IN-EAR
Premium

TIA TRIÓ

64 AUDIO

Bewertung

Preis

9.6

2120 €

Review published:

04/2020

Treiber

3

pro Seite

1

Dynamisch

2

Balanced

Widerstand

5.5 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

9.5

Bass

9.5

Mitten

9.5

Höhen

Empfindlichkeit

104 dB

9.5

Handling

9.5

Haptik

D

Value

+

Alltag

Frequenzgang

5 - 22000 Hz

Intro

64 AUDIO, sicherlich eine dieser wenigen Marken wo einem in Hi-Fi-Kreisen niemand entgeistert ansieht und fragt was er sich von dieser Kryptowährung AUDIO kaufen kann, vielleicht 3 CDs?! Sicherlich ein paar mehr, denn selbst mit über 2000 € ist der TIA TRIÓ, um den es hier gehen soll, noch einer der günstigen Vertreter im Produktsortiment von 64 AUDIO.

Der TIA TRIÓ ist ein Hybrid bestehend aus einem Dynamischen und 2 Balanced-Armature Treibern. In der Produktbeschreibung findet man Aussagen wie apex, tia und LID und da auch diese Begriffe nicht in meinem alltäglichen Rezensionssprachgebrauch auftauchen, möchte ich mich kurz bei HEADTEK bedienen und mich an deren Beschreibung bedienen. HEADTEK ist ein fein sortierter Kopfhörerladen in Berlin, mit Firmenursprung in UK, welcher mir netterweise den TIA TRIÓ für diese Rezension zur Verfügung gestellt hat.

>> … Das bahnbrechende, zum Patent angemeldete tia System mit seinem vollständig schallrohrfreien Aufbau besteht aus dem tia Single Bore Design ("eine Bohrung/Öffnung"), der tia Schallkammer und dem proprietären, offenen Balanced-Armature tia Treiber...

64 Audio's einzigartige apex Technologie reduziert durch eine pneumatisch interaktive Belüftung den Druck auf das Trommelfell, wie er bei vielen anderen In-Ear Kopfhörern zu finden ist. Hörermüdungen treten somit deutlich seltener auf.

Die LID-Technologie (Low Impedance Design) sorgt dafür, dass der Trió seine Klangsignatur unabhängig von der Quelle beibehält… <<

Ich bin meist skeptisch, wenn eine Firma mit solch tollen Begriffen und "Erneuerungen“ um die Ecke kommt, denn meist gibt man dem Kind nur einen anderen Namen, oder es ist einfach nicht so bahnbrechend wie es vermuten lässt, sondern erfüllt nur den Marketingzweck.

Wenn ich “Tia“ richtig verstehe, hab ich alle Treiber in einer Schallkammer, ohne dass sie separiert zur Schalöffnung geführt werden. Nun ja, damit das klanglich gut funktioniert braucht es sicherlich einiges an Know-How und perfektem Tuning. Das Konzept findet man allerdings auch in 15 € IEMs, da dies aus Kostengründen nicht anders möglich ist, oder manche Hersteller es auch gar nicht besser wissen, die Treiber alle zusammen schmeißen und ab und zu damit auch mal einen Treffer landen.

Bei “apex“ und “LID“ sieht das schon ein bisschen anders aus, denn der berüchtigte Driver-Flex, oder der unangenehme Unterdruck bei komplett geschlossenen Bauweisen ist nicht auszumachen und ebenso kann ich wirklich keine gravierenden Klangunterschiede bei unterschiedlichen Quellen ausmachen. Das ist sicherlich ein Pluspunkt, aber nimmt einem damit auch die eventuell bewusste und gewünschte Veränderung, je nach Quelle.

Schlussendlich ist es mir auch ein bisschen egal, was für Wundertechnik in einem IEM steck. Mir kommt es auf den Klang an und da überzeugt mich der TIA TRIÓ bislang wie kein anderer IEM. Hier fällt es mir eher schwer negative Aspekte zu finden, anstatt nach Positiven zu suchen.

Handling

Einiges was eigentlich hier rein gehört, habe ich im INTRO schon vorweg genommen, also können wir uns hier auf das wesentliche konzentrieren.
Der Lieferumfang entspricht den preislich geweckten Erwartungen, aber ist zugegebener Maßen dennoch etwas schlicht.
Enthalten sind: Transport-Hardcase, Luftentfeuchter, Reinigungswerkzeug, Shirt-Clip, TrueFidelity Schaumstoff-Ohrpassstücke (S,M,L), Silikon-Ohrpassstücke (S,M,L), ein abnehmbares 1.2m Premium-Kabel, ein Handbuch, sowie ein 64 AUDIO Sticker.
Mir fällt erstmal nichts ein was ich noch vermissen würde, aber alles ist etwas lieblos präsentiert. Find ich persönlich nicht schlecht, aber es gibt doch sicherlich auch viele Audiophile, die schon beim Un-Boxing sich in ein IEM verlieben, was hier wohl wegfällt.

Schlicht ist hier generell das Stichwort, auch im Design. Die Bauform ist recht universell und erinnert in der Form ein bisschen an CHI-FI-Vertretern wie der KZ AS10, oder CCA C16, nur kompakter, ohne futuristische Faceplate und natürlich wesentlich hochwertiger, durch die verwendeten Materialien und der tadellosen Verarbeitungsqualität. Trifft absolut meinen Geschmack!

Der Tragekomfort ist ebenso ohne Beanstandung, auch auf lange Sicht und die Isolation kann sich sehen, äh… hören lassen, oder eben auch nicht, was wiederrum bedeutet sie ist sehr gut!

Das Kabel ist zwar sehr hochwertig, aber ich bevorzuge lieber Silikonverstärkungen als die biegsame Draht-Verstärkung des TIA TRIÓ, da das Zurechtbiegen einfach ein Zeitfaktor ist und das Einsetzten nicht ganz so flüssig gestaltet.

Was bleibt also hier hängen? Schlichtes Design und Aufmachung, dafür alles was man braucht in Premiumqualität und Verarbeitung, sowie sehr gute haptische, Komfort- und Isolationseigenschaften.

Klang

Da der TIA TRIÓ mich direkt vom ersten Klang an begeistert hat und sich unweigerlich an meine IEM-Spitze setzen wird, möchte ich diese Rezension etwas mehr als Vergleich aufbauen, als dies sonst der Fall ist. Dazu bekommt der TIA TRIÓ den CAMPFIRE SOLARIS und den ORIVETI OH500 in den Ring gestellt und muss sich an drei Songs messen, welche vom Genre her vielleicht nicht sonderlich vielseitig sind, aber prinzipiell jeden IEM bisher mehr oder weniger vor Probleme gestellt hat. Mir ist aufgefallen das wenn ein IEM hier besteht, selten Probleme mit anderen Genres aufweist.
Im Genre Rock/Hardcore sind Musikstücke oftmals voll Energie und vor allem instrumental Überladen. Das endet meist in einem Klangsalat, wo sich die Zutaten nur schwer herausschmecken lassen. Hier eine Ordnung rein zu bringen, Stimmen nicht untergehen zu lassen und dennoch die Energie und Kraft der Stücke zu transportieren ist eine Herausforderung, die schwer zu bewältigen ist.
Es handelt sich sozusagen um einen Kampf der Hybriden (TRIÓ 1*DD & 2*BA, SOLARIS 1*DD & 3BA, OH500 1*DD & 4*BA) in folgen Disziplinen: Falling In Reverse – Popular Monster, Beartooth – In Between, Breaking Benjamin – Breath.

Ich werde bei jedem Song, 3-4 Dinge herausstellen, auf die ich besonders achte und diese dann Vergleichen. Bitte beachtet dabei, dass ich nur wiedergebe, was ich bei den Liedern subjektiv gerne hätte, bzw. erwarte. Da wird jeder sicherlich etwas anderes finden, oder bevorzugen, aber ein paar Dinge lassen sich dadurch recht gut vergleichen und verständlich wiedergeben.
Da diese Songs zum Teil wirklich nicht IEM-Freundlich sind, wird diese Rezension sicherlich auch keine Lobeshymne auf den TIA TRÓ, oder die anderen Beiden, aber wenn man Sachen am wenigstens schlecht macht, macht man diese im Vergleich auch irgendwie am besten oder?

Beginnen wir mit Popular Monster von Falling In Reverse. Ronnie Radke (Frontsänger) kommentierte den Stil seiner Band einst so: „in the same songs it sounds like Norma Jean or Underoath with Katy Perry choruses“ – das ist zwar etwas überspitzt und auf die Beschreibung passt “Popular Monster“ nicht wirklich, aber im Grunde ist da was dran.
Was macht den Song aus:
Eine Mischung aus Rap und Hard-Core (Crossover), dominantes Schlagzeug, mit vielen Doublebass-Passagen und ein kraftvoller Refrain wo “dreckige“ und nicht immer sauber gespielte E-Gitarren, Schlagzeug und Stimmen gegeneinander ankämpfen. Auf folgendes achte ich für diese Rezension besonders: 00:28 – Bassdrop, 00:52 – feine 16tel auf Ride Becken im Refrain, 02:19 & 02:44 – alles was es in diesem Song zu hören gibt, wird hier zusammen geschmissen, absoluter Stresstest.

Der TRIÓ stellt sich dieser Herausforderung recht unaufgeregt. Er weiß, dass er weder einen markerschütternden Bass besitzt, noch den Impakt mitbringt mit diesem Song ein wahres Bassfeuerwerk abzufackeln, aber dafür stets weiß worauf es ankommt. Der Bassdrop hebt einen nicht aus den Latschen, aber man merkt das der Sub-Bass angehoben ist und durch den linearen Abfall zum Oberbass hin, subjektiv eine homogener Bass erzeugt wird, der nicht nur Geschwindigkeit mitbringt, sondern ebenso ein angenehmen Rumpeln, einen knackigen und punktierten Bass, sowie die Gabe den Bass nicht als großes Ganzes darzustellen, sondern einem stets die Möglichkeit gibt verschiedene Basstöne auch herauszustellen. Er schlendert ohne Mühe über den Doublebass und bleibt stets sauber, solang dies auch im Song der Fall ist.
Die 16tel auf High-hat und Becken sind stets herauszuhören, könnten aber ein klein wenig mehr herausstechen. Was wirklich erstaunlich ist, ist die Gelassenheit des TIA TRIÓ wenn es hektisch wird. Zugegebener Maßen ist die Aufnahme nicht ganz übersteuerungsfrei, wenn wir uns den Song ab Minute 2,19 zu Gemüte führen. Der TRIÓ deckt dies aber nur unbeschönigt auf, ohne ebenfalls die Kontrolle zu verlieren. Ebenso ist ihm anzurechnen, dass im Refrain die Bühne nicht in sich zusammen fällt und Stimmen zwar leicht nach hinten rücken müssen und den Gitarren den Vortritt lassen, aber dies für mich in einem völlig vertretbaren Rahmen.
Der SOLARIS belegt hier für mich Platz zwei. Er hat im Vergleich weniger Sub-Bass zu bieten, aber ist ebenso schnell und punchig. Aber es fehlt leicht der Druck und etwas Wärme, wodurch der Song etwas dünner klingt. Ebenso kann er in den oberen Mitten etwas harsch werden. Die Höhen sind leicht mehr betont und auch im Platzangebot beim Stresstest muss sich der SOLARIS hinter dem TIA TRIÓ nicht verstecken, welcher aber die bessere Balance im gesamten Frequenzspektrum aufweist. Dennoch wirkt der SOLARIS hier sogar etwas aufgeräumter, wohl weil er den Höhen etwas mehr Bedeutung zuspricht.
Das Nachsehen hat hier der OH500. Er klingt deutlich flacher und kann die Energie des Songs nicht wirklich umsetzten. Er ist zu brav und hat dazu in den oberen Mitten hier einen fiesen Peak, welcher auf Dauer äußerst unangenehm ist. Ihm fehlt die Durchetzungskraft und reißt das Stück so etwas in der Dynamik auseinander. Er hat definitiv andere Stärken, die hier aber nicht zum Tragen kommen.

Beartooth – In Between: Der Song ist nicht nur schlecht abgemischt, sondern auch musikalisch schlecht auf Platte transportiert. Live ist er eine Naturgewalt. Hier geht es also darum, ob die Drei auch als Klärwerk funktionieren, denn wie heißt es unter Tontechnikern beim Abmischen so schön: “Kommt scheiße rein, kommt Scheiße raus“, aber vielleicht bringt hier ein Konkurent ein ganz besonderes Klärbecken mit, was die Sache etwas sauberer gestaltet. Hier passiert vor allem viel auf den Becken, was schnell ins Blecherne abrutschen kann und die Gitarren präsentieren sich auf der Aufnahme recht leblos. Profilieren kann sich hier ein IEM, welcher Wärme, sowie Druck von unten mitbringt und dazu die Höhen entspannt behandelt.
Ausfällig ist hier direkt 00:13 – wo die Strophe anfängt und direkt musikalisch losgefeuert wird, ohne Rücksicht auf Verluste, 00:36 helle Becken und Doublebass, etwas dünne aber crunschige Gitarren, 02:01 – Bridge mit zwei Gitarren, die sich im Panorama klar unterscheiden sollten, hier kommt auch die schlechte Abmischung gut zum Tragen.

Ja was soll man sagen, ein Klärwerk ist der TIA TRIÓ schon einmal nicht. Er nimmt das was er bekommt und spuckt das schonungslos wieder aus. Aber: er macht es nicht noch schlimmer, indem er disharmonisch wirkt, oder unangenehm wird. Obwohl er die Höhen sonst stets sehr sauber, akkurat und vor allem unheimlich detailliert wieder gibt, ohne es zu übertreiben, reicht es bei mir mit dem Rumgeklirre der Becken nach dem dritten Mal hören definitiv. Der TRIÓ ist sehr natürlich abgestimmt, in Richtung neutral, was bedeutet, dass er dem Song nicht zusätzliche Wärme spendet und dass wir uns bei anderer Musik an einem sehr natürlichen Klang, ohne Verfärbung erfreuen können.
Der SOLARIS ist hier etwas frecher und schafft es dem Song mehr Dynamik zu verleihen. Ich möchte das zum einen darauf zurückführten, dass ich ihn im Hochton als enorm pegelfest empfinde und er hier einfach eine herausragende Leistung abliefert. Auch er bringt natürlich das songtypische Klirren mit, aber es klingt für mich immer noch natürlicher, als beim TIA TRIÓ. Dazu ist er kräftiger in den Mitten, vor allem in den oberen, was ihm hier zugutekommt, aber auch mal anstrengend werden kann. Das Schlagzeug klingt dazu im tieferen Bereich schön knackig und hat ein gutes Volumen, aber ist nicht ganz so texturiert wie beim TRIÓ. Der OH500 hat hier einen großen Vorteil und das ist seine Höhenpräsention. Diese ist zwar im Vergleich der Dreien am zurückhaltendsten, aber ist dennoch qualitativ mit dem SOLARIS auf einem Level. Das bedeutet, dass der OH500 zwar nicht über die schlechte Produktion hinweg täuscht, aber dies subtiler aufzeigt. Großer Nachteil sind aber auch hier die Mitten, welche etwas shouty werden und so den entspannten und transparenten Höhen die gute Show stehlen. Der Bass ist auch beim OH500 nicht sehr prominent, wo sich alle drei quantitativ nicht viel nehmen. Aber aus qualitativer Sicht, vor allem was die Festigkeit anbelangt gehe ich mit TRIO und SOLARIS.

Breath von Breaking Benjamin ist hier in der Songauswahl wohl der Song, welcher den IEMs es am einfachsten macht zu punkten. Er ist sehr kraftvoll und melodisch mit einer Stimme, die weder zu warm noch zu kühl erscheint und einen schönen Crisp mitbringt. Die Gitarren haben Durchschlagskraft, lassen sich gut separieren und nehmen den dominanten Part ein. Hier zeigt sich, wer die Energie gut transportieren kann und vor allem in den Mitten überzeugt. Bei diesen stellt sich die Herausforderung dar, den Gitarren zwar nicht in ihrer Präsens zu berauben, aber ihnen auch nicht so viel Volumen und Dominanz teil werden zu lassen, damit die Stimme noch mithalten kann. Dazu ist hier interessant ob die Separation bei dem stimmigen kraftvollen Klangteppich noch funktioniert.
Hier gebe ich mal keine Minuten an, sondern betrachte den Song mehr als Ganzes.
Der TIA TRIÓ enttäuscht mich hier in keinster Weise, aber ist dennoch für meinen Anspruch nicht perfekt. Besonders auffällig ist hier der E-Bass, welcher immer deutlich und detailliert verfolgbar ist. Der TRiÓ schafft es problemlos mich zum Wippen und Nicken zu bringen und mir ein lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Leichte Einschränkungen habe ich aber genau im kritischen Bereich. Für meinen Geschmack könnten die Mitten hier noch etwas direkter und klarer getrennt sein. Die Gitarren sind im Refrain etwas übermannend und wirken etwas aufgebläht. Um es vielleicht doch an einem Beispiel fest zu machen: Bei Minute 01:20 geht es in den Refrain über, wo zuerst der Gesang alleine da steht und dann die Instrumente auf einen Schlag zusammen einsetzten. Hier wird die Stimme leicht in den Hintergrund gedrängt und es wirkt alles zu mächtig. Dennoch behält man mit dem TRIÓ die Übersicht. Es dürfte aber noch schärfer getrennt werden. Hier kommt der TRIO aber doch recht nah an mein Ideal ran, wie ein Zusammenspiel aus Bass, Mitten und Höhen aussehen kann, auch wenn es in dem Genre wesentlich IEM-freundlichere Songs gibt (zum Beispiel Escape The Fate – Live For The Day). Bravo TIA TRIÓ
Auch dem SOLARIS muss ich hier ein Kompliment aussprechen. Musikalisch ist der SOLARIS auf jeden Fall und durch seine Mittenpräsentation ein Energiebündel. Mir ist der Song in Summe beim SOLARIS etwas zu forsch und direkt. So schnell komm ich mit meiner Wahrnehmung und dem Gehör dann auch nicht mehr hinterher, wenn einem alles einfach so ins Gesicht geschmissen wird. Da ist weniger doch mehr. Der TRIÓ macht es mir hier einfacher, ohne etwas zu verschleiern und hat auch weniger Sibilanten im Gepäck. Auch wenn ich von den Höhen des SOLARIS begeistert bin, ist es auch hier etwas erdrückend. Aufregend ist der SOLARIS allemal, quasi der Gegenpol zum OH500.
Man darf dem OH500 wirklich nicht unrecht tun. Er ist ein ausgezeichneter, ruhiger und entspannter IEM, mit dem man erst einmal warm werden muss. Umso unfairer ist vielleicht der direkte Vergleich auch im A/B/C hören. Dazu liegt ihm das Genre mit seiner Abstimmung nicht ganz so gut. Auch hier zieht er den Kürzeren vor allem in den Mitten, wenn man die Lautstärke aufdreht. Lässt man diese in einem moderaten Bereich kann er sogar in seiner eigene Art und Weise richtig mithalten. Möchte man aber mehr Druck auf die Ohren, so gibt er Stimmen fast schon zu viel Präsenz, was unangenehm werden kann. Was er aber hier mit am besten macht, ist die Balance zwischen Gitarren und Stimme. Dazu die geschmeidigen Höhen und das gute Bassfundament. In Sachen Durchhörbarkeit geht der Punkt aber klar an den TRIÓ.

Wer übrigens auf der Suche nach einem weiteren Stresstest ist, dem sei “Dreh auf!“ von We Butter The Bread With Butter empfohlen. Wer sein IEM mal auf Sub-Bass und generell Tiefton und Hochton überprüfen will, sollte mal bei “Sol“ von Alef rein hören.

Outro

Was macht den TRIO denn nun in Summe aus? Auch wenn es sich aus der Rezension vielleicht nicht sonderlich gut herauslesen lässt, macht er so ziemlich alles richtig, soweit es in seiner Macht steht.
Ich bewerte ihn und auch die anderen IEMs natürlich nicht anhand dieser drei Songs. Ich habe diese nur exemplarisch herausgestellt. Auch wenn vielleicht einige Sachen negativer klingen, als bei anderen Rezensionen, so müsst ihr bedenken, dass diese IEMs in meinem persönlichen Ranking ganz oben anzufinden sind und daher ihre Aufgabe immer noch besser machen, als die IEMs darunter. Diesen Prozess durchlaufen auch alle anderen bewerteten IEMs. In dem Fall schreibe ich nur etwas kritischer im Zusammenhang mit der Musikauswahl.

Der TRIÓ hat eine hervorragende Balance und ist für mich der kompletteste, sowie homogenste bisher rezensierte IEM. Für mich ist das eine Referenz, die zugleich musikalisch ist, klanglich weitestgehend neutral und überaus detailverliebt, räumlich und hoch auflösend. Dabei ist der TIA TRIÓ sicherlich kein Schnäppchen und man sollte sich überlegen, ob einem die Klangqualität zu diesem Preis wert ist.
Für mich ist der TRIO der perfekte Mittelweg, zwischen SOLARIS und OH500. Er nimmt die Stärken zusammen und bringt sie unter einem Hut, ohne sich auf ein Merkmal gesondert zu konzentrieren. Wenn ich mit dem TRIÓ Musik höre, habe ich unweigerlich ein Grinsen im Gesicht und erfreue mich einfach daran, ohne störrisch nach Fehlern zu suchen, die es nicht gibt.

Eines muss ich auch einsehen. Wenn man auf der Suche nach absolutem High-End ist, wird man um eine beachtliche Investition nicht herum kommen. Es gibt bewiesener Maßen auch sehr gute Budget-IEMs, die deutlich über ihrer Preisklasse performen und herausragende IEMs im unteren dreistelligen Bereich, aber irgendwann kommt man auch hier an seine Grenzen. Möchte man noch meh,r ist der finanzielle Sprung meines Erachtens gewaltig und ich stelle mir da immer die Frage, ob ich dazu bereit wäre für das letzte i-Tüpfelchen auch dies zu investieren.
Aber nimmt man die Geldfrage mal bei Seite, ist 64 AUDIO mit dem TRIÓ ein kleines Meisterwerk gelungen, was auf ganzer Linie überzeugen kann. Dazu spricht der TIA TRIÓ mit seinem Tuning eine breite Masse an und spezialisiert sich nicht auf einen klanglichen Nische, wie es bei High-End Modellen öfters der Fall sein kann.

https://headtek.de/de/64-audio-tia-trio-universeller-3-treiber-hybrid-in-ear-monitor-mit-apex-tia-und-lid.html

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus (-0.1, 0, +0.1)

Frequenzgang

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

TIA TRIÓ

TIA TRIÓ

...

KLOGOWhite.png

CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

  • Facebook
  • Instagram
by HEADTEK