HIGH-CLASS
IN-EAR

HANA

TANCHJIM

Wertung

Preis

8.6

140 €

Review published:

07/2020

Treiber

1

pro Seite

1

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

32 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

9

Bass

8

Mitten

8.5

Höhen

Empfindlichkeit

110 dB

8.5

Handling

9

Haptik

B

Value

0

Alltag

Frequenzgang

5 - 50000 Hz

Intro

TANCHJIM ist noch nicht allzu lange auf der IEM-Bildfläche und besitzt daher auch noch eine überschaubare IEM-Auswahl. Dennoch scheinen sie ihr Handwerk bestens zu verstehen und beglückten uns bereits unteranderem mit dem (MR. HARMAN) OXYGEN, oder dem kleinen, aber feinen BLUES.

Der HANA scheint vom Lieferumfang und dem Gehäuse ein Abkömmling des OXYGENs mit neuem Treiber und angepasstem Tuning zu sein, doch auch wenn sie klangliche Gemeinsamkeiten aufweisen, lässt sich das keinesfalls so pauschal sagen.

Handling

Alles was wir vom OXYGEN bekommen, bekommen wir auch beim/vom HANA. Allerdings wirkt der HANA optisch, als ob er direkt aus einer Mode-Boutique entstammt. Weiß und Gold sind sicherlich eine edle Kombination, aber schlicht ist etwas anderes und man hat unweigerlich das Gefühl, dass sich der HANA nicht nur in seiner Namensgebung an die weibliche Bevölkerung richtet (Entschuldigt bitte das Gendern, mir ist das egal und ich steck mir alles ins Ohr, solang es gut klingt!), denn dazu gibt es noch ein weißes (Schmuck)-Hardcase in Lederoptik und ein 2-Pin-Kabel, welches natürlich ebenso in der “Farbkombination“ erstrahlt.
Eigentlich ganz schick und homogen, aber auch ein bisschen dick aufgetragen.
Das Kabel hat eine wunderbare Haptik und macht einen filigranen, aber robusten Eindruck.

Das stilvoller Erscheinungsbild des HANA setzt sich natürlich auch in den verwendeten Materialien (Metalgehäuse) fort und in der Verarbeitung. Hier ist nichts auszusetzen und der Hana trägt sich trotz seinen Gewichtet sehr angenehm und sicher.

Kleiner Kritikpunkt ist hier allerdings, wie bisher bei jedem TANCHJIM-IEM, die Isolation, welche eher durchschnittlich ist.

Klang

Was hat der HANA klanglich mit dem OXYGEN gemeinsam? Nun, wenn man die Graphen vergleicht, könnte man denken es handelt sich um den gleichen Treiber, wo einfach nur der Filter vergessen wurde, welcher sich dämpfend auf die Frequenzen jenseits der 1kHz legt und die Peaks im oberen Bereich abmildert, denn bis dahin gleichen sich zumindest auf dem Papier beide IEMs. Ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn die Treiber sind aus unterschiedlichen Materialien und weichen in ihren Spezifikationen auch leicht voneinander ab. Dennoch hört man klar raus, dass es sich hier um ein TANCHJIM-Produkt handelt, wenn man vorher auch die Gelegenheit hatte den OXYGEN zu hören.

Im Endeffekt könnte ich mich beim Bass noch einmal beim OXYGEN bedienen. Ich höre eigentlich keinen Unterschied, solange ich es mir nicht einbilden müsste. Hier kommt natürlich ein bisschen der subjektive Höreindruck zum Tragen, denn da der HANA etwas heller abgestimmt ist und dich dem neuen Treiber durchaus die besseren technischen Eigenschaften attestiere, klingt der HANA im Vergleich etwas kühler und großzügiger, was den Bass für meinen Geschmack ein bisschen straffer und punchiger erscheinen lässt, solang man Musik damit hört, welche das ganze Frequenzspektrum ausgeglichen bedient. Hört man damit allerdings Beats, oder basslastigere Musik, fällt die Unterscheidung der beiden IEMs in dem Bereich doch sehr schwer. Hier meine ich minimal mehr Pegel im Sub-Bass beim HANA zu vernehmen. Wir bekommen also einen sehr kontrollierten, homogenen und natürlichen Bass, der sich weder dem extremen, noch dem dezenten hingezogen fühlt, aber Druck entwickeln kann wenn er muss!

Durch die Erhebungen in den oberen Mitten und den Höhen (ähnlich wie beim BLUES) setzt sich der HANA etwas von der HARMAN-Kurve und vom OXYGEN ab. Für mich kommt dadurch eine durchaus willkommene Direktheit und Klarheit in die Mitten, welche stärker Stimmen herausarbeitet und für eine schärfere Trennung, sowie Spritzigkeit sorgt. Gleichermaßen verliert der HANA für mich aber auch etwas Natürlichkeit und brüstet sich eher mit knackigem, technischem Klang, als mit Musikalität. Versteht mich nicht falsch, der HANA ist in den Mitten tonal keineswegs ein Schuss in den Ofen, oder zu künstlich, aber hier mag ich es ein bisschen puristischer, ohne den "beauty" Handyfotofilter mit strahlend blauem Himmel und saftigen Grün. Hier dürfte es gern etwas weicher und organischer klingen. Ich weiß ich widerspreche mich hier gerne manchmal, wenn ich mir zum Beispiel beim OXYGEN mehr Durchsetzungsvermögen wünsche, mir aber beim HANA dafür mehr Entspanntheit. Irgendwo in der Mitte liegt wohl mein Glück. Dennoch ist mir der Hana manchmal zu technisch/analytisch, wie auch schon der BLUES, dennoch strotzen sie vor Qualität und Energie, die Spaß macht, mit leichter Tendenz zur Grenzüberschreitung.

In den Höhen nährt sich der HANA wieder dem OXYGEN an. Klar, transparent, detailliert und Offen, mit angenehmer Erweiterung, ohne es zu übertreiben. Die Sibilanten werden etwas mehr mitgenommen als beim OXYGEN und ab und an wird es auch mal etwas spitzer. Für mich ist es gerade noch ihm Rahmen, da sie Höhen sehr sauber bleiben und sogar noch besser auflösen als beim OXYGEN, ohne artefaktisch zu werden. Sie haben etwas mehr Nachdruck und klingen ein Tick lebendiger, können aber für manche schon zu viel des Guten sein. Ebenso sind sie keine Microdetailmonster.

Worüber braucht man sich bei TANCHJIM keine negativen Gedanken machen? Richtig, die Bühne. Offen, weit, tief und sortiert. Die Separation ist wunderbar und wir bekommen eine Außerkopferfahrung, die aber nie verloren klingt. Super!

Outro

Der HANA ist keine Sparvariante vom OXYGEN, wie es zum Beispiel beim STARFIELD in Bezug zum KXXS der Fall ist. Trotz gemeinsamer Klangeigenschaften ist der HANA nicht automatisch zu empfehlen, wenn man den OXYGEN mag. Man sollte dazu doch eine ausgeprägte Toleranz gegenüber gepushten oberen Mitten haben, wo der OXYGEN, oder generell die HARMAN-Kurve schon nicht all zu wenig von hat. Zudem sollte man natürlich die helle Abstimmung mögen und sich zum Teil eher an technischen Details erfreuen, als sich entspannt zurück zu lehnen. Für mich ist der HANA ein sehr guter IEM, der mich immer wieder mit seiner Klarheit, Stimmenpräsenz und offenen Bühne begeistert. Ab und an muss aber auch ich die Lautstärke runter drehen, um die Mitten unter Kontrolle zu halten. Der OXYGEN ist insgesamt der reifere und natürlichere IEM.

Danke an OARDIO für die Rezensions-Unit.
https://www.oardio.com/earphones/tanchjim/tanchjim-hana-iem-earphones.html

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.

(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

BLUES

HANA

OXYGEN

Zweite Meinung:

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

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