IN-EAR
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SOLARIS

CAMPFIRE AUDIO

Bewertung

Preis

9.4

1.380 €

Review published:

07/2019

Treiber

4

pro Seite

1

Dynamisch

3

Balanced

Widerstand

10 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

9.5

Bass

9

Mitten

9.5

Höhen

Empfindlichkeit

115 dB

9.3

Handling

9

Haptik

D

Value

+

Alltag

Frequenzgang

5 - 20000 Hz

Intro

HEADTEK.de hat mir mittlerweile schon einige Rezensionen durch Leihgaben ihrer Produkte ermöglicht, welche ich so ohne weiteres nicht hätte schreiben können. Ein besonderes Highlight stellt für mich nun der Campfire Audio Solaris dar. Dieser liegt preislich deutlich über den bisher rezensierten In-Ears, aber heißt das gleich mit dem Solaris einen neuen Maßstab gefunden zu haben, welcher meine Hörgewohnheiten und bisher geliebten In-Ear in den Schatten stellt? Wir werden sehen. Der Solaris tritt für mich gegen den ORIVETI OH500 an, der zwar um ein Drittel günstiger ist, aber eine ähnliche Treiberkonfiguration (OH500: 1*DD & 4*BA – Solaris: 1*DD & 3*BA) teilt und bisher meine Referenz darstellt.

Handling

Wenn man den Solaris zum ersten Mal in den Händen hält ist man schon leicht geflasht. Man hält nicht nur einen überdurchschnittlich großen und schweren In-Ear in der Hand, sondern echtes Gold. Die Frontplatte besteht nämlich aus 24 karätigem Gold und tragt unweigerlich zu dem aufgerufenen Preis von guten 1500€ bei. Ist das nötig, denn dies hat sicherlich keinen Einfluss auf die Klangcharakteristik? Die Frage lass ich mal dahingestellt, das soll jeder für sich selber entscheiden!
Ansonsten hat man aufgrund der angenehmen Riffelung, der Haptik und des Gewichtes das Gefühl einen unzerstörbaren Baustein aus Gold in den Händen zu halten aus dem sogar noch Musik herauskommt.

So unergonomisch der Solaris auf den ersten Blick erscheinen mag, bestätigt sich dies jedoch nicht im Tragekomfort. Denn obwohl der Größe sollten auch kleinere Ohren mit dem Solaris keine großen Probleme haben. Auch wenn er sicherlich im Ohr anstoßen wird und recht weit heraussteht, hat er sauber abgerundete Kanten, sodass beim Tragen vermutlich kein Druck an den Berührungsstellen entsteht. Auch beim Sport kann ich den Solaris ohne Probleme nutzen.
Allerdings würde ich den Solaris nicht als ergonomisches Tragewunder bezeichnen, da ihm doch eventuell seine Größe und vor allem das Gewicht zum Verhängnis wird. Auch wenn Plastik, oder Harz vielleicht nicht immer den wertigsten Eindruck machen, so sind sie zumeist doch deutlich angenehmer zu tragen. Abgesehen davon habe ich schon weitaus mehr Treiber in kompakteren Gehäusen unterkommen sehen, wie zum Beispiel beim BGVP DMG, obwohl die Treiberanzahl nur selten auf einen guten In-Ear schließen lässt. Dennoch ist der Komfort in sehr hohem Maße gegeben.

Bei der Verpackung und deren Inhalt merkt man natürlich, dass es sich hierbei höchstwahrscheinlich nicht um ein Chi-Fi-Produkt der 100€-Klasse geht, obwohl es auch hier Ausnahmen gibt.
Abgesehen das Campfire aus den USA stammt und dort ihre Produkte auch entwickelt, ist das Zubehör durchweg Premium. Ledercase mit echter Schafswolle als Interior, Spinfits, Foamtips und Silikontips in jeder Größe, Reinigungswerkzeug und ein Super-Litze-Kabel, welches aus versilbertem Kupfer besteht. Das ist eine hohe Messlatte, aber ganz ehrlich auch bei diesem Preis ein Muss!

Die Isolation kann sich sehen lassen und lässt kaum Raum für Kritik bei moderater Lautstärke.

Klang

Man kann Campfire kaum den Vorwurf machen, beim Tuning und der Treiberwahl des Solaris einen schlechten Job gemacht zu haben! Was auf Anhieb beeindruckt ist die Räumlichkeit und Separation. Der Frequenzübergang der einzelnen Treiber ist fließend und man hört keine besonderen Einbrüche, oder Überlagerungen heraus, wie es bei vielen Chi-Fi-Hybriden der Fall ist.
Wenn man hier schon den Vergleich zum OH500 ansetzt fällt auf, dass der OH500 dunkler und weicher klingt, aber auch flacher, was ihn neutraler erscheinen lässt. Der Solaris hingegen hat eine deutlichere V-Signatur und punktet mit einer leicht besseren Auflösung, Erweiterung in den Höhen und festerem Bass. Hier ähnelt der Solaris mehr dem OH300, der ebenfalls lebendiger klingt als der OH500, aber dafür die Natürlichkeit, in Bezug auf die neutralere Musikwiedergabe, etwas hintenanstellt. Geschmackssache und zugegebenermaßen muss man sich an die Signatur des OH500 auch erst einmal gewöhnen, um sein volles Potenzial auszumachen. Das fällt beim Solaris flach und er kann auch schon bei den ersten Klängen schnell überzeugen.

Der Bass ist wirklich straff, hat einen angenehmen Schlag und kann auch im Tiefbereich viel Druck erzeugen. Kurzum, der Bass des Solaris macht wirklich Spaß und kann jedem Genre seinen Stempel aufdrücken. Dabei weist er eine erstaunliche Auflösung und Textur auf. Er wird zu keinem Zeitpunkt dröhnend, oder schwammig, sondern bleibt stehts auf dem Punkt mit einem hohen Detailgrad. Wirklich sehr gelungen. Man muss schon gestehen, dass der Bass angehoben ist, was sich auch in der Signatur wiederspiegelt, aber das ist auch genau mein Fall. Man kann mich eher mit etwas zu viel Bass zufrieden stellen als mit zu wenig. Hier zieht in der Gesamtpräsentation der OH500 den Kürzeren, da ihm im Vergleich die Geschwindigkeit und die Festigkeit fehlt.

Das der Solaris im Gegensatz zum OH500 offener, heller und energiegeladener wirkt, habe ich bereits erwähnt und genau das macht den Vergleich der Mitten etwas schwierig für mich. Ich bin nach wie vor begeistert mit welcher stoischen Leichtigkeit der OH500 die Mitten präsentiert, auch wenn sie anfangs etwas flach wirken, dies aber durch den lineareren Frequenzgang des OH500 auch nachweislich ist. Das spiegelt nicht unbedingt die Hörgewohnheiten des gewöhnlichen Konsumenten wider und erfordert eben eine Eingewöhnung. Ich würde den OH500 im Gegensatz zum Solaris als introvertiert bezeichnen, aber mit vergleichbaren Fähigkeiten. Die Mitten des Solaris klingen zwar spritziger, sowie lebendiger und haben bei der Räumlichkeit und Separation die Nase vorn. Dennoch sind sie technischen mit dem des OH500 auf Augenhöhe. Stimmen haben beim Solaris mehr Präsens, aber nicht die intime und ruhige Art des OH500, was diesen natürlicher erscheinen lässt. Beim Solaris wirken sie mehr auf Hochglanz poliert und nicht mehr ganz so ehrlich. Detailgrad und Klarheit sind beim Solaris jedoch ausgezeichnet und die Mitten besitzen mehr Kraft und Energie, was sicherlich mehr Hörern zusprechen wird als beim OH500.
Sibilanten sind beim Solaris allerdings eher ein Thema und sie ermüden schneller als beim OH500, der durch seine weiche, entspannte Art im Grunde Tag und Nacht im Ohr bleiben könnte, unabhängig von der Lautstärke. Beim Solaris setzten nach einer Stunde schon leichte Ermüdungserscheinungen ein, wenn man mal etwas mehr Lautstärke dazu gibt. In Summe und aufgrund der natürlicheren Wiedergabe hat hier der OH500 den Vorrang.

Ähnlich verhält es sich im Hochton. Dem Solaris würde ich auf Anhieb mehr Brillanz und Festigkeit attestieren, sowie die größere Erweiterung. Jedoch wäre es unfair dem OH500 gegenüber, diese Eigenschaften klar diesem überzuordnen, denn er kann durchaus mithalten, aber muss sich dafür erstmal mit seinem Zuhörer vertraut machen, wodurch er sich immer mehr öffnet und sich offenbart.
Diesen Schritt muss der Solaris nicht gehen, sondern zieht einem wesentlich schneller in seinen Bann, was die Auflösung und Detailtreue angeht. Der Solaris hat eher das Problem, dass er anfangs mit einer positiven Gewöhnlichkeit zu kämpfen hat und seine kleinen Nuancen auch erst mit der Zeit zu Tage kommen. Man hört sich den Solaris an und denkt sich: “Ja der ist verdammt gut, aber irgendwie fehlt mir das Besondere“, da er bereits auf einem sehr hohen, gewohnten Niveau spielt. Der OH500 ist da zu Beginn weitaus spannender und man merkt da geht noch mehr, es braucht nur etwas. Der OH500 ist im Hochton entspannter, kann dabei jedoch locker im Detailgrad und vor allem Klarheit mithalten. Nur bei der Brillanz hat der Solaris leicht die Oberhand, sowie in der Räumlichkeit. Gleichstand.

Outro

Nun was soll ich sagen. Mein Herz hängt immer noch am OH500, aber der Solaris schafft es mich mit seiner extrovertierten Art und Weise in seinen Bann zu ziehen! Er macht Spaß und kann den audiophilen Anspruch vollkommen erfüllen. Ich sehe den Solaris allerdings nicht über dem OH500 vor allem wenn es um die Alltagstauglichkeit und den Tragekomfort geht.
Der Solaris kann etwas und ist dabei nicht schüchtern es auch zu zeigen. Etwas mehr Zurückhaltung würde ihm jedoch gut stehen und so würde ein Hybrid aus OH500 und Solaris sicherlich für mich kaum noch Wünsche offen lassen.

https://headtek.de/de/campfire-audio-solaris-high-end-hybrid-in-ear-monitor-mit-4-treibern.html

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus (-0.1, 0, +0.1)

Frequenzgang

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

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SOLARIS

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