HIGH-CLASS
IN-EAR

SE425

SHURE

Wertung

Preis

7.6

230 €

Review published:

06/2020

Company.png

Treiber

2

pro Seite

0

Dynamisch

2

Balanced

Widerstand

22 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

7

Bass

8

Mitten

7.5

Höhen

Empfindlichkeit

109 dB

7.5

Handling

9

Haptik

C

Value

-

Alltag

Frequenzgang

20 - 19000 Hz

Intro

Es gibt IEMs die sind klanglich auf ein spezielles Publikum zugeschnitten und der SE425 ist für mich solch ein Nischenprodukt. Stimmen? Check! Hochauflösende Mitten? Check! Kann man damit Klassik hören? Check! Was anderes? Kommt drauf an was verlangt wird… Dynamik? Tot! Bass? Nope! Höhenerweiterung? Nicht wirklich…
Der SE425 ist per se nicht schlecht, er trifft zugebener Maßen einfach nicht wirklich meinen Geschmack, hat aber auch ein paar technische und klangliche Schwächen, um das Ganze mal objektiv zu beurteilen!

Handling

Auszug aus dem Handling des SE215:
>> Die Bauform ist innerhalb der Serie stets recht ähnlich mit minimalen Anpassungen in der Größe und Dicke. Ich persönlich finde den Tragekomfort überragend, auch wenn ich mich immer wieder an dem Kabel störe, welches etwas steif und mit Drahtverstärkungen ausgestattet ist und man immer wieder aufs Neue zurecht biegen muss. Im Gegensatz zum SE846 sind die dünnen Schallöffnungen aus Plastik, so dass man beim Tipwechsel etwas Vorsicht walten lassen sollte, um diese nicht zu brechen…

… Die Isolation ist bei allen Modellen grundsätzlich gut, aber es gibt auch In-Ears, die selbst ohne musikalische Hilfe etwas besser abdichten. So sind die SE-Modelle aber für die Bühne optimal, da man nicht von der Außenwelt und den „Fans“ komplett isoliert ist, wenn die Band nicht spielt. <<

Im Gegensatz zum SE215 bekommen wir etwas mehr an zusätzlichem Lieferumfang, wie zum Beispiel einen 6.3mm auf 3.5mm Klinke-Adapter, oder die tollen gelben Schaumstoftips.

Klang

Der SE425 ist ein recht neutral gehaltener IEM, dem es an beiden Enden etwas fehlt.

Der Bass macht mir beim SE425 die meisten Probleme. Er hat einfach null Autorität, ist typisch BA, aber in einer negativeren Sicht und schafft es nicht der Musik Leben einzuhauchen. Wer einen sehr sterilen Bass sucht, der sich höflich im Hintergrund aufhält und wenn überhaupt den Mittenbass betont, der wird hier fündig. Nicht falsch verstehen, qualitativ ist der Bass gar nicht so schlecht, was ihm auch die etwas höhere Bewertung ermöglicht, aber er bedient für mich nicht das volle Spektrum und klingt im Sub-Bereich einfach nur stumpf wie eine Blechdose. Für Hörer, die sich voll auf die Sprache und die guten Mitten fokussieren wollen, mag das reichen. Mir nicht!

Die sehr räumlichen und einladenden Mitten machen den SE425 aus und SHURE war es wohl wichtig, sich nach dem SE215 etwas mehr auf diese und Transparenz zu konzentrieren. Ist ihnen gelungen, aber sie gehören sicherlich nicht zu den aufregendsten Vertretern. Die Mitten sind flach wie ein Plattfuß und überzeugen mehr mit Präzision, als mit Dynamik. Die Instrumenten-Separation ist sehr gut und Stimmen haben ein gutes Gewicht im Mix, aber es fehlt ihnen an Körper und etwas Wärme. Dafür sind die Mitten transparent und sehr detailverliebt. Dennoch nicht für Jedermann, sondern mehr für Liebhaber der Neutralität. Manchmal werden sie auch etwas heiß im höheren Frequenzbereich.
Die Mitten haben es meistens nicht leicht. Da sie nun mal stark vom Bass und dem Hochton beeinflusst werden, verlieren sie meistens subjektiv in ihrer Bewertung. So auch hier.

Die Höhen fallen erstaunlich früh ab und haben dennoch mit Sibilanten und leichten Peaks zu kämpfen. Merkwürdig. Wer also jedes feine Detail direkt auf dem Teller präsentiert haben möchte und vor allem eine weite Höhenausdehnung liebt, um auch kleinste Microdetails auszumachen, der kann hier wohl weniger mit anfangen. Zugegebenermaßen haben die Höhen des SE846 auch nicht die Hochtonpräsenz die Trebleheads aus ihrer Hütte lockt, aber er klingt dennoch reifer, präziser und voller im Hochton, mit mehr Pegel. Dafür aber auch dunkler im Vergleich zum SE425.
Dieser öffnet sich in der Bühnenhöhe mehr als sein großer Bruder und klingt dadurch luftiger, kann dies aber nicht besonders gekonnt ausnutzen, da er dafür klanglich zu dünn ist. Dennoch trägt ihre Offenheit dazu bei eine größere Bühne zu spannen, was sie zumindest in diesem Punkt leicht die Nase vorne haben lässt.

Outro

Der SHURE SE425 richtet sich meiner Meinung nach mehr an Künstler, oder Audiophile, die eine saubere und akkurate Stimmen,- sowie Mittenwiedergabe bevorzugen, im Hochton etwas empfindlich sind und nicht sonderlich autoritären Bass in ihrer Musik brauchen. Der SE425 hat seine Stärken kurz und knapp in der Transparenz und Auflösung, allerdings auch nur vorzugsweise im Mittenbereich, wo sie stark aufspielen. Der Bass und die Höhen fallen hier etwas ab und so klingt die mittenzentrierte Signatur meist flach und langweilig. Dennoch kann man ihnen eine musikalische Qualität nicht absprechen, der es aber an Dynamik fehlt. Mittlerweile sind BA-Treiber zu mehr in der Lage.

Kaufmöglichkeit:
https://www.thomann.de/de/shure_se425cl.htm

Die DEMO-In-Ears wurden mir netterweise direkt von der Shure Distribution Switzerland GmbH zur Verfügung gestellt.

https://www.shure.ch/de-CH/produkte/ohrhoerer/se425cl

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.

(-0.1, 0, +0.1)

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SE215

SE425

KSE1500

KSE1500

SE535

SE535

SE846

SE846

Zweite Meinung:

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