HIGH-CLASS
REVIEW

OH10

IKKO

Wertung

Preis

8.7

170 €

Review published:

02/2020

Geld

Treiber

2

pro Seite

1

Dynamisch

1

Balanced

Widerstand

18 Ohm

PZ / ES / PL

0

Klang

8.5

Bass

8.5

Mitten

8.5

Höhen

Empfindlichkeit

106 dB

8.5

Handling

9

Haptik

B

Value

+

Alltag

Frequenzgang

20 - 40000 Hz

Intro

Manchmal sollte man in der teils hektischen und schnelllebigen ((C)HI-FI)-Welt etwas zur Ruhe kommen und sich auf der Suche nach schneller, höher, besser auf das besinnen, was man besitzt und schätzt. Wenn wir das salopp auf das Thema In-Ears runter brechen, handelt es sich dabei um zwei Exemplare, welche ich nun schon über ein halbes Jahr besitze, täglich benutze, aber meine Eindrücke noch nicht zu Papier gebracht habe. Wahrscheinlich weil ich es durch die Eingliederung in meinen Alltag nicht für nötig gehalten habe, oder diesen Schatz für mich bewahren wollte. Es handelt sich hierbei um den IKKO OH10 und den TIN HIFI P1. Beginnen wir hier mit dem OH10, für mich der perfekte Allrounder mit Spaßfaktor und Raffinesse.

Handling

2-Pin Kabel, 6 Paar Silikontips (Vocal/Balanced), Ledertasche und Manschettenknopf. Hört sich gut an? Ist es auch, aber: die Ledertasche ist praktisch nicht zu gebrauchen, zumindest nicht für die In-Ears, dennoch schön anzusehen und das Kabel ist vorsichtig ausgerückt so lala. Bis zum Y-Splitt ist noch alles gut, aber dann wird es dem Kaufpreis nicht mehr angemessen. Es macht das was es soll, aber wenn man die In-Ears mit ihrer exzellenten Verarbeitung und Haptik mit dem Kabel vergleicht, fragt man sich, wie sich dieses in die Schachtel verirren konnte. Es mach einfach nicht den wertigen Eindruck, der von den In-Ears an sich ausgestrahlt wird.

Nun gut, der In-Ear für sich genommen ist trotz des beachtlichen Gewichts nicht nur optisch gelungen. Der Tragekomfort ist ohne Kritik, nur sollte man zwingend Kabel mit Ohrenversteifung (besitzt das mitgelieferte Kabel) verwenden, denn ohne ist deren Schwerpunk zu tief, so dass sie aus dem Ohr fallen können, da das Kabel nicht genügend Halt bieten würde. Der OH10 wiegt nahezu doppelt zu viel wie der OH1, was mich persönlich nicht stört, aber bestimmt ist da nicht jeder so tolerant.

Die Isolation ist wie schon beim OH1 1A! Man IKKO, warum nur dieses KABEL!

Klang

Kommen wir zu dem, was den OKKO IH10 zu meinem täglichen Begleiter gemacht hat und das ist sein kompromissloser, dynamischer und balancierter der Klang.

Der OH10 weist zwar die stärkere V-Signatur als der OH1 auf, ist dafür aber detaillierter und die Mitten nicht so zurück genommen, wie es sich vermuten lässt.

Der Bass gleicht dem des OH1 nahezu 1:1. Ich würde den Bass des OH10 jedoch etwas weicher und vor allem balancierter bezeichnen, was Sub- und Mittenbass anbelangt. Er hat spürbaren Tiefgang und einen schönen trockenen Punch. Er besitzt kein Bassheadlevel, aber ich vermute, dass er Puristen schon zu sehr angehoben ist. Dazu zähle ich mich nicht und bin mit der Basspräsentation des OH10 mehr als zufrieden. Er kann richtig zu schlagen bei Elektro, oder Hip-Hop, sich aber auch mal zurück halten, wenn er nicht dringend gebraucht wird. Das bedeutet, dass er genau den richtigen Impact für die jeweilige Musik findet und dabei stets die Kontrolle behält. Gibt es Kritik? Immer: Obwohl der Bass mit Textur, Details und angenehmen Punch glänzen kann, so könnte er noch etwas straffer sein und auch mal richtig den Hammer schwingen. Da ist zum Beispiel der Bass des BGVP DMS pegelfester.

Auch wenn der OH1 im Vergleich zum OH10 die prominenteren Mitten hat, so sind sie für meinen Geschmack beim OH10 noch besser gelungen. Sie klingen definierter und natürlicher. Der Bass hat keinen Einfluss auf die Mitten, da er im Oberbass stark abfällt, was vor allem zur Klarheit beiträgt und Wummern vermeidet. Stimmen klingen wunderbar natürlich und weich, ohne übertriebene Härte, oder Schärfe. Egal ob Frau oder Mann, Stimmen stehen immer im Mittelpunkt, ohne jedoch direkt ins Gesicht zu springen, oder im musikalischen Hintergrund zu verschwinden. Sie könnten zum Teil etwas mehr Körper besitzen, aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Die Mitten sind zudem sehr klar und transparent, der wohl größte Pluspunkt hier. Egal ob Gitarren, Saxophon, oder Klavier, alles klingt realistisch und frei von zugedichteten Nuancen. Die Sibilanten werden gut unterdrückt, ohne jedoch in dem Frequenzbereich inhaltliche Einbußen hinnehmen zu müssen.

Ein weiterer Fortschritt gegenüber des OH1 sind die Höhen. Habe ich noch etwas die Stabilität der Höhen bei vielschichtiger Musik kritisiert, so ist dies beim OH10 nicht mehr gegeben, solange man die Lautstärke im Blick hat. Bei zu viel Pegel gerät auch der OH10 an seine Grenzen, aber erst wenn man danach auch zum Hals-Nasen-Ohrenarzt gehen möchte. Die Höhen sind wunderbar luftig, haben eine leicht größere Erweiterung im Gegensatz um OH1 und bringen eine gewisse Leichtigkeit mit, wie sie die Musik präsentieren. Details werden ohne Probleme wiedergegeben und auch im ganz hohen Bereich wird durch einen Pegelanstieg noch einmal für Klarheit und Brillanz gesorgt. Hier gibt es wirklich wenig zu kritisieren. Wenn man es ganz kritisch sehen möchte, kann man sich noch etwas mehr Energie im Höhenbereich wünschen.

Bemerkenswert ist die Bühne des OH10. In Breite und Tiefe wird ein großräumiges 3D-Bild erzeugt, sodass man zum Teil alle Hände voll zu tun hat die ganzen kleinen Details zu sortieren und zu orten, was positiv gemeint ist. Denn es passiert erstaunlich viel und man kann auch noch bei der 3. Songwiederholung in irgendeiner Ecke ein neues Detail ausmachen, wenn man sich darauf konzentriert. Klingt gut? Ist es, aber wartet mal den P1 ab ;)

Outro

Der OH10 hat es spielend leicht in mein In-Ear-Herz geschafft, auch wenn ich mit ihm anfänglich einige Startschwierigkeiten hatte. Das lag daran, dass ich zum Beispiel mit dem BGVP DMG ein klanglich sehr hartes, punchiges Mittenbass-Höhenmonster (positiv) größtenteils im Ohr hatte. Da braucht das Gehör kurz um sich umzugewöhnen. Ich schreibe das nur, damit der OH10 nicht gleich nach dem ersten Höreindruck abgeschrieben wird. Ich appelliere daran ihm etwas Zeit zu geben und ihr werdet es nicht bereuen! Er belohnt euch mit einer detaillierten, warmen, balancierten V/W-Signatur und wird euch klanglich nie vor Probleme stellen, egal welches Genre. Im Vergleich zum OH1 gibt es kleine, aber sinnvolle Verbesserungen, in Richtung Balance, mit etwas Einbussen in der Lebendigkeit. Wer den OH1 bereits hat, muss jedoch nicht zwangsweise auf den OH10 upgraden und Angst haben etwas zu verpassen. Wer noch keine IKKO-Erfahrung hat: Traut euch!

https://www.ikkoaudio.com/ikkooh10
https://penonaudio.com/ikko-oh10

Intro

Sometimes, in the somewhat hectic and fast-paced ((C)HI-FI)-world, one should take a break and reflect on what you own and appreciate in search of faster, higher, better. If we break this down to the topic of in-ears, we are talking about two copies, which I have owned for more than half a year now, use daily, but haven't put my impressions on paper yet. Probably because I didn't think it was necessary by integrating it into my everyday life, or because I wanted to keep this treasure for myself. These are the IKKO OH10 and the TIN HIFI P1. Let's start here with the OH10, for me the perfect all-rounder with fun factor and sophistication.

Handling

2-pin cable, 6 pairs of silicone tips (vocal/balanced), leather case and cufflink. Sounds good? It is, but: the leather pouch is practically useless, at least not for in-ears, yet nice to look at and the cable is, carefully speaking, so lala. Up to the Y-split everything is still good, but then it becomes no longer appropriate to the purchase price. It does what it should, but if you compare the in-ears with their excellent workmanship and haptics with the cable, you wonder how it could have gotten lost in the box. It just doesn't make the valuable impression that is given by the in-ears themselves.

Well, the in-ear itself is not only visually well done despite its considerable weight. The wearing comfort is without criticism, but one should definitely use cables with ear stiffeners (provided with the included cable), because without them their center of gravity is too low, so that they could fall out of the ear, because the cable would not provide enough hold. The OH10 weighs almost twice as much as the OH1, which doesn't bother me personally, but certainly not everyone is that tolerant.

The isolation is the same as with the OH1: 1A! Jeez IKKO, why this CABLE!

Sound

Let's come to what has made the OKKO IH10 my daily companion and that is its uncompromising, dynamic and balanced sound.

Although the OH10 has a stronger V-signature than the OH1, it is more detailed and the mids are not as reduced as one might expect.

The bass is almost 1:1 similar to the OH1, but I would describe the bass of the OH10 as a bit softer and more balanced concerning sub and mid bass. It has noticeable depth and a nice dry punch. It doesn't have a bass head level, but I suspect that for purists it's already too much elevated. I don't count myself among them and am more than satisfied with the bass presentation of the OH10. It can really bang on electro, or hip-hop, but it can also hold back when not badly needed. This means that he can find exactly the right impact for the music in each case and always stays in control. Is there any criticism? Always: Although the bass can shine with texture, details and pleasant punch, it could be a bit tighter and really swing the hammer. The bass of the BGVP DMS, for example, has a better range.

Even though the OH1 has the more prominent mids compared to the OH10, they are even better for my taste with the OH10. They sound more defined and natural. The bass has no influence on the mids, since it also drops significantly in the upper bass, which mainly contributes to clarity and avoids boom. Vocals sound wonderfully natural and mellow, without exaggerated hardness or sharpness. No matter if man or woman, voices are always in the center of attention, but without jumping directly into the face or disappearing in the musical background. They could have a bit more body in some parts, but that's grumbling on a very high level. The mids are also very clear and transparent, probably the biggest plus here. No matter if guitars, saxophone or piano, everything sounds realistic and free of sealed nuances. The sibilants are well suppressed, but without having to accept any loss of content in the frequency range.

A further advance over the OH1 are the trebles. If I have criticized the stability of the trebles in multilayered music a bit, this is no longer the case with the OH10 as long as you keep the volume in mind. With too much level, the OH10 also reaches its limits, but only if you want to go to an ear, nose and throat specialist afterwards. The trebles are wonderfully airy, have a slightly larger extension compared to OH1 and bring a certain lightness to the way they present the music. Details are reproduced without any problems and even in the very high range a level increase provides clarity and brilliance. There is really little to criticize here. If you want to take a very critical view, you could wish for a bit more energy in the high frequencies.

The stage of the OH10 is remarkable. In width and depth, a spacious 3D image is created, so that you partly have your hands full with sorting and locating all the small details, which is meant positively. Because an amazing amount happens and you can still find a new detail in some corner during the 3rd song repeat if you concentrate on it. Sounds good? It is, but wait for the P1 ;)

Outro

The OH10 easily made it into my in-ear heart, even though I had some starting problems with it at first. This was because, for example, with the BGVP DMG, I had a very hard, punchy mid-bass treble monster (positive) for the most part in my ears. So the hearing needs a short time to get used to it. I am writing this only so that the OH10 is not written off right after the first hearing impression. I appeal to give it some time and you will not regret it! It rewards you with a detailed, warm, balanced V/W signature and will never give you problems with the sound, no matter what genre. Compared to the OH1, there are small but useful improvements towards balance, with some loss of liveliness. If you already have the OH1, you don't have to upgrade to the OH10 and are afraid to miss something. Who has no IKKO experience yet: ... take the plunge!

https://www.ikkoaudio.com/ikkooh10
https://penonaudio.com/ikko-oh10

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.

(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

1
1

2
2

4
4

1
1

1/4

OH1

OH10

Zweite Meinung: