BUDGET
IN-EAR

Version

5.1

Batterie

4 h

Reichweite

13 m

T2000

TIN HIFI

Wertung

Preis

7

90 €

Review published:

07/2020

Company.png

Treiber

2

pro Seite

2

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

21 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

7

Bass

7.5

Mitten

7

Höhen

Empfindlichkeit

103 dB

7.2

Handling

6.5

Haptik

C

Value

-

Alltag

Frequenzgang

n/a

Intro

TIN HIFI ist nun auch im Trend der Zeit angekommen und veröffentlicht ihren ersten TWS In-Ear, der erfreulicher Weise sogar über Kabel betrieben werden kann, wie zum Beispiel auch schon beim BGVP Q2 gesehen. Mit der dual-dynamischen Konfiguration und sicherlich auch durch die Namensgebung, lässt sich der T2000 in die T2-Familie einordnen. Ob dies aber auch klanglich der Fall ist, abgesehen von der neuen Treibermembran, wird sich zeigen.

Handling

>> We've improved upon our own high standards of manufacturing from the T-series in ear monitors. Our team has worked tirelessly to guarantee the finest build quality to make sure your T2000 is durable for any terrain and long-lasting. <<

Das sich eure Techniker die Nächte um die Ohren geschlagen haben um den T2000 zu einem kleinen technischen „Meisterwerk“ zu formen glaube ich euch sogar. Die Frage ist nur auf was hätte man lieber den Fokus legen sollen. Der Realtek-Chip ist sicherlich nicht das Maß der Dinge und wir bekommen nur SBC und AAC geboten. Dafür aber eine geringe Latenz, was sich bei Filmen durchaus positiv bemerkbar macht! Manchmal verhaspelt sich der Chip aber auch, sodass es zu Timingfehlern kommt.
Das UV-Sterilisationssystem ist sicherlich eine Neuheit, aber die Frage ist nur wie nützlich das Feature wirklich ist. Das dadurch Bakterien eliminiert werden kann durchaus sein, ist aber wohl eher ein Marketing-Ding und auch wenn ich nicht unterstellen möchte, dass das Feature erst sehr spät in der Entwicklungsphase integriert wurde um auf die aktuelle Welt-Situation Bezug zu nehmen, so ist und bleibt es für mich nur ein Gimmik.

Die Übertragungsreichweite ist mit knapp über 10 Meter nicht besonders groß, allerdings ist sie innerhalb der Range bedingungslos stabil. Die Haltbarkeit der Batterie ist okey und hat bei meinen Test (moderate Lautstärke) ohne Probleme über 4 Stunden gehalten. Das Case hält auch noch einmal gute 4 Ladungen bereit.
Ebenso funktioniert die Verbindung einwandfrei und ich begrüße sehr die haptischen Druckknöpfe, anstatt einer Touchbedienung. Allerdings muss man doch recht kräftig zudrücken, wodurch man den Ohrhörer mehr ins Ohr schiebt und somit kurzzeitig den Klang verändert.
Damit kommen wir auch schon zum größten Thema, was den T2000 nicht unbedingt unzählige Awards einbringen wird. Ergonomie, Sitzkomfort und damit verbunden eine sehr starke Klangabhängigkeit. Was will ich mit einem Panzer, vollgestopft mit “High-End“-Technik, wenn ich in keine Parklücke komme.
Hier ist erstaunlich viel schief gelaufen, was ich von TIN HIFI so nicht erwartet hätte. Die Schallöffnungen sind zu kurz, oval und groß. Zwar passen die gängigen Tip-Größen, aber sie werden durch die ovale Form unweigerlich mit verformt, was sich auf den sicheren Sitz auswirkten kann.
Ich finde es zwar toll, dass ich mir aussuchen kann, ob ich den T2000 über Bluetooth, oder Kabel betreiben möchte, allerdings stehen die Kabelanschlüsse zu weit heraus, was mich daran hindert den T2000 tiefer ins Ohr zu bekommen, abgesehen von den zu kurzen und nicht ergonomisch angewinkelten Schallöffnungen. Ebenso sperrt das Gehäuse generell ein bisschen.
Ich glaub ich muss mit meinen Elefantenohren das erste Mal die weiße Flagge hissen. Der T2000 scheint besser mit kleineren Exemplaren zu funktionieren.

Der T2000 kommt mit 2 Paaren Douple-Flange Tips und 3 Größen an Silikontips. Die Silikontips kann ich komplett vergessen, da ich nicht auf den Klang eines antiken Telefons stehe. Die Doupe-Flange-Tips bieten allerdings auch nicht die gewünschte Abschirmung. So muss ich zu etwas längeren und festeren Foam-Tips aus meiner eigenen Kollektion greifen, um überhaupt den Klang einigermaßen objektiv bewerten zu können und auch etwas Bass abzubekommen.

Die Isolation ist ganz gut, allerdings ist hier keine komplette Abschirmung zu erwarten, erst recht nicht, wenn man mit dem Sitz solch Probleme hat wie ich. Zugegebenermaßen ist dieser schlussendlich mit den Foam-Tips nicht schlecht, aber es ist ein langer Weg dahin und vor allem hab ich beim Tragen nicht das sicherste Gefühl.

Das mitgelieferte Kabel (der T2000 wird straight nach unten getragen), ist seit dem T3 wieder einen Schritt zurück, aber erfüllt seinen Zweck und ist sicherlich nicht das schlechteste, auch haptisch.

Bitte beachtet, dass es sich hier um meine Alltagserfahrungen handelt und diese in der "schlechten" Form nicht bei euch zutreffen müssen.

Klang

Aber gut, dass wir mit In-Ears mal mehr, mal weniger Glück haben, was einen guten Sitz anbelangt ist nichts Neues und für jeden eine ganz individuelle Erfahrung. Irgendwie bekommt man es dann doch meist hin, also konzentrieren wir uns nun auf den Klang.
Das Ernüchternde, dieser ist ebenso für mich ein Schritt in die falsche Richtung und so langsam frage ich mich, was TIN HIFI in ihrem Kämmerlein so vor sich hin gewerkelt hat. Vor allem die Höhen bereiten mir etwas Probleme. Klar ist es wichtig sich als Firma auch weiter zu entwickeln, mit neuen Technologien zu experimentieren und zu implementieren. Der T2000 ist klanglich keine Katastrophe. Im Gegenteil, er hat durchaus was zu bieten, nur kann die Qualität leider nicht über die gesamte Bandbreite gehalten werden.

Der T2000 hat zwei Nitinol (Nickel-Titan-Legierung) Dynamic Diaphragm Treiber (8mm & 9mm) für die Klangerzeugung zur Verfügung. Ich vermute, dass sich die beiden Treiber nicht ganz so strikt im Frequenzbereich abtrennen lassen, sondern beide mehr oder weniger auch im Mittenbereich aktiv sind. Der Bass ist solide. Er hat einen spaßigen Punch, was man von TIN HIFI ehr weniger gewohnt ist, ist aber nicht der präziseste, oder akkurateste seine Gattung. Dafür entwickelt er im Tiefbass einen angenehmen Druck (bei guter Abdichtung), was dem Bass in der Signatur eine ansprechende Gewichtung gibt und ein Novum bei TIN HIFI darstellt. Eine so klare V-Signatur, die den Bass und die Höhen in dem Maße betont gab es bei dieser Firma bisher noch nicht. Macht einigermaßen Spaß, zumindest was den Bass betrifft, aber auch mit der Quantität des T2000, kann man den Bass weniger boomig und mehr definierter präsentieren. Der Boden wird nicht sauberer um so länger man ihn wischt, man muss halt auch in die Ecken kommen. Quantität siegt hier deutlich über Qualität.

Die Mitten sind eigentlich der Lichtblick beim T2000, werden aber von unten und oben so sehr beeinflusst, dass sie nur selten ihre Klasse präsentieren können. Sie werden sowohl vom Bass aufgedickt, als auch von den Höhen, überschattet. Ebenso werden sie in diesem Zusammenhang, wie zu erwarten, etwas zurück gedrängt, wodurch Stimmen (vor allem Männer) keine besondere Strahlkraft haben, aber dennoch die erträglicheren von beiden Geschlechtern sind. Ihnen fehlt zudem etwas die Transparenz, die man zum Beispiel vom P1, oder T4 kennt. Ich gebe zu, dass sich der T2000 vielleicht nicht an ein Publikum richtet, die sonderlich neutral ihre Musik konsumieren möchten, dennoch ist der T2000 laut Marketing sehr deutlich an Audiophile gerichtet, was der T2000 meines Erachtens nicht, oder wenn nur bedingt bedienen kann. Wie auch zum Bass, lässt sich zu den Mitten sagen: solide, aber stark songabhängig, mit Licht und Schatten.

Die Höhen sind nun leider der Spielverderber was die Durchhörbarkeit angeht und das, obwohl diese bereits von TIN HIFI einmal überarbeitet wurden und was dem T2000 das Prädikat „GUT“ kostet. Sie sind zwar nicht mehr in dem Ausmaß aufgebauscht, wie bei der Testkaninchenversion, welche ich vor der finalen Version zum Testen bekommen habe, aber immer noch sibilant, und unangenehm spitz. Es gibt Aufnahmen, wo dies nicht allzu sehr auffällt, aber oftmals bei vocallastiger Musik (Sibilanten), Female-Pop (spitz), oder Rockmusik (Peaks) sind sie manchmal wirklich ein Stresstest. An sich sind sie recht detailliert und haben auch eine ansprechende Erweiterung, aber eben diese nimmt auch dem T2000 in der Form die Natürlichkeit und es driftet ins Künstliche ab. Hier ist immer noch Re-Tuning angesagt und Erinnerungen an den T2 Pro werden wach. Ich verstehe nicht warum TIN HIFI nicht mehr auf die Empfehlungen der Rezensenten eingegangen ist, aber ich vermute auch, das die technischen Eigenschaften der Treiber nicht viel mehr zulassen. TIN HIFI hat lediglich den Peak um die 12 kHz um 5 dB gesenkt, sowie den Bereich zwischen 2 und 3 kHz abgemildert, mehr aber auch nicht.

Die Bühne kann denn T2000 noch ein bisschen retten, da diese sowohl in Weite und Tiefe ganz gut aufgestellt ist, wobei ersteres stärker ausgeprägt ist und in der Vertikalen ein paar Schwächen bestehen. Aber sie ist nicht sonderlich Konstant und kann je nach musikalischen Inhalt auch etwas eingedämmt wirken.

Outro

Der T2000 enttäuscht sicherlich nicht auf ganzer Linie, kann aber auch nicht meinen Erwartungen gerecht werden. Die offensichtlichen Schwächen im Handling muss ich hier nicht noch einmal erwähnen. Lieber möchte ich mit auf dem Weg geben, dass der T2000 gewiss auch seine positiven klanglichen Aspekte, vor allem in den Mitten hat (obwohl ich bei der neuen Treibermembran keine klaren Vorteile erkenne), diese aber sehr quellen- und songabhängig sind und daher die Allrounder-Qualitäten abhanden gehen. Zudem kommt die Orientierung weg von einer neutraleren, hin zu einer recht ausgeprägten V-, oder W-Signatur. Der T2000 lässt Homogenität und Natürlichkeit missen und kann sich in keinem Bereich wirklich profilieren, da die Treiber auch mehr gegeneinander als miteinander spielen. Somit ist der T2000 ein solider TWS, aber auch eine der schwächeren, wenn nicht die schwächste Neuerscheinung von TIN HIFI in den letzten Jahren. Durchschnittlich und bestimmt nicht unbedingt der Anspruch, wenn man die letzten Veröffentlichungen der Firma zur Rate zieht. Hoffen wir, dass der T2 Plus den Karren wieder aus dem Dreck zieht.

https://www.indiegogo.com/projects/tinhifi-t2000-dual-dynamic-hi-fi-wireless-wired/x/23578898#/

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg
T2

T2

T3

T3

T2 PLUS

T2 PLUS

T4

T4

T2 PRO

T2 PRO

T515

T515

T2000

T2000

P1

P1

Zweite Meinung:

KLOGOWhite.png
  • Facebook
  • Instagram

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn