REVIEW: AKG K141 MKII - SEMI OPEN - DE

Aktualisiert: 7. Dez 2020

Ein Arbeitstier im On-Ear-Format in english


Frequenzbereich: 18 - 24000 Hz | Schalldruckpegel: 114 dB | Impedanz: 55 Ohm | dynamisch

Ein Arbeitstier, das klanglich gut performt, aber nicht zwingend Hifi-Ansprüche bedienen kann und auch nicht muss

Klang 7.7

Bass Mitten Höhen Bühne Imaging

8 7.5 8 7.5 7.5


Handling 7

Verarbeitung Komfort Ohrpads Kopfband Gewicht

7 7 6 8 225 Gramm


Gesamt 7.5

Preis 79 €

Quickcheck

Pro Contra - sicheres Tuning - etwas dünne Mitten

- typischer AKG Sound - kann zu unangenehmen Druck auf den Ohren kommen

- vielfältig einsetzbar - Hochton und Bass ohne große Erweiterung

- gutes Monitoring-Tool - Imaging und Bühne eher durchschnittlich

Intro

>> Der AKG K141 MKII ist ein halb offener Studiokopfhörer mit ohraufliegenden Ohrpolstern.<<

So heißt es im deutschen Werbetext und hier sind erst einmal keine Diskrepanzen zwischen Marketinganspruch und Realität zu erkennen.


Der K141 MKII ist der Nachfolger des K141 mit abnehmbaren Kabeln und leichten Designanpassungen, welche den Nutzen verstärken sollen. Ein Arbeitstier, das klanglich gut performt, aber nicht zwingend Hifi-Ansprüche bedienen kann und auch nicht muss. Er ist ein gutes Tool zum Monitoring für Gesang und Instrumente, allerdings sollte man sich nicht allzu viel Zeit beim Einsingen oder Einspielen lassen, da der On-Ear nicht zu den bequemsten gehört.


Mittlerweile wird der K141 MKII nicht mehr produziert und so kann man nur noch auf Restbestände und gebrauchte Modelle zurückgreifen.

Handling

Wohl die größte Veränderung zum originalen K141 ist das abnehmbare Kabel. Mit jeweils 3m und 5m (spiral) ist es zwar für den mobilen Gebrauch zu lang, aber man ist im Studio flexibel und auch als DJ-Kopfhörer kann der K141 MKII funktionieren, zumindest was das Handling betrifft.

Im Lieferumfang sind zudem zwei verschiedene Paar an Pads enthalten. Die Kunstleder (vormontiert) und Velourspads sind schnell ausgetauscht. Die Kunstlederpads sind dabei etwas weicher, aber auch weniger langlebig und prädestinierter fürs Schwitzen am Ohr. Die Velourspads sind zwar fester, aber haben für mich die besseren Komforteigenschaften.

Ein Adapter von 3.5mm auf 6.3 mm liegt ebenfalls bei.

Ich tue mich meist sehr schwer mit On-Ears. Sie können für mich als Brillenträger sicherlich auch ein Vorteil sein, aber mir ist der generelle Druck auf dem Ohr meist zu groß, um mit ihnen längere Zeit Musik hören zu können. So ist es auch beim K141 MKII, auch wenn das Kopfband durch seine Flexibilität recht bequem ist. Die Pads sind hier der klare Knackpunkt für mich. Dennoch ist es ein Druck, den ich aushalten kann, auch wenn ich ihn stets wahrnehme und als störend empfinde.


Ansonsten ist Verarbeitung solide, auch wenn der K141 MKII nicht an den wertigen Eindruck der "größeren" Serien von AKG herankommt. Durch die halb offene Bauweise dringt einiges an Musik an die Außenwelt und auch die Isolation nach innen ist abgesehen von der On-Ear-Tragweise nicht sonderlich gegeben.

Klang

Bass

Der Bass ist nicht der Voluminöse und kann den puren Basshunger sicherlich nicht stillen, aber er ist dafür sehr direkt und auf dem Punkt. Seine Qualitäten liegen eher in der Feinarbeit, dennoch kann er, wenn er gefragt wird, auch zuschlagen. Allerdings dann nicht im vollen Umfang, da es im Subbereich doch etwas fehlt. Parallelen sind hier zum K702 zu erkennen, wobei der Bass des K702 leicht träger scheint, aber dafür natürlicher klingt, gerade durch sein Reaktionsverhalten. Der Bass des K141 MKII ist etwas knackiger, aber es fehlt ihm etwas das Atmosphärische. Dennoch sehr ansprechend und durchaus musikalisch ausgelegt.

Mitten

Bei den Mitten hört man wie so oft sofort, dass man einen AKG auf dem Kopf sitzen hat. Positiv ist ihnen zugute zuhalten, dass diese nicht ganz so aufdringlich um die 2 kHz sind, wie zum Beispiel beim K702, was ihm eine bessere Durchhörbarkeit bzw. die besseren Allrounderqualitäten gibt. Dafür klingen sie auch etwas dünner und nicht ganz so homogen wie beim K702. Ansonsten haben sie einen recht hohen Grad an Realismus, auch wenn es mir bei den Mitten etwas an Körper fehlt. Zeitweise können sie etwas dumpf erscheinen, was aber auch im Zusammenspiel mit den Höhen erzeugt wird, da diese nicht die spritzigsten sind.

Höhen

Auch wenn den Höhen die Spritzigkeit und Brillanz etwas abhanden geht, sind sie äußerst sicher und damit auch genau fürs Monitoring geeignet. Hier kommt es nicht auf feinste Mikrodetails an, oder den notorischen Zwang der ultimativen Auflösung und Pegeltreue, was auch mal schnell zu Überspitzung und Ermüdung führen kann. Der Hochton des K141 MKII ist da sehr entspannt unterwegs, wie zum Beispiel ein K240 MKII, mit der Bereitschaft genügend Informationen zur Verfügung zustellen, um realistisch und gleichermaßen musikalisch zu bleiben. Des Weiteren fügen sich die Höhen in der Form gut in die ordentliche klangliche Gesamtpräsentation des K141 MKII ein, ohne im wahrsten Sinne des Wortes großartig herauszustechen. Sibilanten sind ebenso kein Thema.


Bühne

Die Bühne weist trotz der halb offenen Bauweise keine besonderen Dimensionen auf. Für den Monitoringanspruch ist dies auch absolut nicht notwendig, da hier manchmal sowieso in Mono gearbeitet wird, wenn man nicht gerade auf einen fertig abgemischten Song singt oder spielt.

Die Bühne ist aber dennoch nicht klaustrophobisch oder dergleichen, sondern einfach im guten Durchschnitt.

Imaging

Das Imaging ist in der etwas mittenzentrierten Klangpräsentation nicht das Beste, aber Instrumente sind dennoch gut ortbar und anständig voneinander separiert. Auch hier lässt sich von gutem Durchschnitt reden. Ein hoch anspruchsvolles, fein differenziertes 3D-Bild sollte man allerdings nicht erwarten.

Outro

Abschließend bleibt zusagen, dass der K141 MKII musikalisch vielfältig einsetzbar ist, auch wenn er nicht den quantitativsten Bassbereich besitzt und mehr auf Sicherheit aus ist als einem jedes Detail oder Aufnahmefehler um die Ohren zu schleudern. Das ist natürlich für den Puristen kein Vorteil, aber so kann der K141 MKII auch mal schlechteres Eingangsmaterial "überspielen". Durch den hohen Wirkungsgrad bei relativ niedriger Impedanz ist er auch ohne Probleme spontan am Handy zu betreiben, allerdings sollte man sich durch die baulich bedingte schwächere Isolation immer bewusst sein wo man sich befindet. Durch den recht hohen Anpressdruck des K141 MKII kann nach einiger Zeit ein unangenehmer Druck entstehen.

Danke an Sattler Electronic Showtronic AG für die Zurverfügungstellung der Test-Kopfhörer.

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