HIGH-CLASS
REVIEW

P2

TIN HIFI

Wertung

Preis

8.4

290 €

Review published:

11/2020

Geld

Treiber

1

pro Seite

0

Dynamisch

0

Balanced

Widerstand

32 Ohm

PZ / ES / PL

1

Klang

8.5

Bass

9

Mitten

7.5

Höhen

Empfindlichkeit

90 dB

8.3

Handling

9

Haptik

C

Value

0

Alltag

Frequenzgang

10 - 20000 Hz

Intro

Der TIN HIFI P1 spaltete die Meinungen. Er liefert einen recht einzigartigen Sound, den ich bisher vorher in noch keinem anderen IEM gehört habe. Vor allem besticht er für mich im Mittenbereich, wo er eine hervorragende Transparenz, Separation und Auflösung an den Tag legt. Ebenso haben mich die luftigen und detaillierten Höhen überzeugt. Verzichten muss man dafür aber auf Bassimpact und sicherlich ist er nicht der musikalischste IEM. Ebenso gibt es einige technische Mängel.
Der P2 ist nun also der lang erwartete Nachfolger des P1, welcher ebenfalls auf einen planaren Treiber setzt. Kann er den „modernen Klassiker“ auf ein neues Level bringen?

Handling

Der P2 bekommt ein ansprechendes Facelift im Vergleich zum P1, der eher etwas kantig und nicht so rund und filigran wie der P2 wirkt. Dieser optische und auch haptische FortWie ist der P2 nun einzuordnen? Hätte man dem P1 einfach etwas mehr Tiefgang spendiert und die technischen Eigenschaften überarbeitet, hätten wir einen grandiosen IEM mit dem P2. Dieser verschenkt aber sein Potenzial und ist dazu preislich nicht mehr konkurrenzfähig. Der Hochton macht einfach zeitweise zu viel kaputt und verhindert damit einen neuen Erfolg, besser gesagt eine gelungene Weiterentwicklung des P1 von TIN HIFI, die in letzter Zeit bei ihren Neuerscheinungen eine kleine Berg- und Talfahrt hingelegt haben (T2 PLUS: top, T2000: flop).

Da bleibe ich lieber beim P1 und nehme den Kompromiss der Basswiedergabe und der Bühnenpräsentation in Kauf, bewahre mir dafür aber noch die Magie des planaren Treibers und habe einen herausragenden vocalorientierten IEM, der zudem auch gut auf einen Equalizer reagiert.
Dennoch ist der P2 ein sehr guter IEM, der aber Aufgrund der genannten Einschränkungen in einem anderen Preissegment sicherlich ein besseres Value darstellen würde.schritt ließ sich schon beim T2 PLUS beobachten. Aber der P2 ist nicht nur hübsch anzusehen, er trägt sich auch sehr angenehm, obwohl ich ihn nicht als sonderlich ergonomisch empfinde.

Beim Zubehör lässt sich Tin HIFI diesmal nicht lumpen. Neben einer Verpackung im Schubladenformat bekommen wir ein edles Lederetui, ein 2.5mm balanced Kabel mit beiliegenden Adaptern auf 3.5mm (unbalanced) und 4.4mm balanced. Als Tipauswahl erhalten wir einen Satz Foamtips, sowie die gleiche Anzahl (3 Größen) der Silikonvariante.
Das Kabel besitzt 8 Stränge und erinnert haptisch an das Kabel des T3. Der P2 ist zudem mit einem 2-Pin-Anschluss ausgestattet, was für viele sicherlich einem willkommenen Mehrwert darstellen wird.

Durch die „offene“ Bauweise ist die Isolation nicht die Beste, aber mit laufender Musik ganz gut. Nur der direkte Nachbar könnte eine Beschwerde einlegen.

Die 32 Ohm sind bei einer Empfindlichkeit von 90 dB mit Vorsicht zu genießen. man bekommt am Handy sicherlich einen Ton aus dem P2 heraus, aber die Lautstärke und auch die Dynamik bilden dann nicht das volle Leistungspotenzial des P2 ab.

Klang

Der (planare) Zauber des P1 ist beim P2 nicht mehr zu verspüren. Der P2 geht klanglich viel mehr in die Mainstreamrichtung, was vor allem auch mit der Bassanhebung zu tun hat.

Der frühe Bassrolloff des P1 ist Geschichte. Der P2 bringt nicht nur deutlich mehr Pegel mit, er spielt auch hörbar linearer bis in die ganz tiefen Frequenzen, welche beim P1 nur zu erahnen waren, wenn man nicht mit einem Equalizer nachgeholfen oder den Bassvent geschlossen hatte. Dennoch wirkt der Bass leicht separiert von den Mitten und mir fehlt es trotzt des gewonnen Punch etwas an Festigkeit. Hier wird versucht, ein Bass eines dynamischen Treibers nachzuahmen, was von der Dynamik und der physischen Präsenz nicht 1 zu 1 geglückt ist. Der Bass macht Spaß und gibt dem P2 auch deutlich mehr Musikalität und Wärme, aber er ist für meinen Geschmack nicht immer der treffsicherste und kann auch mal etwas schwammig werden. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau.

Die Mitten lassen die Klasse des P1 aufblitzen. Für mich sind sie das klare Aushängeschild des P2, wie auch schon beim P1. Die zusätzliche Wärme vom Bass geben ihnen noch einen Tick mehr Authentizität und Lebendigkeit. Der P1 klingt im Vergleich etwas uninspiriert und flacher, aber tonal ebenso korrekt. Die Mittenwiedergabe scheint die absolute Stärke des planaren Treibers von TIN HIFI und es gibt hier wenig zu kritisieren. Sie sind wunderbar transparent, separiert und detailliert. Für mich klingen nicht nur korrekt, sondern schaffen es auch inhaltlich einen in ihren Bann zu ziehen. Vor allem Stimmen laden zum intensiven Zuhören ein und man kann sich in den Mitten des P2 schnell verlieren. Schade, dass hier mit der Rezension nicht Schluss ist!

Der Hochton ist nun die Achillessehne des P2. Ich gebe zu, dass die Performance stark von der Songauswahl abhängig ist, aber manchmal ist er hart an der Schmerzgrenze. Nicht weil er übertrieben Sibilant oder durchgehend unangenehmen hell oder spitz klingt, sondern durch die extreme Anhebung im oberen Hochton. Dieser kommt je nach Mix mal mehr, mal weniger zum Tragen. Dadurch können Stimmen (welche eigentlich hervorragen authentisch im Mittenbereich wiedergegeben werden) unangenehm zischelig, oder Instrumente verfälscht und scharf klingen. Warum dieser extreme Push sein musst, bleibt mir ein Rätsel und widerspricht auch der allgemeinen Herangehensweise an ein kohärentes Tuning. Ich bin gern offen für Neues, aber das geht einen deutlichen Schritt zu weit. Nun will ich nicht alles am Hochton schlecht machen, denn wenn die obersten Frequenzen im Mastering des Songs keine große Rolle spielen, ist dies auch nicht permanent wahrnehmbar, aber gerade Frauenstimmen sind mit Vorsicht zu genießen. Was dem Hochton zugutegehalten werden kann, ist eine gute Detailfülle, belebende Energie und auch Transparenz.

Was dem P1 in der Bühnenpräsentation etwas abhandengekommen ist, fängt der P2 auf und verbessert sich hier hörbar. Das mag an der offenen Rückseite liegen, welche dem Klang zu einer besseren Offenheit verhilft oder am überarbeiteten Treiber an sich, aber Bühne und auch Imaging sind wirklich nennenswert, ohne dass es künstlich wirken. Vor allem Stimmen haben nach wie vor eine schöne Intimität und die Instrumente platzieren sich stets gut ortbar um diese herum, sowohl in der Tiefe als auch in der Breite.

Outro

Intro

The TIN HIFI P1 split opinions. It delivers a quite unique sound that I have never heard before in any other IEM. Especially in the midrange where it shows excellent transparency, separation and resolution. Also the airy and detailed highs convinced me. But you have to do without bassimpact and it is certainly not the most musical IEM. There are also some technical flaws.
The P2 is now the long awaited successor of the P1, which also uses a planar driver. Can it bring the "modern classic" to a new level?

Handling

The P2 gets an appealing facelift compared to the P1, which looks rather angular and not as round and filigree as the P2. This optical and also haptic progress could already be observed with the T2 PLUS. But the P2 is not only nice to look at, it is also very comfortable to wear, although I don't find it particularly ergonomic.

When it comes to accessories, Tin HIFI is not to be sneezed at this time. In addition to a drawer-sized packaging, we get a noble leather case, a 2.5mm balanced cable with included adapters to 3.5mm (unbalanced) and 4.4mm balanced. As tip selection we receive a set of foamtips, as well as the same number (3 sizes) of the silicone version.
The cable has 8 strands and is haptically similar to the cable of the T3. The P2 is also equipped with a 2-pin connector, which will certainly be a welcome added value for many.

Due to the "open" construction, the isolation is not the best, but it is quite good with running music. Only the direct neighbor could lodge a complaint.

The 32 ohms should be used with caution at a sensitivity of 90 dB. You can certainly get a sound out of the P2 on your cell phone, but the volume and also the dynamics then do not reflect the full performance potential of the P2.

Sound

The (planar) magic of P1 is no longer noticeable with P2. The P2's sound is much more mainstream, which is mainly due to the bass boost.

The early bass rolloff of the P1 is history. The P2 not only has a much higher level, it also plays audibly more linear down to the very low frequencies, which could only be guessed at with the P1 if you didn't help with an equalizer or close the bass vent. Nevertheless the bass seems to be slightly separated from the mids and despite the gained punch I miss a bit of firmness. Here the attempt is made to imitate the bass of a dynamic driver, which did not succeed 1 to 1 in terms of dynamics and physical presence. The bass is fun and gives the P2 a lot more musicality and warmth, but for my taste it is not always the most accurate and can get a bit woolly. But that is grumbling on a high level.

The mids let the class of the P1 shine through. For me, they are the clear flagship of the P2, just like the P1. The additional warmth of the bass gives them a bit more authenticity and liveliness. In comparison, the P1 sounds a bit uninspired and flatter, but tonally just as correct. The mid-range reproduction seems to be the absolute strength of TIN HIFI's planar driver and there is little to criticize here. They are wonderfully transparent, separated and detailed. Not only do they sound correct to me, but they also manage to captivate you with their content. Especially voices invite to intensive listening and you can easily get lost in the mids of the P2. It's a pity that the review is not over here!

The treble is now the Achilles' heel of the P2. I admit that the performance depends a lot on the song selection, but sometimes it's close to the pain threshold. Not because it sounds exaggeratedly sibilant or consistently unpleasant bright or pointed, but because of the extreme boost in the upper treble. Depending on the mix, this is sometimes more, sometimes less effective. As a result, voices (which are actually reproduced very authentically in the mids) can sound unpleasantly hissy, or instruments can sound distorted and sharp. Why this extreme push is necessary remains a mystery to me and also contradicts the general approach to coherent tuning. I like to be open for new things, but this is a clear step too far. Now I don't want to make everything bad at the high frequencies, because if the uppermost frequencies don't play a big role in the mastering of the song, this is not permanently noticeable, but especially female voices should be treated with caution. What the high frequency can benefit from is a good richness of detail, invigorating energy and also transparency.

What the P1 has lost a bit in stage presentation, the P2 catches and audibly improves here. This may be due to the open back, which gives the sound a better openness, or to the reworked driver itself, but stage and also imaging are really worth mentioning, without appearing artificial. Especially voices still have a nice intimacy and the instruments are always placed around them in a good position, both in depth and width.

Outro

How should the P2 be classified now? If we had simply given the P1 a little more bass response and revised the technical features, we would have a great IEM with the P2. But it wastes its potential and is no longer competitive in terms of price. The high frequency simply breaks down too much at times and thus prevents a new success, or rather a successful further development of the P1 by TIN HIFI, who have recently had a little up and down with their new releases (T2 PLUS: top, T2000: flop).

So I prefer to stay with the P1 and accept the compromise between bass response and stage presentation, but still keep the magic of the planar driver and have an outstanding vocal-oriented IEM that also responds well to an equalizer.
Nevertheless, the P2 is a very good IEM, but due to the mentioned limitations it would certainly represent a better value in another price segment.

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus.

(-0.1, 0, +0.1)

BL-03.jpg

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

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