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S8

MOONDROP

Bewertung

Preis

9.1

600 €

Review published:

09/2020

Treiber

8

pro Seite

0

Dynamisch

8

Balanced

Widerstand

16 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8.5

Bass

9.5

Mitten

9

Höhen

Empfindlichkeit

122 dB

9

Handling

9.5

Haptik

B

Value

0

Alltag

Frequenzgang

20 - 40000 Hz

Intro

Der MOONDROP S8 ist der Nachfolger vom A8 und ist mit seiner akkuraten, natürlichen Klangwiedergabe längst kein Geheimtipp mehr. Man trifft nicht oft IEMs an, die es schaffen eine neutrale Abstimmung dennoch musikalisch und authentisch klingen zu lassen, ohne ins sterile abzurutschen. Der S8 ist ein sehr erwachsener IEM, der einiges mit dem BLESSING 2 gemeinsam hat, aber nicht ganz so technisch klingt, dafür aber vollmundiger und natürlicher ist.
Ein audiophiler IEM durch und durch mit Bühnenqualitäten, auch durch seinen hohen Wirkungsgrad.

Handling

Der Lieferumfang ist erstaunlich spartanisch in der Preisklasse.
Es gibt eine Auswahl an Silikontips, ein 4-Kerne-Kupferkabel und ein Flugzeugadapter.
Das Kabel ist wertig, aber auch etwas fragil. Das Transportcase ist aber ein nettes Accessoire und recht geräumig. Dazu ist es durch seine Lederimitation und Struktur haptisch auch ansprechend. Das war es aber auch schon.

Das Gehäuse ist sowohl im Design, optisch, als auch in der Materialwahl sehr gelungen. Es wirkt zwar etwas klobig, aber ist ausgesprochen ergonomisch und sitzt bombenfest. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass Besitzer kleinerer Ohren durchaus Probleme bekommen könnten, beziehungsweise die IEMs dann etwas zu sehr aus dem Ohr herausstehen. Er ist zudem etwas schwerer als IEMs, die nicht gegossen, oder aus schwerem Metall gefertigt sind, aber das ändert nichts am sehr guten Tragekomfort.

Der S8 scheint wie aus einem Guss. Die Treiber sind komplett vom Harz umschlossen und man kann sehr gut den “Weg des Klanges“ zum Schallröhrende verfolgen, darin sind ebenso gut die verwendeten Filter zu erkennen.

Der S8 ist im Gegensatz zum BLESSING 2 trotz der höheren Treiberanzahl aber etwas kompakter, da der dynamische Treiber im B2 mehr Platz benötigt. Ebenso gibt es keine Lüftungsöffnung im Gehäuse, was bei einigen eventuell für Unterdruck sorgen und damit etwas unangenehm sein könnte. Dadurch kann man aber eine nahezu komplette Isolation erreichen.

Klang

Wer bereits die Möglichkeit hatte den BLESSING 2 zu hören, wird vielleicht etwas enttäuscht sein, da der S8 keine neuen klanglichen Dimensionen aufdeckt, aber wem der B2 zu technisch und analytisch klingt und sich nach mehr Wärme und Entspanntheit sehnt, ohne auf die technische und klangliche Qualität des B2 verzichten zu wollen, der hat mit dem S8 vielleicht sein audiophilen Begleiter für die nächste Dekade gefunden, was dann auch den Preis mehr als rechtfertigt.

Im Vergleich zum BLESSING 2 klingt der Bass des S8 subjektiv teilweise etwas gemuted. Das ist nicht untypisch für BA-Bässe, aber im Vergleich ist der S8 weder blutarm noch steril. Es fehlt der Druck des B2 im Subbereich, aber dafür haben wir einen leicht betonteren Mittenbassbereich, was der Signatur etwas mehr Wärme spendet, den Noten mehr Gewicht verleiht und den S8 in Summe etwas geschmeidiger, sanfter und emotionaler macht.
Dadurch wirkt der Bass aber nicht ganz so klar und präzise wie beim B2, welcher dynamischer agiert, steht diesem jedoch in der Detailwiedergabe und Textur ins nichts nach.

Im Mittenbereich präsentiert sich der S8 sehr erwachsen. Hier bekommt die Neutralität des B2 noch einen Funken mehr Natürlichkeit hinzu. Das gibt Stimmen und Instrumenten ein authentisches Timbre ohne Färbung und man kann sich uneingeschränkt sich der Musik hingeben. Ich muss aber gestehen, dass mir die Separation und Transparenz des B2 ein My besser gefällt, was aber im Vergleich den leichten Hang des B2 zum “Schreien“ nicht vergessen macht.
Die Mitten strotzen nicht gerade vor Lebendigkeit, aber (ich wiederhole mich) sie sind ebenen absolut korrekt und authentisch. Dazu schaffen sie es Emotionen zu übertragen und übertreiben es nicht im oberen Mittenbereich. Ich bin davon überzeugt, dass man sich schwer tun wird hier Fehler in der Klangwiedergabe auszumachen, ebenso was die technische Komponente betrifft. Wer hier das Haar in der Suppe sucht, kann ihnen maximal eine etwas langweilige Präsentation, oder fehlende positive Härte vorwerfen.

Der Hochton bringt alles mit um das audiophile Herz zu erwärmen. Nicht ganz so spritzig wie beim BLESSING 2 und ebenso auch etwas zu früh abrollend um Trebleheads voll und ganz zu verzücken, aber dafür mit einer enormen Detailtiefe und Transparenz. Die Sibilanten sind im Gegensatz zum B2 etwas besser im Griff, aber immer noch leicht präsent. Ich finde den Hochton des S8 aber natürlicher und ausgereifter, da auch das BA-Timbre nicht ganz so heraussticht. Es geht dem S8 nicht darum mit irgendetwas zu protzen, sondern musikalische Inhalte naturgetreu wiederzugeben. Das gelingt ihm ausgezeichnet, auch wenn sich manch einer vielleicht nach etwas mehr Ekstase und Aufregung sehnen wird. Für den absolut schonungslosen Hochton mit überzeugenden Micromanagement des UE RR, sowie für der Pegelfestigkeit eines CAMPFIRE SOLARIS, oder TIA TRIO reicht es aber nicht ganz. Dennoch großes Kino!

Wie auch beim B2 sind Bühne und das Imaging wirklich bemerkenswert. Man fühlt sich beim S8 aber etwas wohler als beim B2, da er es schafft, trotz der fantastischen Auflösung, luftigen Weite und der überdurchschnittlichen dreidimensionalen Präsentation, Intimität zu erzeugen.

Outro

Der S8 kostet gut das Doppelte vom BLESSING 2. Bekommen wir nun auch die Qualität des B2 hoch 2? Nein! Der B2 hat bereits ein herausragendes Preis-/Leistungsverhältnis und setzt so etwas wie ein Benchmark in dem Segment, wenn man nach einer neutralen und tonal korrekten Signatur sucht.
Das alles bekommen wir beim S8 ebenso, nur ist der S8 für meinen Geschmack etwas erwachsener und besteht bei mir auch den Langzeithörtest besser, mit seltenen Ausnahmen.
Dazu attestiere ich dem S8 eine etwas bessere Auflösung im Hochton und einen entspannteren, aber tonal und technisch nahezu makellosen Mittenbereich.
Das alles sind aber nur kleine Nuancen und persönliche Vorlieben. Im Grunde bringt der B2 bereits alles mit, was der S8 bietet, nur dass der S8 mehr Tiefe in der Persönlichkeit besitzt.
Für mich ist der S8 ein technischer, entspannter und selbstsicherer IEM, mit dem ich Musik gerne etwas genauer beleuchte, aber auch mich fallen lassen kann und einfach nur genieße.
Man muss aber auf jeden Fall wissen auf was man sich beim S8 einlässt, sonst wird man vielleicht enttäuscht. Im Vergleich zum B2 wurde ich den S8 als audiophiler einordnen und durchaus als geeignetes Werkzeug für die Bühne, den B2 dafür technischer, etwas heller und mehr in Richtung Studioreferenz.
Vielen Dank an OARDIO für den Demo-In-Ear!

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus (-0.1, 0, +0.1)

Frequenzgang

Bewertung in Buchstaben

S: 9.5 - 10

A: 9.0 - 9.4​

B: 8.0 - 8.9​

C: 7.0 - 7.9

D: 6.0 - 6.9​
E: 5.0 - 5.9​

F: 0.0 - 4.9​

SSR

SSR

STARFIELD

STARFIELD

BLESSING 2

BLESSING 2

KANAS PRO

KANAS PRO

S8

S8

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