REVIEW: DROP x SENNHEISER HD58X - OPEN BACK - DE

Aktualisiert: Nov 16

Eine Legende meldet sich zurück in english


Frequenzbereich: 12 - 38500 Hz | Schalldruckpegel: 100 dB | Impedanz: 150 Ohm | dynamisch

Wer sich allerdings neben einem balancierten Klang ein bisschen mehr Lebendigkeit vom HD6XX wünscht, der kann mal ein Ohr riskieren und bekommt einen absoluten Preis-Leistungs-Schlager.

Klang 8.5

Bass Mitten Höhen Bühne Imaging

8.5 8.5 8.5 8.5 8.5


Handling 8.5

Verarbeitung Komfort Ohrpads Kopfband Gewicht

9 8 8 8 260 Gramm


Gesamt 8.5

Preis 145 €

Quickcheck

Pro Contra - guter Tragekomfort - etwas hoher Anpressdruck -

- energische Mitten - leichte Schrillheit

- guter, natürlicher Bass - Subbass-Rolloff

- Preis-Leistung - Höhenerweiterung

Intro

Neben dem HD6XX bietet DROP auch den HD58X Jubilee als überarbeitete Version des HD580 an, dem Urgestein der dynamischen Sennheiser High-End-Modelle, welcher vor knapp 20 Jahren veröffentlicht und später durch den HD600/650 ersetzt wurde. Der HD580 bescherte SENNHEISER eine sehr gute Reputation in der audiophilen Welt und war sozusagen der Startschuss der Erfolgsgeschichte. Der HD580 und der HD650 waren klanglich (Graphen nach zu urteilen) seiner Zeit schon nicht allzu weit auseinander, der HD6XX und der HD58X sind es (nach realem Hörvergleich) auch nicht. Sie sind sich sogar sehr ähnlich.

Handling

Hier ist der Beschreibung des HD6XX nicht allzu viel hinzuzufügen, denn neben den klanglichen Gemeinsamkeiten teilen sie sich auch die baulichen.

Der HD58X, besteht zu guten 80 % aus Plastik. Lediglich die Verstärkung am Kopfband, mit welcher sich der Kopfhörer auch der Kopfform anpassen lässt, und die Rückseitengitter der Ohrmuscheln sind aus Metall. Einen billigen Eindruck macht der HD58X dadurch allerdings nicht, denn die Verarbeitung ist hochwertig und es lassen sich keine Produktionsfehler oder grobe Toleranzen ausmachen. Im Vergleich zum HD6XX kann man das Innenleben durch das Gitter auf der Rückseite nicht sehen, sondern dieses ist durch einen dünnen Schaumstoff im Inneren verborgen.

Die Ohrpads haben einen Veloursbezug (welcher bei Brillen etwas knirscht), die das komplette Ohr umschließen und durch den (etwas zu festen) Anpressdruck des Gehäuses sehr sicher sitzen.

Am Kopfband befindet sich eine Schaumstoffpolsterung, welche einen Druckschmerz weitestgehend unterbindet und ein langes Tragen der Kopfhörer ermöglicht.

Der Tragekomfort ist daher gut, allerdings durch den hohen Anpressdruck und der etwas spartanischen Polsterung am Kopfbügel etwas eingeschränkt. Ich habe ein flexibles Kopfband lieber.


Das Zubehör ist auf ein Minimum reduziert, sprich das gleiche 3.5mm Kabel (1.8m) wie beim HD6XX, sowie einen Adapter auf 6.3mm Klinke. Das Kabel besteh aus zwei recht dicken Strängen (links/rechts), welche parallel geführt werden. Die Verbindung zum Kopfhörer erfolgt über einen 2-Pin Anschluss (beidseitig).

Viel bekommen wir also nicht, aber das Nötigste, was auch im Hinblick des Preises völlig ausreichend ist. Hier steht klar der Kopfhörer an sich im Vordergrund, und selbst ohne Zubehör würde sich für mich der Preis rechtfertigen. Der HD58X ist sogar noch einmal 40 € günstiger als der HD6XX.


Von einer Isolation kann man durch die offene Bauweise nicht sprechen, wodurch sich der HD58X nur beschränkt für die Öffentlichkeit eignet, ob nun auf der Straße oder im Büro.

Klang

Bass

Im Bass erleben wir einen quantitativen Zuwachs zum HD6XX. Dieser Zuwachs stellt aber nicht die gesamte Signatur auf den Kopf, sondern sorgt für einen etwas kräftigeren Punch im Vergleich zum HD6XX. Qualitativ nehmen sich die beiden nicht viel, er ist nur ein bisschen präsenter, was den ein oder anderen entgegen kommen, andere jedoch auch abschrecken könnte. Im Subbereich fehlt mir nach wie vor aber etwas der Druck, dennoch habe ich die etwas höhere Erweiterung beim HD58X.


Mitten

Die Mitten haben eine gute Präsenz und spielen klar und direkt. Allerdings finde ich sie im oberen Bereich ein bisschen fordernd mit einer leichten Schrillheit bei manchen Songs. Dafür haben sie die gewünschte Energie, die ich manchmal beim HD6XX vermisse. Stimmen werden etwas mehr in den Vordergrund gestellt und haben größtenteils ein natürliches Timbre, sind teilweise aber etwas grell, wodurch Ermüdungserscheinungen auftreten können. Qualitativ sind sie jedoch in Summe recht hochwertig, sowohl in der Auflösung als auch Tonal. Man sollte nur etwas die Lautstärke im Blick haben. Diese Mittenpräsentation kann Fluch und Segen zugleich sein, vor allem wenn man Vocals liebt. Für mich sind die (oberen) Mitten aber noch absolut im tolerierbaren Bereich.


Höhen

Wie auch beim HD6XX dürfte der Hochton des HD58X gerne ein bisschen intensiver sein. Er umschifft die Sibilanten zwar gekonnt und hat auch eine gute Auflösung, allerdings sehe ich beim HD6XX qualitativ dezente Vorteile, die aber nicht ausschlaggebend sind. Im Vergleich sind die unteren Höhen etwas zurückgenommen, wodurch die oberen Mitten mehr zur Geltung kommen als beim HD6XX.

Das macht den HD58X noch ein bisschen mittenfokussierter, was zwar per se nichts Schlechtes ist, aber dadurch die Balance und Natürlichkeit etwas verloren geht. Den Detailgrad betreffend begegnen sich beide auf Augenhöhe mit leichtem Vorteil beim HD6XX, der zwar auch kein Spektakel abfeuert, aber hier etwas definierter agiert und den erwachseneren Eindruck hinterlässt.


Bühne

Die Bühne setzt trotz der offenen Bauweise des HD58X keine Maßstäbe und bewegt sich auf demselben (guten) Level des HD6XX mit leichten subjektiven Vorteilen in alle Richtungen aufseiten des HD58X, was sicherlich mehr Spannung erzeugt, aber nur eine Nuance darstellt.

Imaging

Die Separation wirkt etwas schärfer als beim HD6XX durch die direktere Ansprache und Stimmen treten mehr in den Vordergrund, wodurch auch eine deutlichere Tiefe geschaffen wird, allerdings liegen keine Welten in der Bildgebung zwischen dem HD58X und dem HD6XX. Es wird ein sauberes 3D-Bild gezeichnet, was aber keinesfalls mit dem Imaging eines AKG K812 mithalten kann. Dem Preis angemessen trifft wohl zu.

Outro

Diese Rezension soll keinen Shootout zwischen dem HD6XX und dem HD58X darstellen. Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Punkt. Dennoch liegt natürlich der Vergleich nahe. Der HD58X versprüht mehr Energie und hat auch die leicht bessere Erweiterung im Tiefton. Durch die deutlichere Fokussierung auf die oberen Mitten durch den etwas zurückhaltenden unteren Höhenbereich im Vergleich zum HD6XX, geht ein bisschen die absolute Balance abhanden, aber dennoch ist der HD58X nach einem neutralen Klang mit leichter Wärme bestrebt.

Jedoch sind die Mitten dadurch etwas greller und nicht mehr so tiefenentspannt wie beim HD6XX. Dafür klingt der HD58X lebendiger und direkter in der Ansprache, allerdings würde ich dem HD6XX eine leicht bessere Auflösung attestieren, auch wenn dieser im Vergleich nicht die Klarheit des HD58X aufbringen kann.


Schlussendlich kommt es auf die persönlichen Präferenzen an. Wem der HD6XX schon zu viel Bass mitbringt, der sollte sich nicht zum HD58X orientieren, sondern wenn eher zum HD600. Wer sich allerdings neben einem balancierten Klang ein bisschen mehr Lebendigkeit vom HD6XX wünscht, der kann ein Ohr riskieren und bekommt einen kompetenten Kopfhörer zu einem absoluten Preis-Leistungs-Schlager. Für mich ist der HD6XX der erwachsenere und natürlichere von beiden, der spaßigere und klarere ist allerdings der HD58X.

KLOGOWhite.png

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

  • Facebook
  • Instagram