REVIEW: AKG K240 MKII - SEMI OPEN - DE

Aktualisiert: Nov 16

Der Budget-Dauerbrenner von AKG in english


Frequenzbereich: 15 - 25000 Hz | Schalldruckpegel: 91 dB | Impedanz: 55 Ohm | dynamisch

Der K240 MKII ist ein günstiger und funktionaler Kopfhörer, der sich durchaus zum Monitoring eignet und auch Musikalität mitbringt.

Klang 7.6

Bass Mitten Höhen Bühne Imaging

7.5 7.5 8 7.5 7.5


Handling 7

Verarbeitung Komfort Ohrpads Kopfband Gewicht

7 7 8 6 226 Gramm


Gesamt 7.4

Preis 63 €

Quickcheck

Pro Contra - warm & musikalisch - etwas dumpf in den Mitten

- Verarbeitung/Zubehör - Imaging nicht das Beste

- keine unangenehmen Peaks - Oberbass

- Höhenpräsentation - Padkomfort

Intro

Der AKG 240 MKII ist ein warmer und recht linear abgestimmter Kopfhörer, der entspannt und musikalisch aufspielt, allerdings nicht die Klarheit und Akkuratesse eines AKG 612 PRO oder K701/702 herankommt. Dafür ist er mit seiner eher an den Mainstream gerichteten Klangcharakteristik sicherlich einer breiteren Masse ein guter musikalischer Begleiter. Mit seinem funktionalen Design war/ist er zudem ein Vorbild für viele günstige Nachbauten aus Asien.

Handling

AKG hat den Dreh raus funktionale Kopfhörer zu designen. Der K240 MKII gehört sicherlich dazu, auch wenn die Pads im Vergleich zu der 7er-Serie eher billig wirken und nicht an den Komfort heran kommen, da sie mein Ohr nicht komplett umschließen. Am Design bedienten sich schon viele Firmen, wie z. B. Superlux für den HD681. Das Kopfband ist bequem sowie flexibel und passt sich automatisch an die Kopfform an, ohne dass man selbst Hand anlegen müsste. Mit zwei verschiedenen abnehmbaren Mini-XLR-Kabeln (3.5mm - 3m und 5m-Spiral), einem 6.3mm Adapter und zwei Sorten an Pads, fällt der Lieferumfang zudem recht großzügig aus. Die Velourspads haben weniger Kontakt am Kopf, wodurch sie dem K240 MKII etwas die Bassintensität nehmen können, was für manche durchaus ein willkommener Nebeneffekt sein kann. Die Kunstlederpads empfinde ich aber als bequemer, auch wenn es unter ihnen etwas wärmer wird. Die Isolation ist aufgrund der halb-offenen Bauweise sicherlich nicht die Beste, aber das war von vornherein klar. Allerdings eignet sich der K240 MKII daher nicht unbedingt für unterwegs.

Klang

Bass

Der Bass des K240 MKII hat eine typische AKG Grundausrichtung. Er ist eher trocken mit einem linearen Roll-Off ab 100 Hz, welcher aber nicht so drastisch wie beim K271 MKII ausfällt. Das nimmt ihm etwas die Körperlichkeit und das Organische. Dennoch ist er sehr akkurat und flott unterwegs. Im Oberbass hat er mir aber noch etwas zu viel Präsens, was die Mitten einfärbt. Der K240 MKII klingt daher bei Musik ohne viel Bassanteil etwas natürlicher.

Mitten

Wenn man vorher sich klanglich mehr mit dem K702, oder K612 PRO beschäftigt hat, ist die Präsentation der Mitten sicherlich ersteinmal eine Umstellung. Sie klingen nicht ganz so klar und separiert, sondern sind wärmer, entspannter und weicher abgestimmt. Ich finde die Mitten recht angenehm und unaufdringlich, allerdings fehlt mir ein bisschen die Differenzierung. Ebenso finde ich Stimmen etwas zu dick und zurückhaltend. Die Mitten des K240 MKII sind sicherlich nicht die aufregendsten, allerdings sind sie detailliert und musikalisch.

Als neutral kann man sie jedoch nicht beschreiben, da sie vor allem im unteren Bereich zu voll klingen und daher ist der K240 MKII wenn eher als Monitoringtool geeignet, anstatt zum Mischen. Mir sind die Mitten in Summe aber etwas zu dumpf und uninspiriert.

Höhen

Die Höhen zeichnen sich als Gewinner in der Signatur des K240 MKII ab. Sie haben diese entspannte Grundhaltung wie auch die Mitten, aber sie überzeugen mich trotz des weitestgehend sicheren Tunings mit einer guten Detailvielfalt und einer schönen Transparenz. Zudem neigen sie nicht zum Überzeichnen und können auch noch bei höherer Lautstärke ihr Potenzial abrufen, ohne allzu anstrengend zu werden.


Bühne

Die Bühne hat eine realistische Ausdehnung und überzeugt mit einem ausgeglichenen Aufbau in alle Richtungen, auch wenn sie in der Breite die größten Abmaße besitzt.

Imaging

Das Imaging leidet etwas am Oberbass und den energiearmen Mitten, wodurch die Klarheit fehlt und die scharfe Trennung von Instrumenten und Stimmen. Das führt manchmal zu Überlagerungen. Hier hätte die Bühnengröße besser ausgenutzt werden können.

Outro

Der K240 MKII ist ein günstiger und funktionaler Kopfhörer, der sich durchaus zum Monitoring eignet und auch Musikalität mitbringt. Allerdings ist er mir etwas zu warm abgestimmt und es fehlt den Mitten an Durchsetzungsvermögen. Der Bass dürfte dazu gerne knackiger sein und sich das Verhältnis Oberbass/Subbass ausgeglichener gestalten. Dennoch gewöhnt man sich an die Präsentation und kann den K240 MKII auch über Stunden ohne Ermüdungserscheinungen nutzen.

Ich habe schon Besseres vom AKG gehört, aber der K240 MKII ist sicherlich kein schlechter Einstieg, wenn man auf der Suche nach einem entspannten Kopfhörer ist, der genügend Informationen zur Verfügung stellt, um Musik zwischendurch auch mal kritischer zu betrachten, aber darin nicht seine Kernkompetenz sieht.


Danke an Sattler Electronic Showtronic AG für die Zurverfügungstellung der Test-Kopfhörer. THOMANN

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CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

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