HIGH-CLASS
IN-EAR

LEGACY 3

THIEAUDIO

Wertung

Preis

8.7

115 €

Review published:

05/2020

Company.png

Treiber

3

pro Seite

1

Dynamisch

2

Balanced

Widerstand

9 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8.5

Bass

8.5

Mitten

8.5

Höhen

Empfindlichkeit

108 dB

8.5

Handling

9

Haptik

A

Value

+

Alltag

Frequenzgang

20 - 20000 Hz

Intro

Der VOYAGER 3 hat mir Lust auf mehr THIEAUDIO-Produkte gemacht und erfreulicher Weise musste ich nicht allzu lange auf einen weiteren Höreindruck warten. THIEAUDIO ist ein Projekt vom bekannten und gut sortieren Onine-Distributor LINSOUL AUDIO, wenn man auf der Suche nach asiatischen Herstellern ist. Mir wurde der LEGACY 3 zur Verfügung gestellt und was soll ich sagen, ich bin mehr und mehr vom L3 angetan und für mich der bessere und ausgereiftere IEM im Vergleich zum V3. Preislich ist hier ebenso überhaupt nichts auszusetzten.
Auch wenn der LEGACY 3 natürlich kein Endgame ist, so überzeugt er mich mit seinen audiophilen Allrounder-Qualitäten. Da bin ich wirklich auf den LEGACY 9 gespannt, falls ich irgendwann mal die Gelegenheit erhalten sollte, in diesen rein zu hören.

Handling

Der LEGACY 3 kommt in derselben, schönen Verpackung wie der VOYAGER 3. Hier hat sich THIEAUDIO etwas Eigenes ausgedacht, was nicht 0815 ist. Die Verpackung lässt sich ähnlich wie ein Buch aufschlagen und offenbart im inneren ein großes und ansehnliches Kunstledercase mit viel Stauraum. Darin befinden sich eine gute Silikon-Tipauswahl, auch wenn ich mir noch Foamtips gewünscht hätte und ein wunderbares 8-Kerne-Kabel. Dieses ist allerdings unterschiedlich in der Haptik und Farbgebung (okay Schwarz ist keine Farbe) als beim V3. Ich finde es sogar besser, da es sich weicher anfühlt und filigraner wirkt.

Das Gehäuse ist in drei Varianten erhältlich: BLUE-AW11 (Blau mit Glitzernder Faceplate), Mystique und Clockworks. Zum Clockworks-Design sage ich jetzt mal nichts, aber ich finde Mystique, oder BLUE-AW11 ansprechender, allerdings kosten die auch einen Aufpreis. Ebenso kann man sich für etwas mehr als 50 € den L3 als Custom anfertigen lassen, was auch schon beim V3 der Fall war. Super!

Der L3 ist etwas kompakter als der V3 und hat auch kleinere und rundere Schallröhrchen, was sich positiv auf den Tragekomfort auswirkt. Beim Custom spielt das dann aber keine Rolle mehr.
Ebenso setzt der L3 auf zwei Dip-Switche um in der Theorie den Klang zu beeinflussen..

Die Isolation ist hervorragend und auch bei der Universalvariante hat man ein Custom-Gefühl.

Klang

Beim VOYAGER 3 habe ich schon ein bisschen bemängelt, nicht genügend Veränderungen beim umstellen der Dip-Switche zu haben. Aus den 4 angepriesenen Klangänderungen wurden effektiv nur zwei, die einen wirklichen Unterschied ausmachen. Nun, beim LEGACY 3 ist der Einfluss dieser Technik nur noch zu erahnen. Ein My Bass weniger hier, ein My Höhen mehr da. Den Mitten ist das alles eh ganz egal. Um ehrlich zu sein macht es keinen Sinn etwas zu den einzelnen Einstellungen zu schreiben. Ich habe es schon mit Wahnvorstellungen zu tun bekommen, mir einzubilden ich höre jetzt wirkicheinen Unterschied. Das soll jeder selber für sich entscheiden. Falls es wen interessiert, ich schreibe die Rezension anhand der Konfiguration 1on/2off. Im Endeffekt spielt es aber für mich keine Rolle, denn auch wenn die Einstellungen nahezu identisch sind, ist der LEGACY 3 in seiner Grundsignatur ein fantastischer IEM.

Der Bass ist sehr angenehm, es fehlt zwar etwas an Sub-Bass und Druck von unten, aber das macht er mit seinen detaillierten, trockenen, soften und dynamischen Charakter wieder wett. Der L3 ist kein Bass-IEM, sondern ein sehr balancierter und natürlich klingender IEM, der sich in einer leichten V-Signatur bewegt. Der Bass hat genügend Gewicht um Musik den benötigten Impakt zu geben, aber er belässt es weitestgehend dabei und gibt dem L3 so keine übermäßige Betonung im Tiefton. Im Gegensatz zum schnell abrollenden, etwas aufgeblähten BA-Bass des YOYAGER 3, der mich aber mit seiner, warmen, schnellen und vollmundigen Art überzeugen konnte, ist der Bass des L3 ausgewogener, tiefspielender und pegelfester. Er ist zwar auch nicht der straffeste, aber er klingt mit seinem Abklingverhalten recht natürlich und nicht steril, was auch untypisch für einen dynamischen Treiber wäre. Dazu weißt er Textur und eine ausgeprägte Detailwiedergabe auf. Sehr guter dynamischer Bass, aber mit Potenzial nach oben.

Auch wenn die Mitten in der V-Signatur ein bisschen nach hinten gerückt sind, macht es ihnen aber nicht viel aus. Stimmen drängen sich nicht auf, aber sie sind sehr gut im Mix platziert, mit leichter Tendenz nach vorne. Sie haben ein natürliches Timbre und kommen komplett ohne unangenehme Begleiterscheinungen aus. Selbst bei Rockmusik klingen sie noch locker leicht, ohne dass sie zusammengepresst werden. Dazu lösen die Mitten wunderbar auf und schaffen es spielendleicht Emotionen aufzubauen. Dabei macht es keinen Unterschied, was man ihnen Vorsetzt, ich kann keine Groben Schnitzer oder Verfärbungen ausmachen. Sehr ausgewogen und harmonisch. Perfekt sind sie trotzdem nicht. Manchmal sind sie fast ein bisschen zu smooth und ich wünsche mir ein bisschen mehr Klarheit und man wird es kaum glauben: Härte. Trotzdem eine richtige Allzweckwaffe.

Die Höhen machen da weiter wo die Mitten aufgehört haben. Wie auch beim VOYAGER 3 haben sie zwar keine außergewöhnliche Erweiterung und sind mehr auf Sicherheit bedacht, aber der große Bonus: sie haben keine Sibilantenbetonung wie beim V3. Dazu klingen sie etwas luftiger, was der Bühne in der vertikalen gut tut. Auch hier werden alle benötigten musikalischen Informationen bereitgestellt, nur kann man sich daran auch nach Stunden noch erfreuen. Transparent und lebendig mit hörbaren Microdetails. Wie auch schon beim Bass und denn Mitten ist das ein gehobener Anspruch der auch Substanz hat.

Die Bühne muss wirklich lobend erwähnt werden. Sie ist splitten sich auf mehrere hörbare ebenen auf und hat sowohl in der Breite als auch in der Tiefe eine deutliche Ausprägung, wobei dies bei ersterem deutlicher ist. Im Gegensatz zum V3 öffnet sie sich mehr in der vertikalen und auch in der waagerechten hat sie leicht die Oberhand.

Outro

Der VOYAGER 3 ist in seiner Preisklasse ein IEM mit einer ungewöhnlichen und interessanten Signatur, mit guten technischen Eigenschaften. Der LEGACY 3 ist da zwar altmodischer, aber auch seriöser und erwachsener. Für mich kann er in allen Bereichen den V3 übertrumpfen, auch wenn THIEAUDIO mit dem LEGACY 3 noch bei weitem nicht am Ende angekommen ist. Wenn man Leistung und Preis des LEGACY 3 in Zusammenhang setzt, so ist er für meinen Geschmack wirklich sein Geld wert und ich kann ihn als audiophilen Allrounder uneingeschränkt empfehlen, solang man kein quantitativer Bass-Fanatiker, oder Treble-Head ist.

Kurz möchte ich noch die Kurve zum preislich ähnlich angesiedelten SPRING ziehen, welchen ich ebenso auf Augenhöhe bewerte, aber aus anderen Gründen. Der L3 klingt im Vergleich zum SPRING voller und erwachsener. Dafür hat der SPRING die klareren Höhen und Erweiterung, sowie subjektiv höhere Transparenz. Er ist in Summe tighter und heller, was auch mal sehr erfrischend ist. Der LEGACY kann dafür mit mehr Natürlichkeit und Ruhe punkten, ohne langweilig zu werden. Beides sehr gute IEMs, aber unterschiedlich ausgerichtet, bis auf den Bass, welcher qualitativ recht ähnlich ist, mit mehr Körper beim L3.

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.

(-0.1, 0, +0.1)

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LEGACY 3

VOYAGER 3

Zweite Meinung:

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