HIGH-CLASS
IN-EAR

DMS

BGVP

Wertung

Preis

8.6

140 €

Review published:

03/2020

Company.png

Treiber

7

pro Seite

1

Dynamisch

6

Balanced

Widerstand

12 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

9

Bass

8

Mitten

8.5

Höhen

Empfindlichkeit

110 dB

8.5

Handling

8.5

Haptik

B

Value

+

Alltag

Frequenzgang

10 - 40000 Hz

Intro

Bei dem damaligen Hype um die BGVP DMG (welcher auch heute noch seine Berechtigung hat) ist meines Erachtens ein bisschen der vermeintliche Nachfolger etwas unter gegangen. Der DMS setzt auf nur einen dynamischen Treiber, bietet dafür aber gleich satte zwei BA Treiber mehr, was ihn insgesamt auf 7 Treiber pro Seite kommen lässt.
Für mich ist es schlussendlich fast ein Kopf an Kopf rennen, wobei beide ihr stärken und kleine Schwächen haben und verschiedene Hörgewohnheiten ansprechen.

Handling

Der DMS gleicht vom Verpackungsdesign und Inhalt dem DM6 und DM7. Nur das Kabel ist bei allen dreien unterschiedlich und für mich macht hier ganz klar das Kabel vom DM7 das Rennen. Das Kabel vom DMS ist allerdings auch kein schlechtes, wenn auch etwas steif. Es ist zweiadrig und macht einen sehr stabilen Eindruck.

Die Tipwahl ist mit 9 Paaren unterschiedlichster Grösse und Schallöffnungen, sowie ein Paar Foamtips sehr umfangreich.
Das Gehäuse ist aus demselben Material wie der DMG, welches sich nicht nur hervorragend anfühlt, sondern ebenso leicht und ergonomisch geformt ist, was einen hervorragenden Tragekomfort mit sich bringt. Trotz der scheinbar halboffenen Bauweise, dringt wenig Pegel nach aussen und die Isolation nach innen ist ebenso ohne Beanstandung.

Klang

Ich war überrascht zu sehen, dass es wohl eine neue Version des DMS gibt (PENON AUDIO), welche ebenso die Möglichkeit bietet die Filter zu tauschen um die Klangeigenschaften zu beeinflussen (wie auch schon beim DMG). Welche Auswirkungen diese haben kann ich leider nicht beurteilen, ich gehe aber davon aus das diese, ähnlich wie beim DMG, nicht all zu groß ausfallen.

Der Bass ist wirklich gelungen. Er ist mehr Sub-Bass orientiert als der DMG, was ich persönlich bevorzuge, da er dadurch auch etwas mehr räumliche Tiefe suggeriert, aber eben auch für satteren Klang sorgt. Der DMG ist im Gegenzug punchiger/knackiger, was manchen wiederum eventuell mehr zusagt.
Er spielt so trocken tief, das es eine wahre Freude ist, ohne dabei großartig die Mitten zu überlagern.
Dabei ist er insgesamt klar angehoben was ihm einen starken Impakt verschaff, ohne das es jedoch überdimensioniert wirkt. Eine kleine Urgewalt, vielleicht für den ein oder anderen zu gewaltig, wie auch schon beim DMG! Generell ist er im gesamten Frequenzbereich jedoch sehr balanciert, im Gegensatz zum DMG, der schneller abrollt. Hier entscheidet der Geschmack zwischen DMG und DMS. Ich würde mir persönlich etwas mehr Festigkeit des DMG wünschen, allerdings ist der Bass des DMS texturierter. Beide sind aber auf ihre Art und Weise ausgesprochen gut.

Die Mitten sind für mich der größte Unterschied im Vergleich zu den DMG. Im direkten Vergleich wirken die Mitten des DMG dünner und sind stärker zurück genommen. Die Mitten des DMS haben wesentlich mehr Körper und Wärme. Im Gegenzug sind sie sehr definiert und transparent. Bedeutet, sie wirken trotz des voluminösen Körpers nicht zu dick. Was mir besonders gut gefällt ist das Timbre von Stimmen, welche zugleich emotional, aber auch direkt sind. Dies gilt für beide Geschlechter. Ebenso gefällt mir der “Dreck“ der E-Gitarren. Es macht richtig Spaß Rockmusik und generell alles mit Schlagzeug und Gitarren zu hören. Aber das soll nicht heißen, dass der DMS nicht auch andere Genres mit Bravour bedienen kann. Das was ich als kleine Kritik herausstellen möchte ist die manchmal fehlende Lebendigkeit. Hier hat der DMG trotz der dünneren Mitten die Nase leicht vorn. In Summe treffen die Mitten des DMS aber mehr meinen Geschmack, durch ihre Natürlichkeit und vollem Körper. Dass sie dazu ausgesprochen detailliert und tonal korrekt sind, versteht sich von selbst.

Das der DMS klanglich einen anderen Weg geht als der DMG habe ich glaube ich bereits herausgestellt und das ist bei den Höhen auch nicht anders. Diese wirken im Vergleich zum DMG gezähmt und sind im Top-End nicht mehr so präsent. Hier ist die Abstimmung mit dem DM7 ähnlich, wo sich der DMG mehr mit dem DM6 vergleichen lässt. Es gibt keine unangenehmen Peaks und die Sibilanten werden nur hauchzart angeschnitten. Dafür fehlt etwas die Spritzigkeit, was sich aber nicht auf die Auflösung und Offenheit auswirkt. Ich würde sie einfach als erwachsender, sich aufs Wesentliche besinnen, beschreiben. Ich bin zwar nicht großartig höhensensibel, aber eben auch kein Triplehead. Ich bevorzuge meine Musik eher entspannter zu konsumieren und mach dafür auch mal kleine Abstriche.

Die Bühne überzeugt mich ebenso. Sie ist sehr gut dimensioniert, was Weite und Tiefe betrifft und liegt für mich über dem Durchschnitt. Die hervorragende Separation trägt zu dem sehr räumlichen Gefühl bei.

Outro

Der DMS ist ein eigenständiger In-Ear in der BGVP Familie und wird zu Unrecht etwas links liegen gelassen. Was meinen persönlichen Geschmack betrifft, sehe ich ihn auf Augenhöhe mit dem DM7, welcher für mich momentan die BGVP-Familie anführt (bisher rezensierte Modelle: SGZ-DN1, DMG, DM6, DM7). Vor allem bei Rockmusik liegt er sogar in Front. Der DM7 hat allerdings die feinere Abstimmung.
Mich würde natürlich noch interessieren, inwieweit sich der Klang des neuen Modells mit den austauschbaren Filtern anpassen lässt, aber auch in seiner Grundausstattung ist der DMS eine klare Empfehlung, als körperbetonter, basshungriger Allrounder mit audiophilem Anspruch und Finesse.

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.

(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg
1/3

SGZ-DN1

DH3

DMS

DM6

VG4

DM7

DMG

Zweite Meinung:

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