vermuteten negativen Begleiterscheinungen weitestgehend aus. Der OXYGEN wirkt zwar ausgeglichener und weicher in den Mitten, aber auch dem BLUES ist das TANCHJIM-Gen anzumerken. Die Mitten sind etwas fordernder und bissiger, aber übertreten damit keine Grenze, wodurch sie für mich auch auf längere Hördauer keine Probleme bereiten. Ebenso klingen sie etwas heller als beim OXYGEN, ohne aber ins unnatürliche abzurutschen. Ich finde die Mitten sehr räumlich und auch wenn der Bass nicht sonderlich autoritär ist, haben sie für mich noch genügend Körper und Wärme, sodass es nicht steril wird. Wer jedoch kraftvolle, dicke und warme Mitten sucht wird beim BLUES nicht fündig. Hier wird man eher mit Klarheit und Transparenz beschenkt. Mir ist es manchmal allerdings ein bisschen zu dünn, wodurch Emotionen verloren gehen können.

Die Höhen sind recht ähnlich zum OXYGEN, trotz des 6 kHz Peaks. Auch hier merkt man die Firmenangehörigkeit. Sie sind reich an Details, offen und haben auch eine leichte Brillanz im Hochton, ohne allerdings absolute Freunde der höchsten Frequenzen in Hitzewallungen zu versetzen. Sie sind etwas betonter in den Sibilanten und in den seltensten Fällen ein bisschen heißer als beim OXYGEN, aber für mich noch absolut tolerierbar. Sie klingen dafür etwas technischer und nicht mehr ganz so organisch, aber das ist konstruktive Kritik auf hohem Niveau. Ich kann verstehen, wenn der BLUES manchen etwas zu hell und weniger musikalisch erscheint, aber für manche Genres kann dies auch genau der gesuchte Kick sein, generell wenn man es ein bisschen analytischer mag, ohne aber direkt eine Doktorarbeit darüber schreiben zu wollen.

Auch beim BLUES überzeugt mich, wie zuvor auch schon beim OXYGEN, die Bühne. Da generell eine hellere Signatur die Bühne meist räumlich, separiert und weit erscheinen lässt, treffen diese Eigenschaften auch durch den technisch potenten Treiber auf den BLUES zu. In der Tiefe ist der OXYGEN besser aufgestellt, aber im Panoramabild und auf der Y-Achse, nehmen sich die beiden nicht allzu viel..

Outro

Mit 75 € fällt der BLUES nicht in die absolute Budgetklasse und der Kauf will gut überlegt sein, da der BLUES mit seinem Tuning sicherlich nicht die breite Masse anspricht. Wer eine günstige Alternative zum OXYGEN sucht, was die technischen Eigenschaften betrifft und sich mit der hellen, aber nicht unangehnem werdenen Signatur anfreunden kann, sollte mal einen Blick riskieren. Dazu kommt exzellenter Tragekomfort und eine robustes Design. Nur das feste Kabel bleibt ein kleiner Wermutstropfen.

Danke an OARDIO für die Rezensions-Unit.
https://www.oardio.com/earphones/tanchjim/tanchjim-blues-iem-earphones-151.html

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

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BLUES

BLUES

HANA

HANA

OXYGEN

OXYGEN

Zweite Meinung:

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