HIGH-CLASS
IN-EAR

VOYAGER 3

THIEAUDIO

Wertung

Preis

8

150 €

Review published:

04/2020

Company.png

Treiber

3

pro Seite

0

Dynamisch

3

Balanced

Widerstand

14 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8

Bass

8

Mitten

8

Höhen

Empfindlichkeit

113 dB

8

Handling

8

Haptik

C

Value

0

Alltag

Frequenzgang

20 - 20000 Hz

Intro

THIEAUDIO wurde erst 2019 gegründet, gehört zu dem Vertrieb LINSOUL AUDIO und stellt somit sozusagen die erste eigene Hausmarke dar.
Der VOYAGER 3 und 14 erlangen immer mehr Popularität unter den Audiophilen auch wenn noch nicht allzu viel über diese zu lesen ist.
Diese Rezension dreht sich um die 3-BA-Treiber-Konfiguration, den VOYAGER 3.

Handling

Für seine 3 BA-Treiber ist der VOYAGER 3 recht klobig geraten, obwohl so viel Platz gar nicht nötig gewesen wäre. Wie man drei BA-Treiber auf kleinsten Raum unterbringt, beweist zum Beispiel eindrucksvoll der AUDIOSENSE T300.
Allerdings ist der VOYAGER 3 für einen Aufpreis von 50 € auch als Custom verfügbar. Diese sind meist etwas größer, als Universal-IEMs und wenn diese dem Ohr angepasst sind, merkt man dies auch nicht so sehr, allerdings sind die Schallröhrchen hier in der Universal-Variante etwas dick und können leicht im Gehörgang drücken, wenn man auf zu große Tips setzt. Das macht es etwas tricky den richtigen Tip zu finden, um auch eine gute Isolation zu erreichen, welche mit einem optimalen Sitz hervorragend ist. Dadurch, dass komplett auf eine Luftöffnung verzichtet wurde, kann es aber vor allem bei Siliontips auch zu einem Unterdruck kommen, der etwas unangenehm ist.

Am Gehäuse befinden sich Dip-Schalter, mit welchem sich der Klang beeinflussen lässt, aber dazu weiter unten mehr. Ansonsten sieht der VOYAGER 3 mit seiner individuellen Faceplate sehr ansprechend aus und macht einen robusten Eindruck.

Zum Lieferumfang gehören eine Auswahl an Foam- und Silikontips, sowie eine großes Kunstleder-Case, bei welchem es sich um dasselbe Case wie beim REECHO SPRING handelt, nur in schwarz.
THIEAUDIO setzt auf einen 2-Pin-Anschluss, der nach außen gestülpt ist und so zum Beispiel bei den neueren Knowledge Zenith Modellen zu finden ist. Das dazugehörige 8 Kerne-Kabel ist sehr hochwertig.

Klang

Zum Einsatz kommt beim V3 eine etwas ungewöhnliche Konfiguration, von zwei Knowles CI-22955 und einem ED-29869. Dabei kümmern sich einer der beiden 22955 jeweils um den Bass, der andere um den Mittenbereich. Sie werden jedoch durch den selben Klangschlauch geführt, mit einem 1500 Ohm Filter. Der 29869 für den Hochton hat einen 680 Ohm Filter spendiert bekommen, welcher unangenehme Spitzen etwas unter Kontrolle bringen soll, dies aber nicht zur kompletten Zufriedenstellung schafft und das in jeder der einstellbaren Klangcharakteristiken.
Kurz zur Erklärung: Wir haben 2 Dip-Schalter, woraus sich 4 verschiedene Einstellungen ergeben. Dabei lässt sich mit Schalter 1 der Bass beeinflussen, mit Schalter 2 die Höhen.
Nun ist es jedoch so, dass der Bass wirklich nur in einem sehr geringen Ausmaß beeinflusst wird, egal welche Einstellung ich wähle. Dadurch ergibt sich, dass zwischen der Einstellung 1on/2on und 1off/2on nur ein sehr geringer Unterschied festzustellen ist und ebenso zwischen 1off/2off und 1on/2off. Daher beschränke ich mich in der Bewertung beim Bass auf die allgemeine Performance und bei den Mitten und Höhen jeweils auf 1on/2on und 1off/2off.

Wichtig ist hierbei, dass sich meine Bewertung nach der Konfiguration 1on/2on richtet.

Der Bass lässt sich zwar durch den ersten Dip-Schalter beeinflussen, allerdings ändert sich hier nichts an der Qualität, oder dem Grundton, sondern nur leicht in der Quantität. Er ist ein klein wenig schludrig und nicht ganz Pegelfest. Dazu fällt er im Tiefbass schnell ab, kann etwas zum Dröhnen neigen und lässt die Mitten zeitweise etwas hohl erscheinen. Zum subjektiven Positiven: Er ist weich und warm, hat aber dennoch einen festen Kick und einen vollen Körper. Dabei hat er einen schnelle Reaktionzeit. Dabei spielt er recht linear. Ein typischer BA-Bass eben, mit trockenen und warmen Charakter. In dem Fall mir etwas zu warm und nicht klar und strukturiert genug. Dies wird ganz leicht mit dem Dip-Switch 1 auf off korrigiert, aber dann muss man mit etwas weniger Quantität vorlieb nehmen. Qualitativ ändert sich aber nichts.

1on/2on:
Die Mitten sind ein bisschen ein zweischneidiges Schwert. Grundsätzlich sind sie angenehm warm und soft. Stimmen haben ein recht natürliches Timbre und durch die oberen Mitten und gepushten Höhen eine schöne Präsenz, ohne zu aufdringlich zu sein. Der V3 eignet sich hervorragend für Vocals, wenn man es etwas entspannter mag. Orchestermusik klingt ebenso sehr gut, vor allem wenn es um Cellos, Bratschen und generell Instrumente geht, welche auf einen vollen Körper setzen. Die Mitten werden definitiv vom Bass beeinfluss. Nun kann man für sich selber entscheiden, ob man dies als Vor-, oder Nachteil betrachten möchte. Fest steht aber, dass die Mitten dadurch nicht zu sehr in den Hintergrund gedrängt werden und gut Parole bieten können.

Die Höhen haben zwar keine extreme Erweiterung, aber das macht den V3 im Hochton recht entspannt. Nichts für Höhenfanatiker, oder fürs analytische Hören, aber dennoch werden genügend Informationen zur Verfügung gestellt, damit es spannend bleibt und man nicht den Eindruck hat vom Bass und den Mitten übermannt zu werden. Doch merkt man, dass sich die Bühne nicht wirklich horizontal öffnet, was durch spielfreudigere Höhen begünstigt wäre, dafür aber sehr stark im Panoramabild und in der Tiefe ist. Sibilanten sind hier leider stets ein Thema.

1off/2off
Stellt man beide Dip-Switch auf off, so werden die Höhen merklich geglättet und abgeflacht. Leider interessiert das aber nicht die Sibilanten, welche immer noch präsent sind. Nach der Umstellung wirken die Mitten etwas stumpfer und zurück gesetzter, was aber im Grunde nur subjektiv ist, da die Höhen die Wärme nicht mehr auffangen. Der V3 klingt flacher und nicht mehr so aufregend, auch wenn dies generell kein Attribut des V3 ist. Allerdings hat man in dieser Konfiguration weniger Probleme, wenn man empfindlich im Hochton ist. Stimmen fehlt es etwas an Lebendigkeit und auch die Details sind eigeschränkter wahrnehmbar, da diese nun subtiler vorhanden sind, aber natürlich nicht verschwinden. Im Grunde kann man mit der Einstellung etwas anfangen, wenn man es noch wärmer mag, unaufgeregter und etwas intimer. Für Hörbücher und Filme vielleicht sogar eine willkommene Anpassungsmöglichkeit. Hätte ich allerdings nur diese Einstellung zur Verfügung, würde die Bewertung schlechter ausfallen.

Outro

Die Idee der klanglichen Veränderung und Optimierungsmöglichkeit mit einem Dip-Switch an der Frequenzweiche ist sicherlich nichts Neues, aber dennoch ambitioniert und sicherlich ein nettes Feature, allerdings hätte ich mir hier eine größere Veränderung erhofft. Vor allem der Bass-Switch hat wenig Einfluss.
Auch wenn ich grundsätzlich Bass mag, ist meine Lieblingseinstellung dennoch 1off/2on. Hier muss ich zwar auf ein klein wenig Bass-Quantität verzichten, allerdings klingt der dieser dann subjektiv definierter. Dazu habe ich die angehobenen Höhen und nehme durch die zusätzliche Energie, Luftigkeit, Transparenz und Auflösung, gerne auch mal einen Peak, oder die Sibilanten in Kauf. Der VOYAGER 3 ist ein wirklich guter IEM und wird sicherlich noch einige Fans mehr abgreifen können, mit seiner Klangcharakteristik. Er könnte aber noch mehr Feintuning vertragen, denn die technischen Voraussetzungen hat er. So schafft er es bei mir aber nicht weiter Oben anzugreifen und ordnet sich im oberen Mittelfeld ein. Dennoch will ich den V3 nicht schlechter machen als er ist. Man muss nur wissen was man mit ihm hören will, denn als Allrounder entpuppt er sich nicht. So ist er bei manchen musikalischen Vorlagen umwerfend (Klassik, Country, Singer-Songwriter und grundsätzlich Pop), bei anderen lässt er einen aber etwas ratlos zurück (Rock, EDM, Hip-Hop) und zudem ist der der V3 sehr zickig bei schlechteren Aufnahmen.

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.

(-0.1, 0, +0.1)

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LEGACY 3

VOYAGER 3

Zweite Meinung:

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