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CU KIS

LITTLE DOT

Bewertung

Preis

8.5

620 €

Review published:

08/2020

Treiber

4

pro Seite

2

Dynamisch

2

Balanced

Widerstand

18 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

9

Bass

8

Mitten

8

Höhen

Empfindlichkeit

105 dB

8.3

Handling

9.5

Haptik

D

Value

0

Alltag

Frequenzgang

12 - 40000 Hz

Intro

Ich freue mich die Gelegenheit zu haben, euch die neuen IEM-Produkte von LITTLE DOT vorstellen zu dürfen, welche mir netterweise als Leihunit zur Rezension zur Verfügung gestellt wurden.

Die Firma hat sich bisher auf Kopfhörerverstärker, Lautsprecher AMPs und DACs spezialisiert. Weniger gekannt sind sie für ihre IEMs, in welche sie aber ebenso jahrelange Entwicklungen investiert haben. Dabei beglücken sie uns nicht nur mit einem Modell, sondern gleich mit vier, wobei jedes Modell eine gewisse Zielgruppe ansprechen soll und dies in unterschiedlichen Preisklassen

CU RAD – audiophile Einsteiger | 70 €
CU WYN – Basshead | 170 €
CU CEN – stimmenorientiert | 450 €
CU KIS – Flagship – balanciert | 620 €

Obwohl ich mir beim Essen gerne das Beste zum Schluss aufhebe, starte ich in dem Fall dennoch mit der Rezension des KIS, welcher unabhängig vom Preis mich in dem Line-Up am meisten überzeugen kann.

Handling

Der Lieferumfang des KIS und auch der andere Modelle ist enorm. Ich kann nicht ganz beurteilen, ob es sich dabei um das Standardzubehör handelt, oder ob bei mir eine zusätzliche Beilage mit hinzugelegt wurde, aber man kann sich vor Silikontip-Auswahl nicht retten und ein Satz Foamtips ist ebenso mit dabei.

Das Kabel ist mit einem 3.5mm balanced Jack versehen was eher selten ist und mit dem beiliegenden Adapter auf 3.5mm Stereo adaptiert werden muss, möchte man den CU KIS an einem Gerät ohne balancierten Output betreiben. Dazu gibt es noch weitere Adapter um von dem 3.5mm balanced Jack auf 2.5 und 4.4mm balanced zu kommen. Für jeden etwas dabei würde ich mal sagen!

Das Gehäuse ist komplett aus Aluminium und im Design so ergonomisch und platzsparend wie möglich gehalten. Das hier 4 Treiber Platz gefunden haben und diese zusammen auch noch funktionieren ist schon beachtenswert. Alle CU-Modelle (bis auf den Kabelgebundenen RAD) setzten auf einen 2-Pinanschluss welcher nach außen gestülpt ist und vom Kabelanschluss komplett gecovert wird. Das sorgt für zusätzliche Stabilität und verhindert den Pinbruch.

Ich finde den CU KIS ausgesprochen bequem zu tragen und obwohl das Kabel (4 Kerne) keine zusätzliche Versteifung hat, bleibt es da wo es hingehört, auch bei schnelleren Bewegungen.
Es fühlt sich haptisch sehr gut an und macht einen wertigen Eindruck. Wenn ich den linken und rechten Kopfhörer seitenverkehrt benutze, kann ich ohne Probleme den CU KIS auch gerade nach unten tragen, ohne das Kabel über die Ohren führen zu müssen.

Klang

Der CU KIS ist ein außergewöhnlicher IEM, aber er macht es mir manchmal nicht so einfach. Er ist audiophil durch und durch, aber kein Allrounder. Songs wie “My Baby Just Cares for Me (Live) – Friends ‘N Fellow, oder “My Girl“ – Patricia Barber sind ein Ohrenschmaus, er kann aber bei energiegeladenen Songs (Rock), oder helleren Stimmen nicht immer 100 % Überzeugen.

Anteil daran, dass der KIS zum Ohrenschmaus werden kann, hat definitiv der Bass, welcher von einem dynamischen Treiber wiedergegeben wird. Dieser ist, bzw. kann göttlich sein und das “Warum“ ist gar nicht so einfach zu beschreiben, aber er hat diesen natürlichen und potenten Kick, die kompromisslose Erweiterung im Sub-Bass und vor allem eine betörende Detailwiedergabe, bei sehr guter Agilität und Präzision. Einerseits… Andererseits lässt er mich manchmal etwas verwundert zurück, da er auf einmal zurückhaltender agiert, als ich es erwarten würde. Das sorgt manchmal für Verwirrung, aber diese Schwankungen sind tolerierbar. Ich bin nur manchmal enttäuscht, wenn ich den Bass vollmundig, wohl dosiert, aber mit super Dynamik erlebe und er mir das nicht konstant liefert. Wenn viel Bass vorhanden ist, können ihm kurzzeitig auch mal die Gesichtszüge entgleiten, aber er behält stets die Fassung.

Die Mitten zeigen ähnliche Charaktereigenschaften wie der Bass, auch was die Treiberart betrifft. Sie sind ausgesprochen detailliert und finden eine sehr gute Mischung aus natürlichem Klang und direkter, harter Ansprache. Das sorgt für Lebendigkeit und kann sehr unterhaltsam sein.
Im kompletten Quartett der CU Serie von LITTLE DOT zweigen sich die Mitten des KIS am entspanntesten, sind aber im oberen Bereich immer noch recht heiß. Das lässt schon mal vermuten was uns bei den anderen Serienmitgliedern erwarten könnte. Die Mitten haben Energie, aber diese kann leider auch mal bei energiegeladener Musik potenziert werden, wodurch es unangenehm wird. Dann haben Stimmen zu viel Präsenz und neigen zum Überdrehen. Das ist vor allem bei helleren Stimmen auffällig, muss aber nicht immer auftreten. Hier ist es genau andersherum wie beim Bass. Ich habe eine negative Erwartungshaltung und werde positiv Überrascht. Bei Michael Jackson tue ich mich zum Beispiel etwas schwerer als bei Kesha, Sia, oder Magan Trainor.
Ich feiere die Mitten für ihre größtenteils körperliche, härtere und musikalische Herangehensweise, aber kann ihnen nicht immer komplett bei voller Lautstärke folgen.

Die Höhen (2*BA) würde ich zwar am konstantesten Beschreiben, aber klanglich können sie mit den Mitten und dem hervorragenden Bass nicht ganz mithalten. Dennoch kann von ihnen einiges an Qualität erwartet werden. Sie sind nicht immer ganz Pegelfest und brauchen qualitativ hochwertige Input, da sie weniger verzeihen, aber wenn dies gegeben ist, können sie mit Klarheit und Transparenz punkten. Ihnen fehlt es ein bisschen am Top-End, aber so neigen sie nur selten zur Ermüdung, auch wenn Sibilanten schon eine gewisse Präsenz haben. Als positives Beispiel, ist hier zum Beispiel der CAMPFIRE SOLARIS zu nennen, der dem CU KIS zeigt, wie man im Hochton selbstsicher auftreten könnte. So sind die Höhen des CU KIS detailliert und natürlich wenn der Input stimmt, aber nicht umwerfend.

In seinen räumlichen Dimensionen bietet der CU KIS einiges an Platz, auch wenn er der stets bemerkenswerten Bühne von ULTIMATE EARS IEMs nicht ganz ebenbürtig ist. Dennoch kann er unter anderem mit seiner klaren Instrumententrennung und seinen Imaging-Qualitäten stark abliefern.

Outro

Was zeichnet ein balancierten Allrounder eigentlich aus? Nun, eigentlich sind es meist IEMs die sich beim Tuning nicht unbedingt auf ein Detail spezialisieren, sondern versuchen die komplette Palette so gut wie möglich abzudecken und dabei zu Kompromissen bereit sind. Einer der besten Allrounder der mir hierbei einfällt, ist der 64 AUDIO TIA TRIO, der es schafft sein herausragendes Niveau stets beizubehalten und man nur kleine Abstriche, oder eine dezente Aufwertung beim Genrewechsel hinnehmen muss/darf.

Wenn ich jetzt ein IEM habe, der sich zum Beispiel auf den Bass, Stimmen, oder einzelne Instrumente besonders konzentriert, was durch spezifische Erhebungen und Senkungen im Frequenzgang bewerkstelligt werden kann, dann kann dieser IEM manchmal herausragend für sagen wir Pianomusik sein, aber bei einer Gitarre etwas schräg und im schlimmsten Fall unnatürlich klingen.

Ein weiterer Punkt ist sicherlich, wie sich ein IEM in Alltagssituationen schlägt, wo man auch mal darauf angewiesen ist, in höheren Lautstärken zu hören. Hier ist mir der CU KIS zum Beispiel zu forsch und auf Dauer klanglich unbequem.

Der CU KIS ist also so ein Zwischending und somit etwas widersprüchlich. Er ist kein Allrounder, aber er ist auch auf keinen Fall ein Nischen-IEM. Seine Stärken liegen in den tiefen Frequenzen und durch seine mal mehr, mal weniger kontrollierbare Energie schafft er es zum Beispiel Streichern nicht nur einen vollen Körper, sondern auch Dynamik und Leben einzuhauchen.
Bei der Stimmenwiedergabe kann es zu Schwankungen kommen, was sich in Aggressivität ausdrücken kann. Ebenso finde ich auch zum Beispiel ein Klavier teilweise etwas zu offensiv klingend (“You Can’t Lose What You Never Had“ – Muddy Waters). Er entpuppt sich somit manchmal zu einer kleinen Wundertüte, die magische Momente schaffen kann, aber dies nicht mit Konstanz.

Ich liebe den CU KIS in ruhigen Momenten auf der Couch, oder im Bett bei geringerer Lautstärke, wo er auch seine audiophilen Qualitäten voll ausspielen kann, aber ich bin im Alltag mit ihm etwas überfordert und er ist sicherlich nicht der harmonischste. In Summe ist mir der CU KIS zu teuer geraten, auch wenn er einige Lichtblicke mitbringt, die ihn durchaus in dem Preissegment wettbewerbsfähig machen.

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus (-0.1, 0, +0.1)

Frequenzgang

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

CU RAD

CU RAD

CU KIS

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CHI-FIEAR © 2020 by David Hahn

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