IN-EAR
Premium

UE 7 PRO

ULTIMATE EARS

Bewertung

Preis

8.3

830 €

Review published:

04/2020

Company.png

Treiber

3

pro Seite

0

Dynamisch

3

Balanced

Widerstand

18 Ohm

PZ/ES/PL

0

Klang

8

Bass

8.5

Mitten

8

Höhen

Empfindlichkeit

124 dB

8.2

Handling

9.5

Haptik

D

Value

-

Alltag

Frequenzgang

5 - 22000 Hz

Intro

Im Portfolio von Ultimate Ears gibt es eigentlich kein IEM der auf ganzer Linie versagt, oder komplett qualitativ abreißen lassen muss. Jeder hat seine Daseinsberechtigung und ich bin mir sicher, dass zumindest ein IEM den persönlichen Geschmack treffen kann. Was meinen Geschmack betrifft, so schafft es jedoch nach dem RR, 6 Pro und bedingt dem 18+ Pro, keiner mehr ganz oben an meiner Referenz anzugreifen.
Der UE 7 Pro zum Beispiel ist zwar über die gesamte Bandbreite hinweg ein sehr guter IEM, aber kann meinem Anspruch was Musikalität und Durchhörbarkeit anbelangt, nicht mehr komplett erfüllen.

UE 7 Pro wurde bereitgestellt von R+R SonicDesign AG.

Handling

>> Identisch zu allen getesteten Modellen von Ultimate Ears <<

Beim UE 7 Pro handelt sich grundsätzlich um einen Custom-IEM, welcher aber auch als universeller IEM angefertigt werden kann. Entscheidet man sich für die Custom-Variante, bekommt man anhand eines persönlichen Ohrabdruckes einen individuell angepassten In-Ear, welcher auch nur mit dem eigenen Gehörgang “kompatibel“ ist.
Bei universellen IEMs kommt man um einen Silikon-, oder Foamaufsatz nicht herum (welcher dann natürlich auch im Lieferumfang enthalten ist), was jedoch die Klangcharakteristik beeinflusst kann und sich der Klang dementsprechend positiv, aber auch negativ verfälschen lässt.
Der Lieferumfang besteht aus einem Reinigungstool für die Klangröhrchen, einem abnehmbaren Kabel, welches speziell für den Bühneneinsatz entwickelt wurde und dem IEM an sich. Das alles befindet sich in einem verschraubbaren, runden und schwarzen Metall-Case, oder quadratischem Klappcase, wo der jeweilige Name des Besitzers eingraviert ist.

Ultimate Ears setzt auf einen eigens entwickelten IPX Anschluss bei ihren Produkten. Dieser Anschluss ist weder mit MMCX noch anderen Anschlüssen kompatibel. Ich persönlich finde ihn besser als dem mir bisher bekannten. Er ist kompakter, sitzt bombenfest und lässt sich aber leichter lösen als oftmals beim MMCX. Durch das dichte Abschließen der beiden Anschlüsse (männlich/weiblich) wird verhindert, dass Feuchtigkeit, oder Staub in die Verbindung eindringen kann, was für den Büheneinsatz enorm wichtig ist.
Beim Kabel gibt es die Möglichkeit eines mit, oder ohne Ear-Loop, klar oder schwarz, sowie mit 125 oder 160cm Länge. Zudem gibt es eine Balanced-Version (4-Pol 2.5mm Mini-Jack) und ein Bluetooth-Kabel inkl. Remote für das Telefonieren und Steuern des Smartphones/Players.

Über den Sitz, Komfort und Isolation braucht man sich bei einem Custom-IEM keine Gedanken machen. Egal welche akrobatischen Übungen man ausübt, der IEM wird sich nicht von der Stelle bewegen und auch nahezu komplett von der Aussenwelt isolieren. Sollte doch mal was drücken, oder ist eine Anpassung von Nöten, kann man dies kostenlos beim jeweiligen Distributor, oder bei Ulitimate Ears direkt vornehmen lassen.

Das Reinigungstool ist nicht nur praktisch, sondern auch wirklich nötig, denn wie bei mittlerweile auch vielen Universal-IEMs, wird auf einen Schutz (meist durch ein Metallgitter) im Klangröhrchen verzichtet, wodurch Ohrenschmalz und Schmutz einfacher in den In-Ear gelangen kann. Für den sorgsamen Benutzer ist die Reinigung sicherlich kein Fremdwort, aber es sei dennoch erwähnt.

Das Design des UE 7 Pro ist individuell jedem selbst überlassen. Was gleich bleibt, ist das durchsichtige 3D-Druckgehäuse mit Einblick ins Innenleben, aber bei der Faceplate kann man sich nach Herzenslust austoben und die Ohrseite ist ja eh individuell nach Ohrabdruck gefertigt.

Klang

Ich habe ja bereits betont, dass UE bei jedem In-Ear ein bestimmtes Ziel im Tuning verfolgt. Bei dem UE 7 Pro soll sich laut Herstellerangaben um ein IEM handeln, welcher besonders für Sänger und Gitarristen geeignet ist. Nun, grundsätzlich kann ich das nachvollziehen, da der UE 7 Pro innerhalb der UE-Familie vor allem den oberen Mittenbereich und die unteren Höhen am prominentesten abdeckt, allerdings ist er dabei auch ein bisschen vorlaut und sorgt damit bei mir für die schnellste Ermüdung, aber das ist nichts, was zu tolerieren wäre und längst nicht immer vertreten ist. Nur manchmal halt auch etwas ärgerlich.
Mit der Zeit fällt auch auf, dass sich klanglich zwar kein IEM von Ultimate Ears wirklich gleicht, aber es gibt doch eine Art Haussignatur, um die alles herum aufgebaut wird. Das ist zum einen die angenehm warme Grundausrichtung, natürliche Stimmenpräsentation und auch der Hochton ähnelt sich doch stets recht stark. Zudem kommt bei den reinen BA-Modellen der Bass hinzu, welcher sich zwar in der Quantität unterscheidet (RR < 11 Pro) und dadurch zum Teil auch von unterschiedlicher Qualität scheint, allerdings sind die Gemeinsamkeiten in der Bassperformance, vor allem beim 5 Pro, 7 Pro, RR und 18+ Pro nicht von der Hand zu weisen, was auch der Frequenzgang bestätigt.

Der UE 7 Pro setzt auf einen BA-Bass, welcher sehr sauber ist, eine sehr gute Detailwiedergabe besitzt und auch einen zufriedenstellenden Punch und Reichweite mit sich bringt. Wie auch schon beim 18+ Pro, oder RR ist er sehr linear von ganz unten nach ganz oben, hat aber im Sub-Bereich nicht mehr das Volumen. Das hängt auch damit zusammenhängt, dass wir rein anatomisch mehr Pegel brauchen um ganz Tiefe Frequenzen auch subjektiv mehr wahrzunehmen, obwohl sie auf dem Blatt eigentlich den gleichen Pegel besitzen, wie vielleicht der Bereich um die 150 Hz. Daher würde auch eine komplett flache Signatur, wo alle Frequenzbereiche den gleichen Pegel aufweisen für uns gänzlich unrealistisch klingen, da unser Gehör in verschiedenen Bereichen unterschiedlich sensibel ist.
Ich bevorzuge beim Bass generell mehr dynamische Vertreter, aber die BA-Bässe von UE, sind wirklich gut und vor allem homogen. Ich erkenne übrigens zwischen dem 5 Pro und dem 7 Pro eigentlich keinen Unterschied im Tiefton, was ich mal auf den eventuell selben Treiber zurückführe.

Die warme Grundstimmung der UE-Familie macht sich natürlich auch beim 7 Pro bemerkbar und das vor allem in den Mitten. Ich hab diese Abstimmung wirklich gerne, wenn sich aus der Wärme auch eine gute Transparenz und Klarheit abzeichnet, ohne dass es im oberen Bereich anstrengend wird. Die Mitten sollen sich ganz entspannt leicht in den Vordergrund drängen und mir die musikalischen Details quasi zu Füßen legen, mit ein bisschen Nachdruck und Crisp. Wunschdenken, auch beim 7 Pro. Der meint es nämlich etwas zu gut in den oberen Mitten und ist der sibilantenreichste Vertreter bei UE. Da Stimmen nun mal bei Musik meist den essenziellen Part darstellen und man verstärkt auf diese achtet, fällt dies natürlich auch schneller ins Gewicht. Etwas schade, denn im Grunde sind die Mitten des UE 7 Pro ausgezeichnet, aber auch mit dem Hintergrund, dass sich der 7 Pro vor allem an Sänger richtet, hätte man damit doch eigentlich am sensibelsten umgehen müssen. Auf der Bühne mag das vielleicht nicht ganz so dramatisch sein, da man zum einen seinen eigenen Mix bekommt und vielleicht auch bei der eigenen Stimme nicht so sensibel ist, aber bei Musik ist es stets präsent, aber erträglich, sowie gewöhnungssache und soll nicht über die Qualitäten der Mitten hinwegtäuschen. Da gibt es weitaus schlimmere Sibilantenmonster.

Irgendwie lässt sich zum Teil ein völlig legitimes Muster bei UE erkennen. Man versucht sich die Stärken des einen IEMs zu Nutze zu machen und diese auf einen anderen IEM zu übertragen. Bei den Höhen trifft dies auf den UE 11 Pro zu. Nun kann ich natürlich nicht sagen welcher zuerst da war, die Henne, oder das Ei, bzw. der 7 Pro, oder der 11 Pro. Geht man nach der reinen Zahl, wohl der 7 Pro, allerdings entwickelt UE seine Produkte auch immer wieder weiter und die Zahlenreihenfolge erscheint mir auch nicht so ganz transparent.
Lange Rede, kurzer Sinn: Gleicht der Bass des 7 Pro stark dem des 5 Pro, so haben die Höhen des 7 Pro starke Ähnlichkeiten im Hochton. Das beginnt übrigens schon in den Mitten.
Die Höhen halten generell mit dem Bass und den Mitten schritt, sind mir aber einen kleinen Tick zu präsent und in seltenen Fällen auch fordernd. Sie melden sich jenseits der 10 kHz noch einmal mit einen ordentlichen Anstieg zurück und haben eine schöne Brillanz. Kleinste Mikrodetails schwirren überall herum, was natürlich auch durch die offene, breite, sowie tiefe Bühne begünstigt wird. Sie haben wirklich etwas auf dem Kasten, aber ich hätte gerne eine etwas entspannter Präsentation, bei gleichbleibender Detailfülle, was durchaus möglich ist.

Outro


Der 7 Pro ist ein natürlicher und leicht warmer IEM, der die oberen Mitten etwas in den Fokus rückt und eventuell trotz des linearen und qualitativ hochwertigen Basses ein bisschen mehr Körper vertragen könnte. Er ist nicht immer der sensibelste Begleiter, aber man kann mit ihm ganz gut umgehen und dies auf die Dauer besser akzeptieren. Für den Anspruch den 7 Pro vor allem Gitarristen und Sängern ans Herz zu legen, hätte man vielleicht ein klein bisschen besser darauf achten können, aber die Idee ist auch gerechtfertigt, da die Stimmen beim Pro 7 wirklich sehr klar und sauber herausgestellt werden. Dazu ist der 7 Pro sehr sensibel und auch schon bei sehr wenig Output wirklich laut.

Das komplette Album von Billie Eilish ist wirklich ein Genuss mit dem Pro 7, was zum einen durch die tolle Produktion (vor allem das 3D-Bild) aber auch durch die stets entspannte Stimme von Billie begünstigt wird.

!!! Die Bilder geben nicht das Originalprodukt wieder, sondern sind extra angefertigte Universal-Demo-Hörer von Ulimate Ears !!!

https://www.sonicdesign.ch/ue/de/

1/3

Legende

Haptik:
Hier spielt die Verarbeitung mit rein und die Nutzbarkeit des Lieferumfangs. Zusätzlich das Erscheinungsbild, Tragekomfort und die Robustheit.


Value:
Hier bewerte ich für mich subjektiv das Preis-/Leistungsverhältnis - fließt nicht in die Bewertung ein!

Z: No Brainer

A: gut investiertes Geld

B: kann man schon machen

C: gibt besseres für weniger Geld

D: überteuert

E: Liebhaberpreis

Alltag:
Hier lasse ich vor allem die Durchhörbarkeit einfließen und ob ich ihn Out-Of-The-Box gut hören kann. Das ist natürlich sehr subjektiv und daher nur ein minimaler Abzug, oder Bonus (-0.1, 0, +0.1)

Frequenzgang
UE 11 PRO

UE 11 PRO

UE 7 PRO

UE 7 PRO

UE 18+ PRO - 3rd GEN

UE 18+ PRO - 3rd GEN

UE LIVE

UE LIVE

UE 5 PRO

UE 5 PRO

UE RR

UE RR

UE 6 PRO

UE 6 PRO

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