BUDGET
IN-EAR

T4

TIN HIFI

Wertung

Preis

8.7

90 €

Review published:

11/2019

Hifigo.jpg
Company.png

Treiber

1

pro Seite

1

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

32 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8.5

Bass

8.5

Mitten

8.5

Höhen

Empfindlichkeit

102 dB

8.5

Handling

9

Haptik

A

Value

+

Alltag

Frequenzgang

10 - 20000 Hz

Intro

Der TIN HIFIT4 ist der In-Ear, welcher der T2 Pro hätte sein können und der T3 hätte sein müssen. So hat es nun ein bisschen gedauert, bis ein würdiger Nachfolger des beliebten T2 herausgekommen ist. Der T4 ist eine perfekte Symbiose des T2 und dem T3 und vereint beide Vorteile perfekt, ohne dessen Nachteile zu reproduzieren. Das Ganze schafft er mit einem dynamischen Treiber, welcher aber nahezu perfekt mit den gegebenen Möglichkeiten eines einzelnen Treibers abgestimmt ist.

Handling

Um zu erkennen, dass der T4 zur T-Produktlinie von TIN HIFI gehört ist, reicht ein kurzer Blick. Die bewerte Gehäusebauform des T2, T2 Pro und T3 findet auch beim T4 Verwendung. Als optischer Hingucker hat der T4 feine Lamellen, die an eine Turbine erinnern, wodurch er sich etwas von seinen Verwandten abhebt. Auch ist das Metall nicht matt, sondern poliert, der Rest bleibt gleich.

Beim Kabel verlässt sich TIN HIFI nicht auf bewehrtes, sondern geht mit seinen Modellen gerne beständig andere Wege. Das Kabel des T3 war schon wirklich ein Hingucker, sowohl haptisch, optisch, aber auch on der Verarbeitung.
Mit dem T4 bekommen wir ein Kabel, was NICEHCK oftmals gerne seinen MMCK-IN-Ears beigelegt hat.
Es hat “nur“ 2 Kerne, welche aber einen ordentlichen Durchmesser haben und versilbert sind. Es hat eine gummierte Ummantelung, welche sich nicht ganz so glatt und geschmeidig anfühlt, wie bei den vorherigen Modellen. Dennoch Trägt es sich sehr komfortabel und neigt nicht wirklich zum verknoten.
Apropos Komfort, hier macht man dem T4 nichts vor, wenn man auch auf die richtigen Tips setzt.
In dem Zusammenhang lässt sich auch die Isolierung beeinflussen, welche bei den mitgelieferten Foamtips sehr gut ist.
Das Transportcase ist ebenso ein kleines Highlight. Es erinnert eher an ein Schmuckkästchen, welches mit Leder umhüllt ist und ein weiches Inlay hat. TIN HIFI weiß wie sie ihre Kunden mit dem Zubehör ein lächeln aufs Gesicht zaubern können, so auch beim T4.

Klang

Kommen wir zum eigentlichen Thema: Der T4 hat mich klanglich wirklich gepackt und stellt für mich bisher den ausgereiftesten In-Ear von TIN HIFI dar, den P1 klammere ich hier mal bewusst aus, da dieser für sich alleine steht und für mich mit dem richtigen DAC dahinter wirklich ein kleines Klangkunstwerk ist.
Zurück zum T4, welcher kaum Schwächen hat und wenn, diese nicht technischer Herkunft sondern schlichtweg Geschmackssache sind. Ich tue mich immer etwas schwer mit Aussagen wie: “Das ist der beste In-Ear unter 100€“ oder dergleichen, denn das kann wenn nur eine persönliche Empfindung für mich selber sein, aber der T4 mach verdammt viel richtig um sich solch einen Status einzuhandeln, da er auch nicht nur eine kleine Sparte an audiophilen Hörern ansprechen möchte, sondern die breite audiophile Masse.

TIN HIFI ist nicht für seinen invasiven Bass bekannt, was die Quantität anbelangt. Dafür aber meist einen stehst kontrollierten, detaillierten, dynamischen Bass bieten, der mehr im Mittenbass zu Hause ist. So auch beim T4. Allerdings ist die Erweiterung in den Sub-Bass Bereich ausgeprägter und für meinen Geschmack auch stabiler, voller und runder als bei seinen Vorgängern. Er fügt sich perfekt in das Klangbild ein, ohne zu aufdringlich zu sein, aber ebenso keinesfalls zu schüchtern. Sehr ausbalanciert und linear, findet er immer das richtige Maß zwischen vornehmer Zurückhaltung und druckvoller Unterbau, je nachdem was von ihm verlangt wird. Selten habe ich einen solch ausgewogenen Bas gehört, an dem mich nichts wirklich stört.

Mittlerweile liest man ja immer mehr von der Harman-Kurve, wenn es um die klanglichen Eigenschaften eines In-Ear geht. Diese stellt eine Kurve dar, welche dem aktuellen “idealen“ Klangbild für den Großteil der Gesellschaft nahe kommen soll und Jährlich angepasst wird. Der T4 orientiert sich stark an dieser, muss sich allerdings für mich im Vergleich zum Kanas Pro (ebenso Harman) in den Mitten geschlagen geben. Diese sind in den oberen Regionen mehr vorangehen und nicht ganz so entspann und weich, wie beim Kanas Pro. Anders herum suggerieren sie so beim T4 mehr Klarheit und Durchsetzungsvermögen. Sehr gelungen ist beim T4 die Stimmenwiedergabe, denn obwohl die oberen Mitten etwas prominenter sind, was meist Frauenstimmen mehr Lebendigkeit verleiht, stehen männliche Stimmen genauso gut dar. Sei es durch den soliden Körper durch den präzisen Bass, der nicht in die Mitten rutscht, oder durch die präsenten unteren Mitten. TIN HIFI hatte es schon immer raus, Mitten sehr natürlich und tonal einwandfrei darzustellen. Dies gelingt ihnen beim T4 ebenso mit Leichtigkeit.

Die Höhen sind ebenso ein Herausstellungsmerkmal des T4. Etwas hell, aber nicht zu übertrieben, haben sie eine erstaunliche Erweiterung. Sie öffnen den Klang weit nach oben, sodass Musik zu keiner Zeit gepresst klingt, sondern sich stehts frei im Raum bewegen kann, was zu einer wunderbaren Separation und räumlichen Darstellung führt. Sie klingen weder zu metallisch noch auf irgend einer anderen Art unnatürlich. Sie bringen dieses berühmt berüchtigte Funkeln im Top-End mit und überraschen immer wieder mit feinen Microdetails. Müdigkeitserscheinungen treten auch bei längerem Musikvergnügen nicht auf. Man sollte aber etwas die Lautstärke im Blick haben. Nicht das der T4 bei mehr Pegel unsauber wird, aber dennoch könnte der Anstieg in den oberen Mitten (5 kHz) sich etwas verselbständigen und die Signatur durch mehr Pegel in den höheren Frequenzen etwas zu sehr ins Helle abdriften.

Was den T4 für mich aber wirklich zu einem “Must-Have“ macht, oder sagen wir mal zumindest einen Hörtest verdient, ist die Bühne, aber vor allem die 3D-Darstellung. Hier hört man fein säuberlich im Raum verteilt alles heraus, was man auch hören soll. Vielleicht können das so manche teurere Multitreibermodelle noch besser, aber hier sehe ich den T4 auf Augenhöhe mit dem Kanas Pro, im Detail sogar noch etwas Brillanter, der Kanas dafür aber insgesamt runder und erwachsender klingt.

Outro

Was würde ich mir vom T4 noch wünschen? Etwas geglättete obere Mitten und einen leicht wärmere Veranlagung. Der T4 ist weit weg von steril, aber es könnte noch ein bisschen mehr Lebendigkeit aus der kleinen Turbine sprudeln. Das ist aber wirklich nur eine subjektive Wahrnehmung und Meckern auf äußerst hohem Niveau. Ich bin wirklich angetan vom T4 und kann ihn ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen, für all diejenigen welche eine natürliche, Richtung neutral gehende V-Signatur suchen, mit ausgeglichenem Bass und guter Sub-Anhebung, präzisen, tonal korrekten Mitten und einer exzellenten Erweiterung in den Höhen ohne Müdigkeitsfaktor suchen. Dazu bekomme man eine herausragende räumliche Darstellung, welche mit stimmlicher Intimität und erstaunlicher Separation in Tiefe und Breite punktet.
Allerdings wird er für Suchende nach einem reinen Spaßkopfhörer kein perfektes Match sein. Ebenso könnten Fans absoluter Neutralität die oberen Mitten und der Sub-Anstieg missfallen.

https://www.indiegogo.com/projects/tin-hifi-t4-in-ear-monitor-earphones#/

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg
T2

T2

T515

T515

T2 PRO

T2 PRO

T3

T3

T4

T4

P1

P1

Zweite Meinung:

KLOGOWhite.png
  • Facebook
  • Instagram

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn